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Social Media Marketing
TikTok tritt EU-Kodex gegen Hate Speech bei und zahlt Mitarbeitenden Boni
© Hello Im Nik - Unsplash

TikTok tritt EU-Kodex gegen Hate Speech bei und zahlt Mitarbeitenden Boni

Niklas Lewanczik | 09.09.20

Die populäre App verspricht Mitarbeitenden Bonuszahlungen in unsicheren Zeiten, während der Beitritt zum EU-Kodex gegen Hassrede die Seriosität der Plattform stärken soll.

ByteDance, das chinesische Unternehmen hinter der Kurzvideo-App TikTok, stellt Mitarbeitenden der App Boni in Aussicht, da die Arbeit angesichts der Herausforderungen, die nicht nur die Coronapandemie, sondern auch die Unsicherheit über die Zukunft der App in den USA für TikTok bedeuten. Während die Moral des Teams auf diese Weise gestärkt werden soll, möchte sich die Plattform auch deutlicher gegen jegliche Form von Hate Speech aussprechen. Daher tritt TikTok einem freiwilligen Verhaltenskodex der Europäischen Union gegen Online-Hassrede bei.

Bonuszahlungen für die harte Arbeit: Ein halbes Monatsgehalt obendrauf

Informationen eines internen Briefs zufolge, den Reuters einsehen konnte, möchte ByteDance Mitarbeitenden in Vollzeit, die im Juli und August insgesamt mindestens 26 Tage gearbeitet haben, einen Bonus zahlen. Dieser soll das halbe Monatsgehalt aus dem August betragen und einmalig ausgezahlt werden. Nähere Details gab ByteDance nicht bekannt, obwohl das Unternehmen das Vorhaben gegenüber Reuters bestätigte. Im Brief heißt es schlicht:

Thank you for your hard work and dedication.

Als Erklärung für die plötzliche Bonuszahlung gibt das Unternehmen an, dass man die Mitarbeitenden belohnen wolle, weil sie bei der Bekämpfung von Problemen, vor die die App durch Covid-19 und auch die Verfügung von US-Präsident Donald Trump – nach der TikToks US-Geschäft bis zum 15. September durch einen US-Konzern übernommen oder in den USA gesperrt werden soll – gestellt wurde, geholfen hätten. Eine Unternemensquelle gab gegenüber Reuters an:

The TikTok team and especially the deal team have been working day in and day out.

Die viele Arbeit bei TikTok ist angesichts der Unklarheit, ob das US-Geschäft nach dem 15. September weiter betrieben werden kann, gut nachvollziehbar. Bisher gibt es noch keine Übereinkunft für eine mögliche Übernahme. TikTok selbst geht gegen die Verfügung Trumps gerichtlich vor.

Vorgeworfen wird der App unter anderem von der US-Regierung, den Usern keinen ausreichenden Datenschutz bieten zu können. Ein weiterer Vorwurf lautet, dass unangemessene Inhalte nicht umfassend entfernt werden. Gegen letzteren Vorwurf möchte TikTok sich wappnen; der Beitritt zu einem Kodex gegen Hate Speech stellt einen entsprechenden Schritt dar.

Zusammen mit Facebook, Twitter und Microsoft: TikTok Teil des EU-Kodex gegen Hate Speech

Unternehmen wie Facebook, Microsoft, YouTube, Instagram und Twitter sind bereits Teil des EU-Abkommens gegen Hate Speech, nun gesellt sich TikTok dazu. Das geht aus einer Pressemeldung der Europäischen Kommission hervor. Didier Reynders, Justizkommissar der EU, sagte:

By signing up to our Code of Conduct, TikTok has demonstrated a firm commitment to tackling illegal hate speech online. The EU needs robust cooperation with such prominent actors to make the digital environment a safe place for all.

TikTok ist der neunte Partner des Kodex, der 2016 ins Leben gerufen wurde. Im Juni 2020 veröffentlichte die EU-Kommission eine Evaluation der Ergebnisse, zu denen der Kodex beigetragen haben soll. Demnach habe der Code of Conduct einen Beitrag dazu geleistet, dass IT-Unternehmen 90 Prozent des gemeldeten Contents binnen 24 Stunden prüfen, während 71 Prozent der Inhalte entfernt wurden, die als illegal oder Hate Speech klassifiziert wurden.

Die Vizepräsidentin der EU-Kommission, Věra Jourová, erklärte zum Beitritt TikToks:

Es ist gut, dass Tiktok dem Kodex beigetreten ist – ein Unternehmen, das vor allem von jungen Nutzern bevorzugt wird, die besonders von Online-Missbrauch und illegaler Hassrede gefährdet sind.

Das Commitment der Kurzvideo-App, beziehungsweise ByteDances, ist nur ein weiterer Moment in der rasanten Entwicklung der App. Unabhängig von der Unsicherheit, die TikTok derzeit in den USA umgibt, konnte die App im Jahr 2020 die Marke von zwei Milliarden Downloads knacken. Jüngst bekanntgegebene User-Zahlen zeigen unterdessen, dass TikTok global im Juli 2020 beinahe 700 Millionen User zählte – zum Vergleich: bei Instagram tummeln sich monatlich etwas mehr als eine Milliarde User.


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