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Amazon strauchelt: Heftiger Aktien- und Gewinneinbruch

Amazon strauchelt: Heftiger Aktien- und Gewinneinbruch

Niklas Lewanczik | 29.04.22

Der Konjunkturrückgang betrifft auch Amazon. Der Quartalsgewinn des Unternehmens sank im Jahresvergleich von 8,9 auf nur noch 3,7 Milliarden US-Dollar. Dieser Umstand und zurückhaltende Prognosen werden an der Börse bestraft.

Der Quartalsumsatz bei Amazon lässt gar nicht so viel zu wünschen übrig. Er liegt bei 116,4 Milliarden US-Dollar und bedeutet ein zwar vergleichsweise langsames, aber stetiges Wachstum von neun Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Allerdings ließ der Betriebsgewinn deutlich nach. Im ersten Quartal lag er noch bei 8,9 Milliarden US-Dollar, 2022 sank er auf 3,7 Milliarden. Dazu kommt, dass Amazon in der Prognose für das laufende Quartal einen Umsatz von 116 bis 121 Milliarden US-Dollar voraussagt – was weniger ist, als die Analyst:innen erwarten. Damit enttäuschen die Zahlen des E-Commerce-Konzerns die Aktionär:innen. Die Amazon-Aktie brach im nachbörslichen US-Handel um zeitweise über neun Prozent ein.

Online Shopping Boom flaut ab, Werbung und AWS wachsen kräftig

Amazon hat mit verschiedenen Hindernissen zu kämpfen, die dafür sorgen, dass der Gewinn so niedrig ausfällt. Zum einen steigen die Kosten für die Lagerverwaltung und Löhne. Dazu kommen die steigenden Kraftstoffpreise, die das Unternehmen bereits veranlasst haben, FBA Sellern höhere Versandgebühren aufzubürden. Zum anderen ist der Online Shopping Boom, der insbesondere mit Beginn der Coronapandemie anwuchs, etwas abgeflaut. Die Quartalszahlen des Unternehmens offenbaren, dass die Einnahmen über Verkäufe im Online Store im Vergleich zum Vorjahr (52,9 Milliarden US-Dollar) sogar leicht zurückgegangen sind (51,1 Milliarden US-Dollar). in den physischen Stores hingegen sind sie um 17 Prozent auf 4,6 Milliarden US-Dollar angestiegen.

Während die Zahlen aus den Online Stores enttäuschen, ist Amazons AWS weiterhin ein starker Wachstumstreiber. Die Sparte konnte YoY 37 Prozent mehr Umsatz verbuchen und liegt diesbezüglich bei 18,4 Milliarden US-Dollar. Andy Jassy, Amazons CEO, erklärt:

The pandemic and subsequent war in Ukraine have brought unusual growth and challenges. With AWS growing 34% annually over the last two years, and 37% year-over-year in the first quarter, AWS has been integral in helping companies weather the pandemic and move more of their workloads into the cloud. Our Consumer business has grown 23% annually over the past two years, with extraordinary growth in 2020 of 39% year-over-year that necessitated doubling the size of our fulfillment network that we’d built over Amazon’s first 25 years—and doing so in just 24 months […]

Ebenfalls positiv fällt für Amazon das Werbegeschäft ins Gewicht. In diesem Bereich gab es ein 23-prozentiges Wachstum gegenüber dem Vorjahr, von 6,4 auf 7,9 Milliarden US-Dollar. Das ist etwas mehr als Google mit YouTube Ads einnehmen konnte (6,9 Milliarden US-Dollar), aber deutlich weniger als bei Googles Werbegeschäft.

Amazon kündigt den Prime Day an und hofft auf einen neuen Wachstumsschub

Auf mehr Umsatz hofft Amazon im zweiten Quartal 2021. Doch aufgrund der angespannten globalen Lage, insbesondere durch den Krieg in der Ukraine und die steigende Inflation, fällt die Prognose bescheiden aus. So müssen die Aktionär:innen und Amazon-Verantwortlichen womöglich bis zum dritten Quartal 2022 warten, ehe es einen erneuten starken Wachstumsschub beim Unternehmen gibt. Denn für den Juli dieses Jahres wurde der Prime Day angekündigt, der erfahrungsgemäß für Rekordumsätze in kürzester Zeit sorgt.

Um aus den Online-Verkäufen am Prime Day – aber auch bis dahin – das bestmögliche Ergebnis für Amazon herauszuholen, muss das Unternehmen noch an der „Produktivität und Kosteneffizienz“ arbeiten, so Andy Jassy. Ob die Umsatzziele dann bald wieder erreicht werden können, dürfte allerdings auch mit der geopolitischen Entwicklung zusammenhängen. Unabhängig von den Auswirkungen der Zahlen an der Börse sind 116,4 Milliarden US-Dollar Umsatz ein Ergebnis, das selbst die Einkünfte von Meta und Google kombiniert in den Schatten stellt.

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