Marketing Strategie

Veralteter CEO: Wenn dein Geschäftsführer in der Vergangenheit stecken geblieben ist

Einige CEOs verstehen die heutigen Marketing-Ansprüche und -Möglichkeiten noch nicht. 9 Indikatoren für einen rückständigen Boss.

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CEOs haben es nicht leicht. Meistens haben sie mehr Wirtschaftsfachwissen als direkt vom Marketing. Hinzu kommt, dass vor allem Online Marketing immer mehr technisch wird. Somit kann es vorkommen, dass der Geschäftsführer den Überblick über die aktuellen Trends verliert. Es fällt ihm schwer einzuordnen, was überhaupt möglich ist und was nicht. Dies führt dazu, dass seine Vorschläge teils unrealistisch oder auch rückständig sind.

Nataly Kelly von Hubspot hat Indikatoren zusammengefasst, die zeigen, dass euer CEO etwas Marketing-Nachholbedarf benötigt. Neun davon möchten wir euch im Folgenden vorstellen.

Social Media ist nutzlos

Zugegeben: Es ist schwer, deinen Chef davon zu überzeugen, dass Social Media Sinn macht. Die meisten Unternehmen generieren über die sozialen Plattformen am wenigsten Traffic. Auch das Argument, dass die “Social Signals” heutzutage ein Rankingfaktor für Google darstellen, ist für einige CEOs schon zu weit gegriffen und schwer nachvollziehbar. Für viele sind Facebook, Twitter, Google+ und Co. einfach noch immer ein neues, undurchsichtiges Feld.

Einzig und allein ein positiver ROI kann deinen Boss überzeugen. Zahlen lügen nun mal nicht. Der ist aber auch nicht immer vorhanden und dann bleibt dir nur noch ein Argument: Es kostet einfach nicht viel Zeit. Das ist wahr und unbestreitbar. Ein bis zwei Stunden investierte Arbeit in Social Media pro Tag genügen, um die Kundenbindung zu pflegen und geschickte Posts zu verfassen.

Mit diesem Content kannst du nichts verkaufen

Einigen CEOs fehlt der Blick in die Zukunft. Sicher, mit einigen Inhalten kann man nichts direkt verkaufen. Aber sie kreieren Traffic für eine lange Zeit, in der es dann zukünftig Sales hageln wird. Meistens kommen solche Sprüche in Stresssituationen. Die Bilanz für den Monat ist nicht gerade rosig und die Firma braucht noch schnell Verkäufe. Das funktioniert im Marketing leider nicht immer so einfach.

Um deinen Chef davon zu überzeugen, dass die Inhalte langfristig nützlich sind, hilft es, die Seiten, die zu einem Verkauf geführt haben, tabellarisch festzuhalten. So hast du etwas in der Hand und kannst zeigen, zu welcher Zeit, welcher Inhalt gewirkt hat.

Keiner versteht den Wert unseres Unternehmens. Krempeln wir alles um – ein Rebranding muss her

Wenn deine Kunden nicht verstehen, was hinter deinem Unternehmen steckt, neigen CEOs manchmal dazu, einen komplettes Rebranding durchführen zu wollen. Ein kompletter Fehler in der heutigen Zeit! Zum einen kann bei einem Relaunch leicht etwas schiefgehen und zu starken Einbußen im Ranking führen und zum anderen sind kleine Änderungen völilg ausreichend. Ist dein Logo zu öde und du hast dich daran satt gesehen, dann ändere es. Kannst du das Design deiner Website nicht mehr sehen? Ändere es. Aber warum alles komplett umwerfen? Das kostet zu viel Zeit und bringt nicht den erwünschten Effekt (dazu auch: Revolutionäres Redesign ist am Ende – Es lebe die Evolution).

Wir brauchen dringend mehr Pressemitteilungen

Viele große Firmen veröffentlichen nahezu wöchentlich Pressemitteilungen. Das ist in Ordnung, in einigen Fällen wird es von ihnen sogar verlangt. Doch kleine- und mittelständische Unternehmen sollten sich in ihren Pressemitteilungen auf ihre Kernaussagen reduzieren. CEOs neigen gern dazu, bei jeder kleinen Veränderung mit den Medien Kontakt aufzunehmen. Oft sind diese Nachrichten gefüllt mit Superlativen und 90 Prozent sind höchst uninteressant für die Leserschaft. Solche Pressemitteilungen kosten einen enormen Aufwand und werden von den Journalisten häufig nur links liegen gelassen.

Doch wie überzeugst du deinen Chef, dass hunderte Pressemitteilungen im Jahr zu viele sind? Ganz einfach: Lege ihm die Daten vor, wie oft deine Pressemitteilungen gelesen wurden und wie viel Traffic du im Vergleich online generiert hast. Die Kosten/Nutzen-Rechnung wird ihn schließlich überzeugen.

Ein Social-Media-Shitstorm – wir müssen zurückfeuern

Zum einen ist es erstmal positiv, wenn dein Geschäftsführer auf Social Media aktiv ist. Zum anderen kann dies aber auch anstrengend sein. Sicherlich habt ihr in eurer Firma Angestellte, die eure sozialen Auftritte überwachen. Dann benötigt man keinen aufgebrachten Chef, der sobald der Name der Firma in irgendeinem Tweet erwähnt wurde, am liebsten direkt zehn Retweets verfassen würde. In der Ruhe liegt die Kraft – das gilt auch im Netz.

Mache deinem Boss also klar, dass dein Team professionell auf jegliche Reaktionen im Internet reagiert und nach einem kritischen Kommentar keine Shitstorm-Gefahr herrscht. Zeige ihm Profile anderer Unternehmen, auf denen wird es hundertprozentig auch negative Reaktionen geben. Wer viele Fans hat, der hat automatisch auch paar Feinde. Oder sagen wir lieber Neider.

Fachmessen, das ist der Ort, wo unsere Leads herkommen

Ein sehr veralteter Gedanken. Sicher, sind Fachmessen sinnvoll, um neue Saleskontakte zu knüpfen. Allerdings sind die Leads im Internet heut viel schneller und unkomplizierter zu generieren. Neukunden lassen sich im Internet besser gewinnen. Einige große Veranstaltungen lassen sich natürlich dennoch empfehlen. Beziehungen zu Kunden und Geschäftspartnern lassen sich dort pflegen. Aber alles im Rahmen, zu viele Messe- oder Ausstellungen sind überflüssig.

Falls dein CEO doch darauf besteht, dann lege ihm die Zahlen von den vorherigen Besuchen vor. Vergleiche sie mit der Leadgenerierung im Netz. Solche Besuche sind zudem meist kostspielig und mit einem hohen Aufwand verbunden. Das kann nicht als einziges Standbein dienen.

Marktanalyse und Feedback ist irrelevant

Sollte dein CEO ernsthaft behaupten, Marketanalyse und das Feedback deiner Kunden sei nicht so wichtig, dann lebt er wirklich noch in der Steinzeit. Heute regiert der Kunde. Es empfiehlt sich deine Unternehmensstrukturen nach den Bedürfnissen deiner Kunden aufzubauen. Manche CEOs denken noch immer, sie hätten die Kontrolle über ihre Kunden. Es ist andersherum. Am Ende geht es immer darum, den Kunden zufrieden zu stellen.

Zwischen Sales und Marketing herrscht eine Spannung

Sales und Marketing sind zwei unterschiedliche Dinge, die eng zusammenspielen. Aber es sollte keine Spannung zwichen ihnen herrschen. Vielmehr ein gutes Zusammenspiel – mit dem selben Ziel im Auge.

Leider wird immer wieder die Marketing-Abteilung dafür zur Verantwortug gezogen, wenn auf der Sales-Seite etwas schief läuft. Dabei haben Marketer heutzutage so viele Möglichkeiten, ihre Daten darzulegen und zu beweisen, dass Dinge funktionieren. Den meisten CEOs fehlt es aber an Geduld, dies nachzuvollziehen.

Was gibt es zu empfehlen? Arbeitet noch enger mit eurem Sales-Team zusammen. Führt zusammen Datenbänke, in denen Website-Besuche, Leadzahlen und Deals festgehalten werden. Die CRs werden – insofern positiv – den Chef am Ende zufrieden stellen.

Die Website fungiert als eine Pinnwand

Damals war eine Website tatsächlich noch ähnlich wie eine Pinnwand aufgebaut. Du konntest deine Inhalte dort einfach anbringen und fertig. Heute gibt es allerdings viele weitere Bausteine. Unzählige Unterseiten bilden eine Homepage. Das müssen einige CEOs noch verstehen. Mache ihm das klar und zeige ihm die Möglichkeiten auf. Sobald du das getan hast, überzeuge ihn auch von der Dringlichkeit, in SEO-Maßnahmen zu investieren.

Quelle: Hubspot

Über Heiko Sellin

Heiko Sellin

Heiko Sellin hat an der Hochschule Mittweida seinen Bachelor in Sportjournalistik und -management absolviert. Bevor er zu OnlineMarketing.de gestoßen ist, war er für das Hamburger Abendblatt als freier Mitarbeiter tätig und hospitierte beim NDR-Fernsehen und Sport1.

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