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Keiner macht Geld mit Mobile, nur Facebook – die verdienen Milliarden

69 Prozent der Werbeeinnahmen Facebooks stammen aus mobilen Ads. Doch warum verdient das soziale Netzwerk dort dermaßen viel Geld, wo andere scheitern?

© michalpecek - Fotolia.com

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Die aktuellen Geschäftszahlen für das vierte Quartal 2014 von Facebook verdeutlichen wie noch nie, dass das Unternehmen den Mobile-Boom gemeistert hat wie kein anderes. Der Löwenanteil des beachtlichen Umsatzes stammt aus mobiler Werbung. Was ist also das Besondere an der Strategie des Zuckerberg-Netzwerks?

Erfolgreiches Jahr trotz hoher Ausgaben

In Q3 feierte Facebook, dass zum ersten Mal eine Milliarde US-Dollar monatlich umgesetzt wurde. Dieser Trend setzt sich fort –  der Umsatz des größten sozialen Netzwerks stieg im vierten Quartal im Vergleich zum Vorjahr um 49 Prozent auf 3,85 Milliarden US-Dollar. Der Nettogewinn betrug 701 Millionen Dollar und ist somit um ein gutes Drittel höher als noch 2013.

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12,46 Milliarden Dollar Umsatz generierte Facebook im Gesamtjahr 2014, im Vorjahr waren es 7,87 Milliarden. Der Gewinn hat sich ebenfalls knapp verdoppelt und spült 2,94 Milliarden Dollar in die Kassen. Investitionen in Oculus und WhatsApp machten sich jedoch auch bemerkbar. Die Ausgaben stiegen in Q4 wie bereits von Zuckerberg angekündigt enorm: im Jahresvergleich um 87 Prozent auf 2,72 Milliarden US-Dollar.

Mobile-Phänomen Facebook

Besonders das 53-prozentige Wachstum der Werbeeinnahmen ist beeindruckend: 3,59 Milliarden Dollar des Umsatzes stammen aus Werbung – Mobile macht stolze 69 Prozent davon aus. Während der Anteil aus Desktop-Werbung relativ konstant bleibt, wächst der Profit aus mobiler Werbung unaufhaltsam.

Die meisten Marketer tun sich ansonsten sehr schwer, mit Herzblut in den Mobile-Sektor einzusteigen. Die Preise für Werbeflächen sind noch gering, die Margen dementsprechend klein. Die Entwicklung von Facebook ist das Ergebnis von einer exzellenten Technologie wie Markus Baier, Geschäftsführer eSales Performance Marketing, weiß:

Markus Baier eSP_1

Beim FB-Mobile Erfolg wird die Schönheit von einem Device-übergreifenden Login-Effekt deutlich. Es ist die Relevanz von Werbebotschaften auf User Seite und die Verbindung von User-spezifischen Targeting-Daten auf der Seite der Werbetreibenden, die über alle Devices hinweg eine effiziente Kampagnen Aussteuerung ermöglicht. Der stetig wachsende Wettbewerb um die Platzierungen und eine damit unweigerlich verbundene, kontinuierliche Preissteigerung dieser kommen FB da natürlich zu Gute – egal ob auf dem Desktop oder eben Mobil.

Im Prinzip ist es also nicht wichtig, auf welchem Screen die Werbebotschaft ankommt. Es ist nicht der Mobile-Kanal an sich, der für Advertiser interessant ist. Es geht um das gute, auf einem riesigen Datensatz basierende Targeting, das zielgenaue Aussteuerung und eine damit verbundene Relevanz der Ads ermöglicht. Darüber hinaus sorgt ein übergeordnetes Tracking für eine ausgezeichnete Analyse. Dies erlaubt es, Marketern effizienter zu werben und mehr Budget für Facebook aufzuwenden – und der Wettbewerb zieht an. Die angekündigten Pläne mit der Integration von Atlas dürften für noch mehr Aufregung sorgen.

16 Millionen aktive Mobile-User allein in Deutschland, die sich per App in das soziale Netzwerk einloggen und somit die Ads auf dem Sektor stark in die Höhe treiben, spielen dem Ganzen natürlich in die Hände und lassen die Kurve stetig ansteigen.

© Holger Schmidt, FOCUS

© Holger Schmidt, FOCUS

Wachsende mobile Userbase 

Ein entscheidender Faktor für den Erfolg ist wie bereits angespochen die gewaltige Userbase des Social Network Riesen. Facebook verzeichnet laut Quartalsbericht global insgesamt 1,39 Milliarden monatlich aktive User und die Hälfte davon nutzt ausschließlich Smartphone oder Tablet, um auf die Plattform zuzugreifen. Die Anzahl der Mobile-User steigt kontinuierlich: das soziale Netzwerk kann 1,19 Milliarden Nutzer, die einmal im Monat mobil aktiv sind, vorweisen – also ein ganzes Viertel mehr als noch in Q4 2013. Beachtliche 745 Millionen Benutzer loggen sich dabei täglich mit ihrem mobilen Endgerät ein.

Auszüge aus dem Quartalsbericht Q4 2014:

Fourth Quarter 2014 Financial Highlights

Revenue – Revenue for the fourth quarter of 2014 totaled $3.85 billion, an increase of 49%, compared with $2.59 billion in the fourth quarter of 2013. Excluding the impact of year-over-year changes in foreign exchange rates, revenue would have increased by 53%.

  • Revenue from advertising was $3.59 billion, a 53% increase from the same quarter last year. Excluding the impact of year-over-year changes in foreign exchange rates, revenue from advertising would have increased by 58%.
  • Mobile advertising revenue represented approximately 69% of advertising revenue for the fourth quarter of 2014, up from approximately 53% of advertising revenue in the fourth quarter of 2013.
  • Payments and other fees revenue was $257 million, a 7% increase from the same quarter last year.

[…]

Net income and EPS – GAAP net income for the fourth quarter of 2014 was $701 million, up 34% compared to $523 million for the fourth quarter of 2013. Excluding amortization of intangible assets, share-based compensation and related payroll tax expenses, and income tax adjustments, non-GAAP net income for the fourth quarter of 2014 was $1.52 billion, up 86% compared to $814 million for the fourth quarter of 2013. GAAP diluted EPS was $0.25 in the fourth quarter of 2014, up 25% compared to $0.20 in the fourth quarter of 2013. Excluding amortization of intangible assets, share-based compensation and related payroll tax expenses, and income tax adjustments, non-GAAP diluted EPS for the fourth quarter of 2014 was $0.54, up 69% compared to $0.32 in the fourth quarter of 2013.

Ausgewählte Slides aus dem Report:

© Facebook

© Facebook

© Facebook

© Facebook

Den offiziellen Report und die vollständigen Slides findet ihr hier: Facebook Earnings.

2 Gedanken zu „Keiner macht Geld mit Mobile, nur Facebook – die verdienen Milliarden

  1. Matthias Mann

    Ich glaube nicht, das man so einfach sagen sollte, das niemand mit Mobile-Marketing Geld verdient. Webseiten lassen sich sehr einfach so optimieren, dass man sie sowohl am Desktop als auch auf dem Smartphone gut nutzen kann. Wer dieses erkannt und umgesetzt hat, der profitiert ganz automatisch von der mobilen Online-Welt, die ja sicherlich noch wachsen wird.

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  2. Horst Strub

    Google Ad Sense mag am Anfang recht gut sein, aber über kurz oder lang
    wird der Account gesperrt und man muß sich neue Wege suchen , zum Beispiel
    einen aktiven Listenaufbau, denn das Geld liegt in der Liste….
    BG
    Horst Strub

    Antworten

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