Social Media Marketing

Wie Marken mit Conversational Ads höhere Conversion Rates erzielen können

Social Media Traffic ist mittlerweile zu 81 Prozent mobil. Trotzdem führen Social Ads noch immer häufig auf eine Webseite, was zum Problem werden kann.

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Digital Natives scrollen heute durch ihre Social-Media-Kanäle, entdecken eine interessante Werbeanzeige und landen – auf einer klassischen Webseite, die erst nach einigem Warten vollständig geladen ist. Das mobile Web konvertiert in der Regel nur halb so schnell wie das klassische Web. Dies führt zu langsamem Seitenladen, unangepassten Darstellungen und Schwierigkeiten beim Navigieren und Ausfüllen von Formularen auf dem Handybildschirm. Die durchschnittlichen Klickraten für digitale Anzeigen sinken jährlich. Neben einer meist holprigen Customer Journey wird dies vor allem durch das Phänomen der sogenannten „Ad Blindness“ bedingt. Nutzer werden heute in der Regel so mit Werbung überflutet, dass sie sie häufig ausblenden und gar nicht mehr richtig wahrnehmen oder beachten. Laut dem INC-Magazin werden bis zu 60 Prozent der Ausgaben für digitales Marketing daher schlichtweg verschwendet.

Per Klick zum direkten Gespräch

Um den Anschluss nicht zu verlieren, müssen Marken neue Wege einschlagen. Messaging-Lösungen ermöglichen Kunden flexibler und direkt mit Marken zu kommunizieren und bieten so Potential für eine völlig neue Customer Experience. Eine mögliche Lösung ist hier das sogenannte „Conversational Advertising“. Anstatt potentiell interessierte Kunden während einer Weiterleitung ins Mobile Web zu verlieren, ermöglichen Conversational Ads eine direkte Weiterleitung in ein Messaging-basiertes Gespräch mit der jeweiligen Marke und somit eine deutlich direktere und persönliche Verbindung zwischen Marke und Kunde.

Scrollt ein Nutzer etwa durch Facebook oder Instagram und klickt auf eine Anzeige, führt ihn diese direkt in ein Gespräch mit dem Unternehmen über Facebook Messenger, WhatsApp, RCS Business Messaging oder Apple Business Chat. Die potentiellen Kunden werden dort erreicht, wo sie es gewohnt sind zu kommunizieren. Das Unternehmen ist nun als Kontakt in den Messaging Apps des Kunden gespeichert. Es ist somit in der Lage, das Gespräch mit dem Kunden jederzeit nahtlos weiterzuführen.

Über asynchrone Kommunikationskanäle wie Messaging-Dienste können auch spezifische Fragen direkt gestellt und orts- und zeitunabhängig geklärt werden – wann und wo die Kunden es möchten. Die Kunden sind nicht länger an bestimmte Geschäftszeiten gebunden. Stattdessen richtet sich die Kommunikation nach ihren Gewohnheiten und Verfügbarkeiten.

Neue umfangreiche Optionen für Unternehmen innerhalb von Messaging-Diensten erweitern darüber hinaus die Kommunikations- und Servicemöglichkeiten von Marken gegenüber ihren potentiellen und bestehenden Kunden. So ermöglichen Facebook Messenger, WhatsApp und Apple Business Chat Unternehmen inzwischen auch die Einbindung von Bildern, Audio- und Videodateien, eine sichere Authentifizierung von Bezahlvorgängen sowie Listen und intuitive Menüs. Belege können so einfach abfotografiert und per Messenger verschickt, Käufe direkt im Messaging-Verlauf erfolgen und bezahlt werden, ohne dazu auf eine andere Seite wechseln zu müssen. Auch Bankgeschäfte können unkompliziert innerhalb des Messaging-Verlaufs erfolgen und eventuelle Fragen sofort geklärt werden.

Kundenabsichten erfahren und nutzen

Die Möglichkeit und die Vorteile von Conversational Ads beschränken sich dabei nicht nur auf Social Media. Überall dort, wo sich ein Link oder ein QR-Code einbetten lässt, können Unternehmen den Traffic in einen Messaging-Kanal weiterleiten. Dazu zählen gängige Marketing-Taktiken wie:

  • Suchanzeigen und -Ergebnisse
  • Display-Anzeigen
  • E-Mail-Kampagnen
  • Radio- und TV-Anzeigen
  • Direktwerbung
  • Außenwerbung und Verpackungen

Um das Volumen von Marketingkampagnen zu bewältigen, sind Automatisierungen und Künstliche Intelligenz unerlässlich. Bots können einfachere Fragen sofort beantworten und Kunden bei komplexeren Fragen direkt an einen passenden Ansprechpartner weiterleiten.

Anders als über herkömmliche Landingpages erfahren Unternehmen im Gespräch eine Vielzahl wertvoller Informationen über die Kaufabsichten und Wünsche des Kunden. Im Gegensatz zum Web-Umfeld können diese hier nicht nur indirekt abgeleitet werden, sondern werden klar durch den Nutzer kommuniziert. Aktuelle Anzeigenergebnisse und Conversion Rates können dabei in einen direkten Return on Investment überführt werden. Zudem sind die Conversation Rates via Messaging in der Regel bis zu dreimal höher als die der Interaktionen über das herkömmliche Web und sogar bis zu fünfmal höher als solche über Mobile Web.

Durch die Überleitung in einen Messaging-Kanal ermöglichen Conversational Ads somit eine Steigerung der Conversion Rate gegenüber dem Web, ohne dass sich Marken auf die Akzeptanz und Nutzung einer App verlassen müssen. Darüber hinaus stellen sie eine Möglichkeit für Unternehmen dar, eine bessere Mobile Experience zu schaffen, die Generation der Mobile-first-Kunden für die eigene Marke zu gewinnen und an sich zu binden.

Über Moritz Fischaleck

https://www.liveperson.com/

Moritz Fischaleck ist Chief Product Evangelist bei LivePerson und somit Experte für digitale Transformation. Er hilft Enterprise Kunden erfolgreich groß angelegte Programme rund um Conversational Commerce zu realisieren. Während seiner langjährigen Beschäftigung bei Accenture Interactive war er für globale Conversational Commerce-Projekte zuständig.