Performance Marketing
ChatGPT bekommt neue Visual Ads – und erreicht jetzt 1,2 Milliarden User pro Woche

ChatGPT bekommt neue Visual Ads – und erreicht jetzt 1,2 Milliarden User pro Woche

Niklas Lewanczik | 06.10.26

Ein neues visuelles Werbeformat zeigt mithilfe von KI, wie User Produkte im Alltag nutzen können. Außerdem erhalten Advertiser neue Measurement-Möglichkeiten von der Klickattribution bis zur Conversions API.

ChatGPT erreicht den nächsten Meilenstein. Der Dienst wird jetzt wöchentlich von über 1,2 Milliarden Usern genutzt. Damit ist ChatGPT laut OpenAI „die weltweit größte von Grund auf KI-basierte Plattform für private Nutzung“. Diesen relevanten Nutzungsraum monetarisiert das Unternehmen seit diesem Jahr mit Werbung. Im August wurden die ChatGPT Ads dann endlich auch in Deutschland und anderen europäischen Ländern ausgerollt, kürzlich kamen neue Regionen wie Indonesien, Malaysia, die Philippinen, Singapur, Thailand, Vietnam und Taiwan hinzu.

Zudem baut OpenAI die Werbeoptionen immer weiter aus. Advertiser können den Self-Serve Ads Manager nutzen, in den USA schon über Amazon Ads Anzeigen einbuchen, Anzeigen mit ChatGPT Work kreieren und zum Teil sogar Sponsored Agents einsetzen. Über eine Milliarde US-Dollar ARR hat OpenAI für den Werbebereich inzwischen erreicht.

Jetzt wird das Werbegeschäft noch weiter ausgebaut. Die Werbetreibenden erhalten ein neues bildzentriertes Werbeformat und eine ganze Reihe neuer Messlösungen für die Performance-Analyse.



ChatGPT Ads expandieren:

Werbung erreicht inzwischen mehr als 60 Märkte

Weißes OpenAI-Logo auf orangefarbenem Verlaufshintergrund zum als „Critical“ eingestuften AI-Modell Astra.
© OpenAI via Canva


Das ist das neue Werbeformat: Mit Bildern auf ChatGPT zeigen, was das Produkt kann

Mithilfe des neuen Bildformats für ChatGPT Ads können Advertiser in einer Art Karussell verschiedene Visuals integrieren. Diese sollen den Usern dabei helfen, zu erkennen, wie ein Produkt oder eine Leistung in ihrem Alltag oder in einem typischen Nutzungskontext aussehen könnte. Was enthält zum Beispiel die Sendung von Lebensmitteln, wie sehen die Zutaten aus, wenn man ein Gericht damit kocht? Das könnte der Advertiser für ein solches Produkt anzeigen. OpenAI möchte damit das bezahlte visuelle Storytelling vorantreiben – und den eigenen Umsatz gleich mit.

So sieht das neue visuelle Werbeformat von OpenAI aus, © OpenAI, Smartphone Mockups mit Ads vor blauem Hintergrund
So sieht das neue visuelle Werbeformat von OpenAI aus, © OpenAI

Das Anzeigenformat wird während der Bildgenerierung direkt auf ChatGPT eingesetzt. Dort können es die ersten Advertiser jetzt testen, zunächst allerdings nur in den USA. OpenAI erklärt schließlich noch, dass die Ads klar als Werbung gekennzeichnet werden und vom erzeugten Bild getrennt bleiben. Die Werbung soll den Antwort- und Ausgabekontext ChatGPTs dabei nicht verändern.

Wohin die Reise der ChatGPT Ads im visuellen Kontext schon bald gehen könnte, zeigt ein weiteres neues Feature für ChatGPT. User können mit einem Try-on Tool jetzt Kleidung virtuell anprobieren. Im Kontext einer solchen Option ließe sich künftig ebenfalls Werbung integrieren.

Drei ChatGPT-Ansichten zeigen einen schwarzen Faltenrock, das Hochladen eines Selfies und das generierte Virtual Try-on an einer Person.
Virtual Try-on auf ChatGPT, © OpenAI

Mehr Measurement, mehr Brand Suitability für ChatGPT Advertiser

Neben dem neuen Anzeigenformat setzt OpenAI derzeit stark auf den Ausbau der Werbesicherheit und der Analyse von Ads auf ChatGPT. Zum einen bietet das Unternehmen schon jetzt Werberichtlinien, die als erster Schutzwall dienen sollen. Sie verbieten beispielsweise Gewalt, Waffen, Obszönität und regulierte Waren grundsätzlich. Die Richtlinien werden automatisiert geprüft und durch menschliche Audits ergänzt. Zum anderen liefert OpenAI gemeinsam mit DoubleVerify (DV) und Integral Ad Science (IAS) neue Pilotprojekte zur Bewertung der Brand Suitability. Lidiane Jones, CEO von Integral Ad Science, erklärt dazu:

Mit der Ausweitung von Werbung auf KI-basierte Umfelder müssen Marketingverantwortliche darauf vertrauen können, dass Schutzmaßnahmen für Marken dauerhaft und einheitlich greifen und auch bei großem Umfang funktionieren. Die unabhängige Bewertung durch IAS wird untersuchen, wie sich die Schutzvorkehrungen von OpenAI in einer breiten und sich weiterentwickelnden Palette von Szenarien bewähren. Das gibt werbenden Unternehmen mehr Transparenz über den Schutz ihrer Marken und die Eignung des Werbeumfelds, während die Vertraulichkeit tatsächlicher Gespräche gewahrt bleibt.

Wer sich schließlich für Werbung auf ChatGPT entscheidet, weil das Umfeld als sowohl relevant als auch sicher eingeordnet wird, erhält fortan noch mehr Möglichkeiten zur Messung der Anzeigen-Performance. So sorgen Integrationen mit Hightouch, Tealium und LiveRamp jetzt dafür, dass Advertiser Conversion-Daten aus ihren bestehenden Systemen an ChatGPT Ads übermitteln können. Außerdem werden diverse Attributionsunternehmen für den Web- und App-Bereich miteinbezogen. Dazu gehören Unternehmen wie AppsFlyer, Triple Whale, Adjust, DV Rockerbox, Northbeam, Branch, Singular, Kochava, Airbridge und Tenjin. Die Kooperation mit diesen ermöglicht Lösungen für die Conversions API, die Berichterstattung und die Klick-Attribution. Zusammen mit Fospha, Measured und INCRMNTAL wiederum werden Messverfahren für Kaufprozesse via ChatGPT zur Verfügung gestellt. Mit Haus, Measured und WorkMagic wird indes an der Messung der Inkrementalität der Ads gearbeitet.

Einige erste Testergebnisse hat OpenAI bereits geteilt. So lagen bei WeightWatchers laut DV Rockerbox die attribuierten Kosten pro Akquisition bei ChatGPT Ads um 15,3 Prozent unter dem zusammengefassten Vergleichswert für bezahlte Suchanzeigen des Unternehmens.

Und laut Triple Whale besuchten 93 % der Menschen, die über ChatGPT Ads zu Portland Leather gelangten, die Website zum ersten Mal.

Solch positive Werte sind keine Überraschung bei einer Promotion der eigenen Werbelösungen. Advertiser werden sich also auf ihre eigenen Experimente und Messwerte verlassen müssen, um das Performance-Versprechen der ChatGPT Ads auf Herz und Nieren zu testen. Dafür gibt ihnen OpenAI allerdings mehr Möglichkeiten denn je an die Hand.

Diese Unternehmen unterstützen OpenAI bei der Werbeoptimierung, © OpenAI, Liste von Unternehmen vor Farbverlauf im Hintergrund
Diese Unternehmen unterstützen OpenAI bei der Werbeoptimierung, © OpenAI

In einem dedizierten Beitrag des OpenAI Ads Blogs werden die neuen Measurement-Optionen im Detail vorgestellt. Darin wird auch bekanntgegeben, dass das Unternehmen gemeinsam mit Kantar und Cint die Wirkung von ChatGPT Ads auf die Markenresonanz mit neuen Metriken testet. Wie gut kommen also die Anzeigen an, die User beim Chat oder bei der Bilderstellung zu sehen bekommen? Bald wissen Werbetreibende und OpenAI deutlich mehr.



Sponsored Agents für ChatGPT Ads und Anzeigen mit ChatGPT Work kreieren

Verweis zu einem weiteren Artikel: Sponsored Agents für ChatGPT Ads und Anzeigen mit ChatGPT Work kreieren
© OpenAI via Canva


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