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Promoted Pins auf Pinterest – Das Netzwerk mit der etwas anderen Werbung

Promoted Pins sind auf Pinterest seit Kurzem kostenpflichtig. Warum sich die Investition lohnen könnte und wie User zur Verbreitung beitragen.

© Robert Kneschke | fotolia.com

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Das Online Pinboard, das sich lieber als Suchmaschine denn als soziales Netzwerk sieht, bietet Advertisern eine Plattform zum Werben mit Aussicht auf erfolgversprechende Kampagnen. Nach dem Verbannen von Affiliate-Links und der geplanten Einbindung eines Buy-Buttons zeigt sich, dass das Netzwerk sich monetarisieren will. Unternehmen können sich Pinterest mit Promoted Pins samt seiner User zur Erhöhung der Reichweite sowie der Conversion Rate zunutze machen: denn ohne Werbung funktioniert die Plattform nicht. Das Netzwerk hat nun aber keinen Verlust an Usern zu befürchten – im Gegenteil: diese pinnen Anzeigen durchaus aktiv an ihre Pinboards, und zwar vollkommen eigennützig.

Werbung? Ja, bitte!

Derzeit etwas mehr als 70 Millionen Pinterest Nutzer, von denen über 80 Prozent weiblich und 84 Prozent aktive User sind (aktiv bedeutet in diesem Zusammenhang regelmäßiges Einloggen), nutzen das Pinboard für ihre eigenen Wünsche und als Inspiration für Künftiges, weshalb Pinterest sich für die Platzierung von Werbung sehr gut eignet und ohne diese auch gar nicht auskäme. Evan Sharp, Gründer von Pinterest, sieht das Portal als eine Art „Mental Space“ für seine User, der Interessen und Vorlieben reflektiert: treffen sie während ihrer Journey auf Produkte, die ihnen gefallen oder die sie gern zu einem späteren Zeitpunkt erwerben würden, können User die Gegenstände an eine ihrer Pinboards pinnen. Was dem Nutzer eigentlich dazu dient, ihn nicht vergessen zu lassen, was er sich bei Gelegenheit zulegen möchte, wird auf eine möglichst schöne Weise aufbereitet. Denn die Pinboards dienen ähnlich den Timelines verschiedener sozialer Netzwerke der eigenen Präsentation anderen Usern gegenüber und werden daher stets gepflegt. Und weil Advertiser großen Wert auf ein gutes Aussehen ihrer Anzeige und ein punktgenaues Targeting legen, ist Pinterest ein guter Ort für sie.

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Ästhetisch und stichhaltig

Pinterest-User stellen einen Anspruch an Ästhetik ihrer Pins. Soll ein Produkt demnach bei den Nutzern der Plattform ankommen und häufig geteilt werden, sollte die Darstellung des Produktes entsprechend gestaltet sein.

© Pinterest.com

Uhr von Larsson and Jennings geteilt von diversen Usern © Pinterest.com

Der Vorteil für Advertiser liegt in dem gepflegten Umfeld der Werbung. User von Pinterest sind sehr darauf bedacht, ihren Followern eine ansprechende Seite zu liefern, weshalb dort präsentierte Produkte für den Advertiser praktisch kostenlose Werbung sind. Ein weiterer Vorteil an einem oft geteilten Produkt ist natürlich auch die Zunahme der Reichweite. Produkte, die von einem User gepinnt wurden, können immer weiter geteilt und gerepinnt werden, wie auf dem oberen Bild zu sehen. Beim Anklicken eines gepinnten Bildes wird der Nutzer überdies direkt zum Shop des Herstellers geleitet, was dem Betreiber Referral Traffic beschert.

© larssonandjennings.com

Landing Page nach dem Klicken des obigen Bildes © larssonandjennings.com

Dass die Nutzer auf Pinterest von ihnen favorisierte Dinge pinnen, hat auch den Nebeneffekt einer Empfehlung für weitere Nutzer: Testimonials erhöhen die Authentizität und führen somit zu einer höheren Akzeptanz von Produkten. Aufgrund dieser Hilfestellung von echten Usern, kann sich entsprechend auch die Conversion Rate steigern.

Umsätze mit Promoted Pins generieren

Obwohl Pinterest lange darauf verzichtete, sich mit den Werbeeinnahmen zu finanzieren, muss das Netzwerk allmählich Umsätze generieren. Mit der letzten Finanzierungsrunde konnte Pinterest nun insgesamt 764 Millionen Dollar sammeln, weshalb die Plattform sich nun monetarisieren will und die Barrieren für Promoted Pins gleichzeitig erhöht werden müssen.

Bislang konnte jedes Unternehmen Promoted Pins unentgeltlich auf dem Netzwerk verbreiten und von der Reichweite profitieren. Um möglichst hohe Beträge zu sammeln, legte Pinterest den Fokus während der Finanzierungsrunden auf eine positive Bewertung (derzeit bei etwa 11 Milliarden Dollar) und das Potential der Plattform und nicht auf das Erzielen möglichst hoher Umsätze.

Hohe Kosten, höherer Nutzen

Nachdem große Werbebudgets bereits in Social Advertising fließen und die Umsätze aus Social Media sich bis 2018 laut Prognosen verdreifachen werden, verlangte Pinterest während der Testphase der Promoted Pins zwischen 1 Million und 2 Millionen Dollar von den teilnehmenden Unternehmen, inklusive einer CPM in Höhe von 30-40 Dollar.

Obwohl das nach einem großen Betrag klingt, könnte sich die Investition lohnen: die Anzeigen sind von echten Pins kaum zu unterscheiden und werden den Usern als Native Ads auf ihren „Newsfeeds“ neben den organischen Pins, gemäß ihrer Interessen, angezeigt. Zusätzlich hat der Advertiser Einblick in die Nutzerdaten und kann genau nachvollziehen, wie häufig ein Produkt gerepinnt wurde. Und nicht zuletzt zahlt der Werbetreibende für das Schalten der Werbung nur einmal, viral repinnen wird sich das gewünschte Produkt mit Glück selbst.

Nutzt ihr Pinterest bereits für euer Unternehmen? Welche Erfahrungen habt ihr damit gemacht?

Über Tina Bauer

Tina Bauer

Studierte Sozialwissenschaftlerin mit Hang zu Online und Marketing. Seit 2014 als Redakteurin & Content Managerin bei OnlineMarketing.de.

Ein Gedanke zu „Promoted Pins auf Pinterest – Das Netzwerk mit der etwas anderen Werbung

  1. Alexander

    Nach den Erfahrungen mit twitter und facebook, wird es für pinterest schwer sein, genug werbende kunden zu locken, weil diese werbung evtl. nur für große konzerne sich auszahlt.

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