Social Media Marketing

Soziales Netzwerk zum Online-Kauf: Amazon Spark bietet Shopping-Feed

Mit Amazon Spark bringt der Online-Händler einen Feed, der an Instagram erinnert. Social Engagement in der App soll dann zu unmittelbarem Shopping führen.

Amazon Spark, © Amazon

Der neue Social Feed Amazon Spark bietet Prime Kunden des E-Commerce Riesen eine neue Plattform, um sich inspirieren zu lassen, Produkte zu diskutieren – und diese dann zu kaufen. So möchte Amazon mehr Engagement für seine App generieren. Ob sich aber ein weiterer Feed, der auch stark an Instagram erinnert, durchsetzen kann, scheint zunächst fraglich.

Amazon Spark in den USA und fürs iPhone

Nach einer längeren Testphase hat Amazon den Feed Spark nun in den USA ausgerollt. Dabei können bislang nur Prime User mit einem iPhone in der App davon Gebrauch machen, wobei die Aussage: „Stay tuned for Android!“ auf der Unternehmensseite verheißungsvoll ist. Bislang gibt es auch noch keine Desktopversion.

Amazon selbst beschreibt sein neues Programm als Ort, um Inspiration von Leuten zu erhalten, die deine Interessen teilen.

Whether you’re looking for inspiration for home décor or seeking advice for the best long-distance running shoes, Spark makes it easy to discover—and shop—stories and ideas from a community that likes what you like.

Amazon Spark Inspiration, © Amazon

Das klingt zunächst ähnlich wie Instagram. Mit dem Unterschied, dass – natürlich – der Weg zum Kauf eines auf Spark entdeckten Produkts äußerst kurz ist.

Amazon Spark Shopping, © Amazon

Mehr Social Engagement für Amazon

Bei Spark können User – die übrigens mindestens 50 US-Dollar in Prime ausgegeben haben müssen, um zu partizipieren – Bilder oder Stories von beliebten Produkten posten. Über diese Posts können dann die User in Interaktion treten. Dabei wird im Vorhinein geklärt, welche Interessen ein jeder Nutzer hat, sodass ein personalisierter Feed für jeden Einzelnen erstellt wird. Dort können Kommentare und Smiles (ein Äquivalent zum Like) zum Post abgegeben werden.

Mit diesem Feed reagiert Amazon einerseits auch darauf, dass wenig Traffic von Social Media zur Website führt. Andererseits verbringen die User, gerade per Smartphone, weniger Zeit bei einem Amazon Visit als sie auf Social Media Kanälen verbringen.

Tägliche Durchschnittszeit, die auf Social Media verbracht wird (US-Zahlen 2016), © Social Media Today

Amazon Engagment und verbrachte Zeit auf der Seite (US-Zahlen 2016), © Similar Web

Nun möchte Amazon also Engagement fördern, das über das, mitunter auch stark kritisierte, Schreiben von Rezensionen hinausgeht. „Amazon.com wants your voice to be heard!“, heißt es in den Community Richtlinien. Womöglich wird auch das Profil von Amazon App Usern in Spark eine prominentere Rolle spielen. Laut TechCrunch soll ab dem 30. Juli auch die Möglichkeit bestehen, auf Spark zuvor geschriebene Reviews zu posten.

Setzt sich der Spark Feed durch?

Der Amazon Spark Feed ist für alle Amazon Kunden sichtbar, nur Prime User können ihn aber mitgestalten. Wenn nun ein User im Feed, nachdem er auch seine Interessen angegeben hat (ähnlich wie bei Netflix etc.) von einem Produkt überzeugt wird, kann die Kaufabwicklung unmittelbar geschehen.

Amazon Spark Interessengebiete. © Amazon

Der kurze Weg zur Conversion startet allerdings schon bei der Überzeugungsarbeit. An diesem Punkt dürften künftig, wie auch bei anderen großen Social Media Kanälen, die Influencer ins Spiel kommen. Allerdings scheint ihr Einsatz trotz bester Voraussetzungen nur dann wirklich lohnenswert, wenn sich der Feed etablieren kann. Dafür spricht sicherlich Amazons Marktmacht und die Position als Suchmaschine oder Inspirationsquelle für den Online-Kauf. Fraglich ist wiederum, ob die User neben den etablierten Social Media Größen wie Facebook, Pinterest, Instagram und Co. einen weiteren Social Feed mit ähnlich starkem Engagement entgegenkommen werden.

Tatsächlich scheint jedoch eine Shopping-bezogene Social Lösung vonseiten Amazons der Zeit angemessen. Denn laut den E-Commerce Trends 2017 con BigCommerce verbringen Millennials und Personen der Gen X knapp sechs Stunden pro Woche mit Online-Shopping. Dazu kommt, dass nach einer Grafik von Invesp 31 Prozent einer Umfrage meinten, sie würden im betreffenden Monat mehr Zeit mit Online-Shopping verbringen als im Vormonat. Zudem gehen demnach schon 51 Prozent der Besuche bei Retailern auf Mobile zurück (diese Zahlen sind auch aus den USA).

Online-Shopping Zeit steigt an, © Invesp

Der Erfolg von Amazon Spark wird erst nach einer Öffnung für mehr User, die scheinbar aber geplant ist, zu ermessen sein. Die Idee dahinter wirkt zweckmäßig und kreativ. Ob der Funke überspringt, hängt auch am User. Doch Shopping und Social so eng verknüpft, das klingt vielversprechend für bestimmte Zielgruppen; und für Marketer ohnehin.

Über Niklas Lewanczik

Niklas Lewanczik

Niklas hat an der Uni Hamburg Deutsche Sprache und Literatur sowie Medien- und Kommunikationswissenschaften studiert und schreibt als Redakteur über Social Media, SEO und innovative Themen im Kontext des digitalen Marketing. Wenn er sich nicht gerade dem Marketing zuwendet, dann womöglich den Entwicklungen im modernen Fußball oder dem einen oder anderen guten Buch.

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