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Nach Chaos in Washington: Twitter und Amazon gehen gegen Verschwörungsgruppe QAnon vor
© Wesley Tingey - Unsplash

Nach Chaos in Washington: Twitter und Amazon gehen gegen Verschwörungsgruppe QAnon vor

Nadine von Piechowski | 12.01.21

Bei den Gewalttaten in Washington, D.C. waren auch QAnon-Anhänger:innen präsent. Twitter hat daher begonnen, Accounts der Verschwörungsgruppe zu löschen. Amazon entfernt derweil sämtliche QAnon-Konten und -Produkte von der Plattform.

Ganze 70.000 Twitter Accounts wurden in den vergangenen Tagen gelöscht, weil sie eine Verbindung zu der Verschwörungsgruppe QAnon aufwiesen. Das verkündete der Kurznachrichtendienst via Blogpost. In diesem schreibt Twitter:

Following the horrific events in Washington, DC, last week, here are some of the steps we’ve taken to protect the conversation on our service […] . Since Friday, more than 70,000 accounts have been suspended as a result of our efforts, with many instances of a single individual operating numerous accounts. These accounts were engaged in sharing harmful QAnon-associated content at scale and were primarily dedicated to the propagation of this conspiracy theory across the service. 

Am 06. Januar drangen Trump-Anhänger:innen gewaltsam in das Capitol in Washington, D.C. ein. Darunter befanden sich viele Vertreter:innen des QAnon-Verschwörungsmythos. Der amtierende US-Präsident griff während seiner Amtszeit immer wieder Behauptungen der Verschwörungsgruppe auf und verbreitete diese nicht zu Letzt über Twitter.

Der Publisher Mashable bezeichnete die jetzigen Bemühungen der Social-Media-Plattform als „laughably too late“ und spielt damit darauf an, dass die Verbreitung von Verschwörungsmythen viel früher hätte eingedämmt werden müssen. So hätte der Sturm auf das Capitol vielleicht erst gar nicht stattgefunden.

70.000 Accounts weniger, die die QAnon-Verschwörungsmythen auf Twitter verbreiten

Dass Twitter bereits 70.000 Konten, die in Verbindung mit der QAnon-Verschwörungsgruppe standen, gelöscht hat, bedeutet nicht, dass es nun 70.000 weniger Anhänger:innen des Mythos auf der Plattform gibt. Diese Accounts können die Desinformationen der QAnon-Gruppe, die ihren Ursprung auf der Plattform 4Chan hat, nur nicht mehr in dem sozialen Netzwerk verbreiten. Viele Schlüsselfiguren der Bewegung wurden von der Plattform entfernt. Auch andere Accounts verzeichneten nach Twitters Aufräumaktion einen erheblichen Follower-Verlust. Für davon betroffene Kontobetreiber:innen ist dies ein guter Zeitpunkt, um zu reflektieren, warum bis jetzt überhaupt sie so viele Abonnent:innen mit QAnon-Bezug hatten.

Twitter ging im vergangenen Jahr bereits stärker gegen Anhänger:innen des QAnon-Verschwörungsmythos vor. Im Juni 2020 begann die Social-Media-Plattform, Aktivitäten der Gruppe zu blockieren.

Amazon möchte QAnon vom Marktplatz verbannen

Der E-Commerce-Riese reagiert ebenfalls auf die Ereignisse in Washington, D.C. Nachdem Amazon bereits die Twitter-Alternative Parler sperrte, beginnt die Plattform nun, Produkte und Verkäufer:innen mit klarem QAnon-Bezug zu entfernen. Die New York Times berichtet, dass beispielsweise Bücher, Flaggen, Bekleidung und anderes Merchandise der Verschwörungsgruppe in den kommenden Tagen verbannt werden sollen. Kritische Stimmen sagen, dass auch diese Maßnahme zu spät in die Wege geleitet wurde. Denn dass die Verschwörungsgruppe im Zusammenhang mit Gewalttaten steht, ist bereits seit ihrem Bestehen bekannt.

Hintergrund: Trump-Anhänger:innen drangen ins Capitol ein

Zum Jahresbeginn 2021 stürmten zahlreiche Trump-Anhänger:innen gewaltsam den Senatssitz in Washington, D.C., nachdem sie mehrfach von Donald Trump via Social Media dazu angestachelt wurden. Der US-Präsident behauptete mehrfach in den vergangenen Monaten, dass die Demokraten die US-Präsidentschaftswahl manipuliert haben – ohne jeglichen Beweis. Angetrieben von Trump protestierten seine Anhänger:innen vor dem Capitol gegen die Zertifizierung des Wahlsiegs des Demokraten Joe Biden. Hier eskalierte die Situation. Mehrere Menschen wurden verletzt, vier kamen nach Angaben der Tagesschau ums Leben. Donald Trump wurde aufgrund seiner klaren Verbindung zu der Gruppe mittlerweile von nahezu allen Social-Media-Plattformen verbannt.

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