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Facebooks „Add a Link“-Button: Eine Kampfansage an Google, die auch Publisher bedroht

Mobile User freuen sich über ein neues Feature zur Link-Suche in der Facebook-App. Google und Publisher haben deutlich weniger Grund zur Freude.

© GVS - Fotolia.com

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Facebook testet eine neue Funktion, welche die Online Marketing Welt in Aufruhr versetzt. Das „Add a Link“-Feature in der mobilen App sorgt dafür, dass User die Plattform für die Suche nach einem Link, den sie teilen möchten, in den meisten Fällen nicht mehr verlassen müssen.

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Add a Link…and stay on Facebook

Josh Constine, Senior Writer auf TechCrunch, macht auf dem Newsportal auf einen Testlauf des Zuckerberg-Netzwerkes aufmerksam, der momentan in den USA auf einigen iOS-Geräten sichtbar wird. Den ausgewählten Nutzern steht ein „Add a Link“-Button zur Verfügung, mit denen der Status durch Links angereichert werden kann – und das dank einer Suche innerhalb der App. Zu einem Stichwort listet das soziale Netzwerk mögliche Inhalte von externen Seiten inklusive einer Preview auf, die scheinbar nach Interessen des Users und Beliebtheit auf Facebook sortiert sind.

© TechCrunch

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Ein kleiner Schritt weg von Google, jedoch keine Alternative

Der Hintergedanke ist dabei wohl ebenfalls ein Ausbooten des Suchmaschinengiganten Google. Die Google-Suche nach der Meldung, die der User im Kopf hat, sowie das entsprechende Copy & Paste, das bislang gängige und umständliche Praxis ist, entfällt oftmals durch den neuen Button. Somit greift das Social Network zwar unbestritten einen Teil des Traffics ab, jedoch bietet Facebook auch mit einer Billion indexierten Links keine echte Alternative zu Google. Die Seiten, die aufgelistet werden, müssen zunächst auf der Plattform aufgetaucht und somit in den Kosmos von Facebook gelangt sein.

Facebook bedrängt Publisher – mehr Daten, weniger Klicks für Content

Das funktioniert bis dato nur mit Unterstützung der User und vor allem mithilfe von Publishern. Facebook versucht Newsseiten dazu zu bewegen, dass sie ihren Content direkt auf dem Social Network veröffentlichen. Im Zuge dessen fand auch eine Veränderung an dem Algorithmus des Newsfeeds statt, der nun die Posts von Publishern benachteiligt. Falls die Portale der Aufforderung des sozialen Netzwerks nachkommen, generieren Nutzer dank des Buttons bald noch mehr wertvolle Daten, die Advertisern zu Targeting-Zwecken zur Verfügung gestellt werden können.

Markus Baier eSP_2Gleichzeitig könnte sich für Publisher darüber hinaus eine schon länger bestehende Problematik verschärfen, auf die Markus Baier, Geschäftsführer eSales Performance Marketing, hinweist. So führt das Freigeben des Contents und im gleichen Zuge der Ausbau der internen Suche dazu, dass immer mehr Nutzer Inhalte verbreiten, da sie einfacher zugänglich werden. Das sollte Webseiten im Allgemeinen freuen, doch oftmals reicht den anderen Usern ein Blick auf die Headline, das Vorschaubild und Text-Snippet aus, um eine Meldung zu verarbeiten und klicken im Endeffekt nicht auf den Link. Die verlinkte Website geht leer aus, muss auf Traffic verzichten und sinkende Click-Through-Rates hinnehmen. Diese Diskussion dürfte mit einem Rollout des „Add a Link“-Buttons befeuert werden.

Facebook hingegen streicht zusätzliche Werbeeinnahmen ein. Gerade auf mobilen Geräten ist das größte soziale Netzwerk Vorreiter, was die Monetarisierung von Traffic betrifft und Mobile Advertising macht den Großteil des Umsatzes aus. Die steile Kurve soll anscheinend mit allen Mitteln zum weiteren Wachstum angeregt werden.

Quelle: TechCrunch

5 Gedanken zu „Facebooks „Add a Link“-Button: Eine Kampfansage an Google, die auch Publisher bedroht

  1. Tierportraits Michaela Brell

    Mein Name ist Michaela Brell und ich wohne in der Nähe von Fulda. Seit Januar 2014 biete ich fotorealistische und vor allem authentische Tierportraits an.

    Mir ist es sehr wichtig, dass man bei meinen handgefertigten Hundeportraits, Katzenportraits & Pferdeportraits erkennt, was für eine Seele das Tier hat. Und diese spiegelt sich ja bekanntlich in den Augen wieder.

    Herzliche Grüße
    Ihre
    Michaela Brell von DogiArt
    Tierportraits, Tierzeichnungen und Porträtzeichnungen

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  2. Kontaktformular

    Hallo Mark,

    dass Facebook keine Alternative für Google darstellt, ist klar. Dass aber nun Facebook-User, die einen Link teilen möchten, in den meisten Fällen nicht mehr den Umweg über Google nehmen müssen, dürfte die Suchmaschine deutlich Traffic kosten.

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  3. Sebastian Koch

    Das Problem ist doch viel mehr, dass Publisher welche sich darauf einlassen die Inhalte direkt in FB zu platzieren sich damit langfristig von dem Netzwerk abhängig machen. Wenn ein Publisher wie Golem.de sich z.b. darauf einlassen würde, fallen dort die Besucherzahlen. Das hat zwar im ersten Moment keine direkten Auswirkungen auf die Werbeeinnahmen (die soll es ja auch von Facebook geben), aber es nimmt die Möglichkeit eigene WerbeInhalte (Content Marketing?) zu entwickeln und darzustellen, Beispielsweise ein interessantes Video zum Thema in der Sidebar.
    Die Daten werden ebenfalls an das Netzwerk abgetreten (egal ob genutzt oder nicht)

    Es ist wieder die typische Unterwerfung wie auch bei Google ein paar Jahre zuvor, man generiert dort einnahmen also macht man sich komplett von dem algorhythmus des Netzwerkes abhängig und stellt keine Fragen. Langfristig gesehen Sicherlich für viele Publisher ein hara-kiri, wenn man daran denkt was man mit den Nutzern auf der eigenen Seite alles machen kann.

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  4. Mark

    Ich verstehe die Herleitung zu „muss auf Traffic verzichten“ nicht. Wenn User freiwillig Links posten, was sie sonst nicht machen würden – erhöht das doch die Chance für Klicks. Wenn dann nicht alle klicken, weil ihnen das SnipIt reicht, geht doch trotzdem kein Traffic verloren sondern bleibt immer bei x+n ?

    Und das Google und Facebook unterschiedliche Usecases haben, sollte auch hier angekommen sein – von daher sehe ich keinen Angriff auf die Suchmaschine

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    1. Anton PriebeAnton Priebe Artikelautor

      Hallo Mark,

      dass Facebook keine Alternative für Google darstellt, ist klar. Dass aber nun Facebook-User, die einen Link teilen möchten, in den meisten Fällen nicht mehr den Umweg über Google nehmen müssen, dürfte die Suchmaschine deutlich Traffic kosten.

      Andererseits ist der Hinweis auf sinkende Click-Through-Rates eine Theorie, die sich erst in der Praxis prüfen lässt. Es geht hier auch um den allgemeinen Trend, der beispielsweise bei der Snippet-Verwertung in den Google-News als problematisch gesehen wird (abseits von der rechtlichen Situation).

      Gruß

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