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Technologie
Google passt seine Werbe-SDK an neuen Tracking-Schutz bei iOS 14 an
Einwilligungsanfrage zum Tracking in der iOS App, © Google

Google passt seine Werbe-SDK an neuen Tracking-Schutz bei iOS 14 an

Niklas Lewanczik | 02.09.20

Mit iOS 14 müssen Entwickler gezielt die Einwilligung von Usern einholen, um Daten wie die Werbe-ID für das Tracking nutzen zu können. Google gibt Entwicklern nun Hinweise, wie sie sich darauf einstellen sollten.

Apples Bekanntgaben zum Launch von iOS 14, der diesen Herbst durchgeführt werden soll, haben Mobile Marketer aufgeschreckt. Denn die Entwickler müssen nicht nur für ihre Apps und verknüpfte Dienste Dritter im App Store genau angeben, welche Daten sie wie tracken. Auch die explizite Einwilligung der User zum Tracking wird erforderlich, ebenso die Angabe eines Grunds für das Tracking. Eingeholt werden kann die Einwilligung über Apples neues AppTrackingTransparency Framework.

Während Facebook Apples Änderungen kritisierte und im jüngsten Quaratalsbericht als „aggressive platform policies“ titulierte, versucht Google die Advertiser des eigenen Werbenetzwerks auf die Neuerungen einzustellen. Dafür liefert das Unternehmen ein Hilfedokument und rät zur Integration der neuen Google Mobile Ads SDK für iOS.

Um die Einwilligung zu bekommen: Google rät Entwicklern zu Erklärhinweisen in der App

Anders als Facebook, das als Folge des Updates auf iOS 14 negative Auswirkungen auf das Werbegeschäft fürchtet, hat Google bisher nicht öffentlich Stimmung gegen Apples neue Vorgaben gemacht. Stattdessen wurde die Google AdMob-Hilfe aktualisiert. Dort finden Entwickler nun eindeutige Hinweise darauf, wie sie sich auf die Herausforderungen, die iOS 14 für sie und ihr Werbegeschäft mit sich bringt, einstellen können.

Mit iOS 14 wird eine Nachfrage zur Einwilligung der User ins Tracking zwingend erforderlich. Nur so kann die Verwendung des IDFA (Identifier for Advertisers) legitimiert werden.

Apps für iOS fordern künftig die Einwilligung der User für Tracking, © Apple

Damit Entwickler diese Einwilligung auch erhalten, schlägt Google die Integration von Hinweisdialogen vor, die erklären, warum die User einwilligen sollten. Dabei könnten die Entwickler erklären, dass sie ihre App nur kostenlos anbieten können, wenn sie mit Werbung Geld verdienen können – wofür ein Tracking eine so wichtige Rolle spielt.

Ein Beispiel für einen Erklärungstext zur Genehmigungsanfrage zum Tracking über die App
Ein Beispiel für einen Erklärungstext zur Genehmigungsanfrage zum Tracking über die App, © Google

Wir empfehlen, einen Erklärungstext voranzustellen, der unmittelbar vor der Aufforderung zur Nutzereinwilligung eingeblendet wird. Dieser Text sollte u. a. erläutern, wie Sie die Nutzerdaten verwenden und wie der Nutzer personalisierte Anzeigen aktivieren kann,

heißt es in Googles Hilfedokument. Dort wird auch Schritt für Schritt erklärt, was Entwickler bei der Integration der Erklärungstexte alles beachten sollten, beispielsweise die Kompatibilität mit den in iOS verwendeten Schaltflächen. Die Informationen aus den Erklärungstexten könnten für User sehr wichtig sein. Immerhin bietet iOS 14 auch die Option, Tracking-Anfragen generell zu blockieren. Dann hätten Apps gar keinen Zugriff mehr auf die Advertising ID.

Was Entwickler außerdem beachten müssen

Neben den Erklärungstexten zur Tracking-Einwilligung fordert Google die Entwickler dazu auf, vor der Veröffentlichung von iOS 14 das aktuelle Google Mobile Ads SDK für iOS (Version 7.64 oder höher) für AdMob oder den Ad Manager zu installieren. Außerdem muss den eigenen iOS Apps die Berechtigung „AppTrackingTransparency“ hinzugefügt werden. Beide Schritte sind erforderlich, um „einen erheblichen Rückgang des Anzeigenumsatzes zu vermeiden“, so Google.

Wer seine iOS Apps also auf die drastischen Veränderungen in iOS 14 vorbereiten und Werbeeinbußen im Kontext von Googles Werbenetzwerk vorbeugen möchte, sollte Googles Maßnahmen zeitnah umsetzen. Informationen zur Konfiguration des SkAdNetwork-Frameworks von Apple, das Advertiser zur Performance-Prüfung von iOS Apps verwenden, findest du in Googles Dokument „Prepare for iOS 14+“. Alle weiteren Schritte und Tipps liefert Google in der AdMob-Hilfe. Die Befürchtung vieler App-Betreiber, dass durch Apples Vorgaben die Werbeumsätze zurückgehen könnten, dürfte jedoch trotz all solcher Vorbereitungen bestehen bleiben.


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