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Immer mehr Marktmacht: Milliardenwachstum bei Google, Amazon, Facebook und Apple
© Jumpstory, Google, Facebook, Apple, Amazon

Immer mehr Marktmacht: Milliardenwachstum bei Google, Amazon, Facebook und Apple

Niklas Lewanczik | 30.10.20

Die jüngsten Quartalsberichte der Tech-Giganten zeigen, dass sie auch während der Coronapandemie extrem wachsen. Amazons Umsatz stieg gar um 37 Prozent auf über 96 Milliarden US-Dollar.

Die Macht der Tech-Unternehmen Google (beziehungsweise Alphabet), Amazon, Facebook und Apple wird häufig kritisiert. In den USA wird beispielsweise Googles Marktmacht im Zuge einer Kartellrechtsklage der US-Justizbehörde derzeit ernsthaft infrage gestellt. Doch während die Machtverhältnisse im Digitalraum kritisch beäugt werden, wachsen die Mega-Unternehmen stetig weiter – insbesondere in der Coronapandemie. Die aktuellen Quartalszahlen der vier Unternehmen fallen erstaunlich gut aus. Die Umsätze wurden um mehrere Milliarden US-Dollar gesteigert, Facebook schraubt seine User-Zahl auf 2,74 Milliarden hoch, Amazon liefert hunderttausende neue Jobs und das Cloud-Geschäft boomt.

Positive Quartalszahlen für Alphabet und Google: Mehr Werbeausgaben bei YouTube und Search

Das Mutterunternehmen von Google, Alphabet, hat ein starkes drittes Quartal verkündet. Der Umsatz wuchs im Vorjahresvergleich um fast sechs Milliarden US-Dollar an und liegt bei 46,2 Milliarden US-Dollar. Das ist deutlich mehr, als die Analysten erwartet hatten. Auch das Betriebsergebnis von über elf Milliarden US-Dollar überzeugt.

Total revenues of $46.2 billion in the third quarter reflect broad based growth led by an increase in advertiser spend in Search and YouTube as well as continued strength in Google Cloud and Play. We remain focused on making the right investments to support long term sustainable value,

erklärt Ruth Porat, Chief Financial Officer bei Alphabet und Google. Während Google das Advertising rund 37 Milliarden US-Dollar einbrachte, wuchsen die Einnahmen über YouTube Ads von 3,8 auf über fünf Milliarden US-Dollar, die Einnahmen über die Google Cloud von 2,38 auf 3,44 Milliarden US-Dollar.

Amazon macht fast 100 Milliarden US-Dollar Gewinn im Quartal

Dass der E-Commerce im Rahmen der Coronpandemie boomt, ist kein Geheimnis. Wie stark der Branchenriese Amazon tatsächlich davon profitiert, konnten womöglich auch sehr optimistische Analysten kaum ahnen. Das Unternehmen verzeichnet einen Umsatzzuwachs von 37 Prozent YoY. 96,1 Milliarden US-Dollar stehen zu Buche. Das operative Ergebnis wurde beinahe verdoppelt, von 3,2 Milliarden US-Dollar in Q3 2019 auf 6,2 Milliarden US-Dollar in diesem Jahr. Auch der Wert von 12,37 US-Dollar Verdienst pro Aktie ist immens. Analysten hatten mit 7,4 US-Dollar gerechnet – und „nur“ mit 93 Milliarden US-Dollar Umsatz.

Ähnlich wie bei vielen anderen Tech-Größen wie auch Microsoft hat Amazon auch mit seiner Cloud-Sparte deutlich mehr Geld verdient: In Q3 2020 waren es 11,6 Milliarden US-Dollar, im Vergleich zu knapp neun Milliarden US-Dollar im Vorjahreszeitraum. Große Ausgaben gab es beim Unternehmen vor allem für Mitarbeitende. CEO Jeff Bezos betonte, er sei stolz

to have created over 400,000 jobs this year alone. We’re seeing more customers than ever shopping early for their holiday gifts, which is just one of the signs that this is going to be an unprecedented holiday season.

Und all diese Zahlen kommen vor dem Black Friday, Cyber Monday und Weihnachten. Im vierten Quartal 2020 dürfte Amazon seinen immensen Gewinn nochmals steigern, wie Bezos schon andeutet. Dann dürfte auch die Zahl der Mitarbeitenden, die seit zwei Jahren immerhin ein Minimum von 15 US-Dollar Stundenlohn erhalten, weiter steigen.

Facebook: Gewinn und Umsatz klettern nach oben, auch die User-Zahlen steigen

Das größte soziale Netzwerk der Welt zählt nun offiziell 2,74 Milliarden aktive User im Monat. Das bedeutet ein zwölfprozentiges Wachstum YoY. Genauso groß ist das Wachstum bei den täglich aktiven Usern. Die Zahl dieser liegt nun bei 1,82 Milliarden. Auch finanziell zeigt Facebook ein immenses Wachstum, trotz aufkommender Konkurrenz zum Beispiel vonseiten TikToks im Social-Media-Markt. Der Umsatz wurde um 22 Prozent gesteigert, auf satte 21,47 Milliarden US-Dollar.

We had a strong quarter as people and businesses continue to rely on our services to stay connected and create economic opportunity during these tough times. We continue to make significant investments in our products and hiring in order to deliver new and meaningful experiences for our community around the world,

so Facebooks CEO Mark Zuckerberg. Der Gewinn konnte ebenfalls gesteigert werden, von 6,1 auf 7,85 Milliarden US-Dollar im Quartal. Die Einnahmen pro Aktie liegen bei 2,71 US-Dollar, deutlich geringer als etwa bei Amazon, aber auch deutlich über der Erwartung der Analysten. Die große Zahl der User täuscht ein wenig darüber hinweg, dass die Zahl der Nutzenden in den USA und Kanada zurückging.

Auch für das kommende Quartal erwartet Facebook hier einen leichten Rückgang. Zwar erwartet das Unternehmen für das vierte Quartal starke Ergebnisse. Doch im Quartalsbericht wird vor Gegenwind im Werbemarkt gewarnt, durch regulatorische Maßnahmen und Plattformveränderungen wie bei Apple, das mit iOS 14 ab kommendem Jahr das Tracking von Usern erschwert. Im Zuge dessen hatte Facebook bereits Umsatzeinbußen befürchtet. Wie stark diese bei einem so immensen Umsatz und Wachstum ins Gewicht fallen würden, ist noch nicht abzusehen. Neben Google, das mit seinem Google Advertising 37 Milliarden US-Dollar Umsatz in Q3 gemacht hat, ist Facebook mit 21,2 Milliarden US-Dollar Werbeumsatz die unangefochtene Nummer zwei im Werbemarkt.

Apples Umsatzsteigerung durch Macs und iPads bestärkt

Auch der Branchenriese Apple konnte ein Umsatzwachstum verzeichnen und legte für das vierte Quartal des eigenen Fiskaljahrs einen Umsatz von 64,7 Milliarden US-Dollar vor. Laut Der Aktionär übertraf das sogar die Erwartungen der Wall Street. An der Börse hat das Unternehmen dennoch an Wert verloren; womöglich auch, weil keine Prognose für das kommende Quartal vorgelegt wurde.

Im vergangenen Quartal wurde das leichte Umsatzplus gegenüber dem Vorjahr vor allem durch ein Plus bei den Verkäufen von Macs und iPads unterstützt. Dieses könnte eine Folge der Coronapandemie und mehr Home-Office-Einsatz sein. Der Umsatz mit Macs stieg YoY von 6,99 auf rund neun Milliarden US-Dollar an. Der Umsatz mit iPhones ging jedoch deutlich zurück, von 33,3 auf 26,4 Milliarden US-Dollar. Wegen der Coronapandemie musste Apple eine Zeit lang Werke schließen und hier Verluste hinnehmen. Dafür haben die Apple Services ein deutliches Wachstum erlebt und machen nun 14,55 Milliarden US-Dollar Umsatz aus.

Apple capped off a fiscal year defined by innovation in the face of adversity with a September quarter record, led by all-time records for Mac and Services,

sagt, Tim Cook, Apples CEO.

Trotz der ungeahnten Ausmaße der Coronapandemie konnten Google, Amazon, Facebook und Apple deutlich wachsen. Mitunter auch gerade wegen der Pandemie, die die Digitalisierung und die Nutzung von Cloud Services, Social Media, Suchmaschinen oder E-Commerce-Plattformen nur steigert. Ein Ende der Macht von GAFA ist daher kaum absehbar; und überhaupt wohl nur durch eine politische Regulierung denkbar.

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