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Social Media Marketing
Snapchat kopiert mit Spotlight Konkurrenz-App TikTok
© Snapchat

Snapchat kopiert mit Spotlight Konkurrenz-App TikTok

Aniko Milz | 24.11.20

Snapchat stellt das neue Feature Spotlight vor. Dieses ähnelt der Kurzvideo-App TikTok und bekommt einen eigenen Bereich in der Social App.

Nun ist es auch bei Snapchat so weit. Nachdem unter anderem Instagram mit Reels und YouTube mit YouTube Shorts die beliebte App TikTok kopierten, setzt nun auch Snapchat auf einen eigenen Bereich für Kurzvideos. Spotlight heißt die neue Funktion und ist genau genommen wie TikTok innerhalb der Snapchat App. Der Social-Media-Experte Matt Navarra teilte auf Twitter, wie Spotlight auf Snapchat aussieht.


Snapchat Spotlight: Vertikales Swipen durch den Feed

Wie im Video zu sehen ist, können User sich durch die kurzen Videos durchswipen. Und zwar nicht von rechts nach links, sondern von oben nach unten. Dieses vertikale Swipen durch bildschirmfüllende Inhalte hatte auch zuerst TikTok eingeführt, Reels von Instagram folgte. Vor einigen Monaten entdeckten einige User Snapchats Test der vertikalen Swipe-Bewegung. In dem Spotlight Feed sollen die Snaps von privaten und öffentlichen Profilen gleichermaßen angezeigt werden. User können beim Teilen eines Videos selbst entscheiden, ob sie es für den Spotlight Feed freigeben möchten. Statt ihr Video nur an ihre Story oder bestimmte Freunde zu senden, wird es demnach auch die Möglichkeit für User geben, Spotlight als Veröffentlichungsmethode auszuwählen. Die Snapchat Spotlights werden sich in einem fünften Tab finden, der in das Menü der App eingebaut wird. Über den Play Button unten rechts gelangen Nutzende zu dem Spotlight Feed.

Welche Videos können es ins Spotlight schaffen?

Doch nicht alle eingereichten Videos werden auch als Spotlight veröffentlicht. Hierfür müssen einige Kriterien erfüllt sein. In den Spotlight Guidelines zählt Snapchat diese detailliert auf. Unter anderem werden nur Videos berücksichtigt, die Ton haben, vertikal aufgenommen wurden und Original Content sind. Die Videos müssen den allgemeinen Guidelines folgen und dürfen keine Themen wie Alkohol, Glücksspiel oder Waffen enthalten. Sponsored Videos dürfen nicht eingereicht werden. Außerdem müssen Creator darauf achten, nur Musik zu nutzen, die aus Snapchats Licensed Library stammt. Besonders der letzte Punkt dürfte ein kluger Schachzug sein, denn so verhindert Snapchat, dass beispielsweise TikToks erneut hochgeladen werden, wie es derzeit bei Reels häufig der Fall ist.


Snapchat gibt den Nutzenden eine ganz besondere Incentivierung, um ihre Clips einzureichen: Eine Million US-Dollar soll am Tag zur Verfügung stehen und an die besten Spotlight Creator ausgezahlt werden. Die Gewinner werden nach View Count und anderen Faktoren bestimmt, die das Snapchat Team festlegt. Auch dieses Prinzip ähnelt TikTok. Die Kurzvideo-App hatte einen Creators Fund ins Leben gerufen, in dem 200 Millionen US-Dollar für TikToker zur Verfügung stehen.

Hallo, Einheitsbrei: Was ist der Unterschied zwischen Snapchat, Instagram, TikTok und Co.?

Zwar sind die meisten Inhalte auf Snapchat schon kurze Videos, doch damit, Videos von Accounts denen User noch nicht folgen, einen eigenen Platz zu geben, ist Snapchat relativ spät dran. Mit Spotlight pusht das Unternehmen dafür nun umso stärker in diese Richtung. So ist es beeindruckend, dass direkt Änderungen im Design eingeführt werden. Erst vor Kurzem führte Instagram den Reels Tab im Menü ein, dabei besteht das Feature auf Instagram schon länger. Spotlight hingegen wird gerade erst ausgerollt, doch der neue Menü-Button soll für User aus den USA, Kanada, Australien, Neuseeland, dem Vereinigten Königreich, Irland, Norwegen, Schweden, Dänemark, Deutschland und Frankreich ab sofort verfügbar sein.

Es ist nahezu erschreckend, wie sehr sich die großen Social-Plattformen mittlerweile ähneln. Allerdings muss dazu gesagt werden, dass Snapchat hier auch Vorarbeit geleistet hat. Schließlich stammt das Story Feature, das Facebook und Instagram nun erfolgreich für sich umgesetzt haben, ursprünglich aus der App. Außerdem kann man es den Unternehmen nicht vorwerfen, Features zu integrieren, die die User aus anderen Anwendungen gewohnt sind, um ihnen die bestmögliche Unterhaltung zu bieten. Doch wenn dies in doppelt und dreifach hochgeladenem Content ausartet, könnte das Resultat sein, dass User, die sich derzeit auf mehreren der Plattformen aufhalten, sich für eine entscheiden, um nicht immer wieder die selben Inhalte zu sehen.


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