Dein wichtigster Touchpoint zur Digitalbranche.
Dein wichtigster Touchpoint zur Digitalbranche.
Social Media Marketing
Was tut Instagram wirklich gegen Betrug?
© mohamed Hassan - Pixabay

Was tut Instagram wirklich gegen Betrug?

Hauke Eilers | 23.10.19

Instagram kündigte Ende 2018 an, aktiv gegen Betrug vorgehen zu wollen. Doch wie erfolgreich sind die Bestrebungen seitens der Foto-Plattform tatsächlich?

Wer heutzutage Instagram verwendet, wird sie kennen: die Meldungen, dass man einer Gruppe hinzugefügt wurde. Beim Check der Benachrichtigung dann die Ernüchterung: es ist eine leicht bekleidete Dame, die wohl kaum ein echtes Interesse hat, und deren Gruppe – zum Glück – auch meist schnell wieder verschwunden ist. Hinzu kommen Bots, die automatisch unter Fotos mit speziellen Hashtags kommentieren, Fotos sofort nach dem Posten liken und viele weitere Mechanismen, die nicht gerade dafür bekannt sind, authentisch und echt zu sein. Doch warum ist das so? Instagram hatte doch erst im November vergangenen Jahres mitgeteilt, verstärkt gegen Betrug und nicht authentisches Vorgehen kämpfen zu wollen. Aber was tut Instagram inzwischen wirklich dagegen?

Während 2017 Fake-Shops bei Instagram „in“ waren und zahlreiche User um ihr Geld zu prellen versuchten, besteht heute immerhin noch die Möglichkeit, Fake Follower zu kaufen. Nicht nur für das eigene Profil, auch für fremde Profile. Anderen Usern entsteht hierdurch mitunter ein Schaden, es ist durchaus als Betrug einzustufen – und scheinbar tut Instagram aktiv gar nichts dagegen.

Fake News können gemeldet werden

Immerhin: Fake News kann man inzwischen nicht nur bei Facebook melden und überprüfen lassen, auch bei Instagram ist das möglich. Allerdings: derartiger Content wird bei Instagram nicht direkt entfernt. Lediglich im Explore Feed wird dieser nicht mehr ausgespielt.Nach einer sinnvollen Lösung sieht das nicht unbedingt aus.

Dabei änderte Instagram erst im Frühsommer seine Richtlinien für Accounts, die (vermehrt) gegen die Regeln des Netzwerks verstoßen. Damit wollte es sich Instagram leichter machen, Accounts zu sperren, die sich wiederholt nicht ans Regelwerk halten. Dazu gibt es auch eine Option, als betroffener User Widerspruch einzulegen.

„Follow/Unfollow“ reduzierte sich mit der Zeit. © hypeauditor.com

Doch bekämpft Instagram mit diesen Maßnahmen wirklich wirksam Betrug?

Immerhin: in Facebook-Gruppen häufen sich Meldungen von Usern, die seitens Instagram gesperrt wurden, weil sie in der Vergangenheit Drittanbietern Zugriff auf ihren Account gewährt hatten. Instagram scheint dabei allerdings (noch) keinen Unterschied zu machen, ob ein Dienst dabei hilft, Fotos zu liken oder „Follow/Unfollow“ zu betreiben oder aber das eigene Profil von „toten Profilen“ oder Fake-Accounts zu befreien.

Betrugsmaschen auf Instagram wechseln

Derzeit kann man wohl nur sagen, dass Instagram sich gegen Betrug einsetzt, dabei jedoch nicht wirklich große Erfolge vorweisen kann. Denn die dort genutzten Betrugsmaschen wechseln immer wieder. Wenn eine Methode keinen Erfolg mehr bringt, weil Instagram diese blockiert, wird eine neue Taktik entwickelt und angewendet. Statt Fake Shops sind es dann gekaufte Follower oder auch Gruppen, in denen vermeintlicher Erotik-Content wartet.

One way of fraud stops working and another comes to its place. We don’t know how long will it take Instagram to stop mass looking but we know exactly that after that new “growth hacks” will appear,

erklärt Alex Frolov, CEO of HypeAuditor. Viele der Methoden zielen dabei vor allem darauf ab, Reichweite zu generieren und möglichst viele Menschen zu erreichen. Bei allen Bemühungen, die Instagram dagegen bereits unternimmt, kommen immer noch viele Nutzer mit den Taktiken durch und können sich – zumindest zeitweise – einen Vorteil verschaffen.

Es liegt also ganz klar an Instagram oder dem Mutterkonzern Facebook, hier entgegenzuwirken und entsprechende Lösungen und Wege zu finden, mit denen man derartigen Instagram Fraud – also Betrug – eindämmen und reduzieren kann. Bei wieder und wieder wechselnden Methoden der Scammer und Betrüger gleicht dies einer Sisyphos-Arbeit. Einer Arbeit allerdings, die in jedem Fall auch notwendig und erforderlich ist. Immer und immer wieder.

Bernd Hower am 23.10.2019 um 12:15 Uhr

Danke für den tollen Artikel!
Ich (@berndhower) habe aktuell den Fall, dass sich eine Person (@jesse_watters023) mit meinen Bildern eine Community von über 10.000 Followern aufgebaut hat.
Diesen Account bin ich seit fast zwei Monaten bei Instagram am melden und habe leider bisher nur das Feedback von Instagram erhalten, dass die Person nicht gegen die Richtlinien verstößt. Als wäre das nicht schlimm genug, sind nun Leute auf mich zugekommen, die von diesem Account betrogen wurden (Bit-Coin Geschäfte). Instagram hat mich komplett im Regen stehen lassen und bietet mir hier keinerlei Unterstützung an mich zu schützen. Es ist einfach für mich schrecklich zu wissen, dass da ein Betrüger unterwegs ist, der sich als mich ausgibt und Leute über den Tisch zieht. Diese betrogenen Menschen werden mein Gesicht immer mit der Betrugsmasche in Verbindung bringen.
P.S. Der Account ist noch immer nicht gesperrt …

Antworten
Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*
*