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Neuer Podcast Trend? Spotify testet Video-Podcast mit YouTube Stars

Gemeinsam mit zwei YouTubern experimentiert die Musik-Streaming-Plattform in Richtung Video Content. Könnte Spotify damit zu einem ernsthaften Konkurrenten für YouTube werden?

Video-Podcast bei Spotify: Screenshots des Tests

Screenshot Spotify

Können User ihre Lieblingspodcaster zukünftig nicht nur hören, sondern auch sehen? Gut möglich. Denn Spotify testet momentan einen Video-Podcast auf der eigenen Plattform. Gemeinsam mit den beiden YouTube Stars Zane Hijazi and Heath Hussar, die den Podcast „Zane and Heath: Unfiltered“ moderieren, probiert der Musik-Streaming-Dienst momentan Video Content auf der eigenen Plattform zu integrieren.

Zusätzlich zu drei Episoden von „Zane and Health: Unfiltered“ kann sich die Hälfte der weltweiten Spotify User auch Videos von den Podcast-Aufnahmen anschauen. Auch zum Download in der Premium-Version stehen die Folgen zur Verfügung. So können User ihr Smartphone einfach mitnehmen und von unterwegs aus den Video-Podcast auf Spotify anschauen beziehungsweise anhören. Die Hörer können dabei vorher nicht sehen, zu welchen Folgen eine zusätzlicher Clip verfügbar ist. Hierfür müssen sie die einzelnen Sendungen des Podcasts anklicken und auf Play drücken. Ist ein Video zu dem Gespräch in der Folge aufgenommen worden, kann der User dieses auch über den ganzen Screen ausspielen – egal ob in der App oder für die Desktop-Version. Die Aufzeichnungen sind nur in den jeweiligen Sprachen der Moderatoren verfügbar und werden für das globale Publikum nicht übersetzt. Interessant für Advertiser: Die Videos zum Podcast sollen auch Werbe-Slots enthalten.

Spotify könnte mit dem Video-Podcast Feature attraktiver werden

Die Zusammenarbeit mit den beiden YouTubern ist zwar momentan nur ein erster Test. Trotzdem könnten bald auch andere Podcaster ihre Inhalte für einen zusätzlichen Clip filmen. Denn gegenüber dem Online-Magazin The Verge bestätigte ein Insider, dass die Tests möglichst schnell abgeschlossen werden sollen. Spotify plane, die weltweite Einführung des Video-Podcast Features noch 2020 durchzuführen. Ein Sprecher des Unternehmens sagte gegenüber dem Online-Portal, dass ein derartiger Test nicht ungewöhnliches sei:

At Spotify, we routinely conduct a number of tests in an effort to improve our user experience. Some of those tests end up paving the way for our broader user experience and others serve only as an important learning. We don’t have any further news to share at this time.

Dass der Musik-Streaming-Dienst nun mit zwei YouTube Stars zusammenarbeitet, könnte als direkter Angriff auf Googles Video-Plattform verstanden werden. Denn viele Podcaster nutzen bisher YouTube, um mit ihrer Zielgruppe auch Video Content teilen zu können. Der Vorteil für die Moderatoren hier: Die Clips können ganz einfach in der Google-Suche gefunden werden. Die potentielle Reichweite ist so viel höher als bei Spotify. Würde Spotify es mit dem neuen Video Feature ebenfalls in die Suchergebnisse von Google schaffen, könnte die Plattform auch in dieser Hinsicht attraktiver für Podcaster werden.

Die beiden Podcaster sitzen auf einem Sofa und sprechen in eine Mikrofon. Diese Aufnahmen können künftig auch in dem Video-Podcast auf Spotify gesehen werden.
Normalerweise posten die Podcaster und YouTube-Stars ein Video von den Aufzeichnungen auf YouTube, Screenshot YouTube

Podcast oder Vodcast: Was ist der Unterschied? 

Obwohl Podcasts per Definition sowohl Audio als auch Video-Dateien sind, die User online abrufen können, hat die ausschließlich auditive Form in den vergangenen Jahren einen regelrechten Boom erlebt. Viele Menschen nutzen das Format, um über alltägliche, politische oder auch witzige Inhalte zu sprechen. Mittlerweile sind ebenfalls Brands und Unternehmen auf Podcasts aufmerksam geworden und nutzen diese häufig als zusätzlichen PR-Kanal. Und auch Adversiter haben das Format als Werbekanal identifiziert. Die Ad Solts werden meist zwischen den normalen Inhalten abgespielt und von den Hosts selbst eingesprochen. Trotz oder gerade wegen der offensichtlichen Werbekennzeichnung finden viele User diese Art der Werbung vertrauenswürdiger als beispielsweise das Influencer Marketing. Der Unterschied zu den nun häufiger auftretenden Video-Podcasts besteht einzig und allein darin, dass bei der Podcast-Aufzeichnung das Gespräch gefilmt wird. 

Video-Podcats auf Spotify: Immer mehr User möchten die Menschen hinter dem Mikrofon sehen 

In jüngster Vergangenheit zeichnet sich für den Podcast ein neuer Trend ab: Die Hörer möchten die Menschen hinter dem Mikrofon sehen. Neben dem Auftritt auf diversen Social-Media-Plattformen haben sich viele Podcaster daher dazu entschieden, sich bei den Aufnahmen zu filmen. Diese Clips – auch Vodcasts genannt – werden bisher vor allen Dingen auf YouTube hochgeladen. Das führte dazu, dass Menschen, die einen sehr erfolgreichen Podcast produzieren, zu regelrechten Stars wurden. Es ist also kein Wunder, dass Spotify für populäre Podcaster attraktiver werden möchte. Schließlich bietet die Streaming-Plattform mittlerweile über 700.000 Podcast-Formate an. Und ein großer Teil der Hörer nutzen die Plattform, um ihre Lieblingssendungen zu hören. Und das soll zukünftig auch so bleiben. Daher baut das schwedische Unternehmen das Angebot für Podcaster und Brands stetig aus. Auch die schnelle Einführung von Video-Podcasts könnte aus diesem Grund erfolgen.


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Spotify: Vom Musik-Streaming-Dienst zur ganzheitlichen Entertainment-Plattform?

Spotify versucht schon länger, Videos auf der eigenen Plattform zu integrieren. So spielt der Musik-Streaming-Dienst bereits kurze Ausschnitte aus einem Musikvideo aus, wenn ein Künstler ein neues Album veröffentlicht. Auch bei neuen Singels können User sich kurze Clips ihrer Lieblingsinterpreten anschauen. Ob User tatsächlich Moderatoren und Gäste bei der Aufnahme eines neuen Podcasts auf Spotify sehen möchten, wird sich im Laufe der Zeit zeigen. Der derzeitige Test der Musik-Streaming-Plattform könnte aber ein Hinweis darauf sein, dass Spotify über eine Erweiterung des eigenen Angebots nachdenkt. Noch ein Indiz dafür: Der Musik-Streaming-Konzern baut in Los Angeles momentan ein Studio. Dieses möchte das Unternehmen nicht nur für Podcast-Aufzeichnungen, sondern auch für Videoaufnahmen nutzen. Beides macht deutlich, dass Spotify momentan ausprobiert, wie und in welcher Form die User auditive Medien konsumieren, um bei einer aufkommenden Entwicklung ganz vorne mit dabei sein zu können. 

Wann die Tests zu den neuen Video-Podcasts abgeschlossen sind und welche Podcaster als nächstes nicht nur zu hören, sondern auch zu sehen sein werden, ist noch nicht bekannt.

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