Social Media Marketing

IKEAs innovative Snapchat-Ad: Interaktiv mit Influencern das Zimmer einrichten

IKEA kreiert ein interaktives Werbevideo und holt dafür ein Influencer-Duo auf Snapchat mit ins Boot. So wird die Zielgruppe digital und zeitgemäß abgeholt.

IKEAs Ad auf Snapchat, © IKEA, MEC

IKEA zeigt mit einer neuen Kampagne, wie digitale Werbung die Zielgruppe unmittelbar zu Engagement motiviert. Dabei spielen berühmte Influencer auf Snapchat eine entscheidende Rolle.

IKEA richtet seine Kampagne an die Snapchat-Zielgruppe

Mit der Back to School-Kampagne fokussiert sich der Möbelhändler vor allem auf Teenager und junge Erwachsene. Genau diese Personen sind auch auf Snapchat die aktivsten, wie auch eMarketers User Penetration für die USA zeigt. Omnicore zufolge liegt die tägliche Reichweite für Snapchat in den USA bei den 18 bis 34-Jährigen bei 41 Prozent.

Snapchat User Penetration in den USA, © eMarketer

In den USA wird der kreative Werbeclip von IKEA auch ausgespielt. Zusammen mit der Medienagentur MEC wurde ein interaktiver Clip mit bekannten Influencern erstellt, der auf Snapchat als Ad verfügbar ist. Das Musik- und Comedy-Duo Superfruit (auch als Pentatonix bekannt) spielt bei diesem Video die Nebenrolle, die allerdings die User erst anzieht. Denn Mitch Grassi und Scott Hoying haben etwa auf YouTube immerhin fast 2,5 Millionen Abonnenten.

Das Duo Superfruit, Pentatonix, bestehend aus Mitch Grassi und Scott Hoying, Screenshot YouTube

Die Hauptrolle soll eigentlich der App User selbst spielen. Denn dank der Technologie von Eko ist das Video clickable, das heißt, der User kann interaktiv mitwirken. Der eigene Einrichtungsstil lässt sich vom User bestimmen, während im Anschluss direkt auf die IKEA Website geklickt werden kann. Denn wer das Video sieht, wird dauerhaft mit einer IKEA-Einrichtung konfrontiert, die den eigenen interaktiven Entscheidungen entspricht.

Warum IKEA auf diese Werbeform setzt

Video ist ein Format, dass für die Werbewirksamkeit großer Unternehmen unabdingbar geworden ist. Aber bei der Masse an Bewegtbild-Content, den die User heutzutage schon beinah en passant konsumieren, müssen Marken mit ihren Clips auch auffallen. Mit der Ad zur Back to School-Kampagne gelingt IKEA dieser Clou, vor allem weil auf zwei Interaktionsgrößen gesetzt wurde: die Influencer und die Auswahlmöglichkeiten des Users.

Während also Grassi und Hoying das Werbevideo über ihre Accounts bei Snapchat posten und mit der neuen Paperclip-Funktion auf die Unternehmenswebsite verweisen, wird der User verleitet, das von ihnen promotete Szenario selbst durchzuspielen. Und ist man erst einmal dabei, kann man die gerade erkannten Einrichtungsgegenstände und viele weitere auch gleich im IKEA Onlineshop nochmal anschauen.

IKEA Back to School, Screenshot IKEA

Die etwas unkonventionelle Art der Werbung scheint IKEA besonders deshalb gewählt zu haben, um das Engagement der Zielgruppe, das im sozialen Umfeld durchaus ausgeprägt ist, direkt an eine Werbebotschaft zu knüpfen. Vor allem Millennials, die womöglich auch für ihr Studium etc. die erste eigene Wohnung einrichten müssen, werden hier in den Blick genommen.

Dabei gewinnt IKEA über diese clevere paid Ad Traffic, den sie nicht zuletzt dem Influencer-Duo zu verdanken haben. Social Blade schätzt, dass dieses Duo allein über YouTube zwischen 1.400 und 22.300 Euro monatlich einnimmt. Auch die Kampagne auf Snapchat dürfte für alle Beteiligten also ein lukratives Geschäft sein. Dass IKEA sich mit außergewöhnlichen Maßnahmen zu mehr Traffic auf der eigenen Website zu verhelfen weiß, haben auch vergangene Kampagnen belegt.

Die Kombination von Kreativität und dem Einsatz von Technologien und Praktiken, die dem digitalen Werbezeitalter angemessen sind, zeigen, dass IKEA mit der Zeit geht. Natürlich braucht es für eine Kampagne wie diese ein großes Werbebudget. Nichtsdestotrotz kann die Herangehensweise des Möbelriesen für Marketer insgesamt eine Vorbildfunktion oder zumindest eine Anregung darstellen. Dabei stehen Fragen im Raum wie: wo erreiche ich meine Zielgruppe, wie fordere ich Engagement von ihnen ein (dass über Likes etc. hinausgeht), und vielleicht auch mit wem bewerkstellige ich das?

Zu diesem Zweck könnte der ein oder andere Social Media und YouTube-Kanal und seine Reichweite für die eigene Zielgruppe im Auge behalten werden.

Quelle: Ad Week

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