Social Media Marketing

Hohes Niveau und keine Adblocker: Warum 2,5 Millionen Advertiser auf Facebook werben

Facebook bietet Werbetreibenden ausgefeilte Möglichkeiten für Kampagnen und dem Erreichen der Zielgruppe. Nun kündigte das soziale Netzwerk weitere Optionen an, die das Targeting noch zuverlässiger machen.

© Sondem | fotolia.de

Facebook kann im Monat fast 1,5 Milliarden aktive Nutzer vorweisen, deren mobiler Konsum immer mehr ansteigt. Damit ist das soziale Netzwerk das größte seiner Art – auch von der Anzahl der dort vertretenen Werbetreibenden: Diese ist in den vergangenen Monaten um 25 Prozent gestiegen, womit derzeit 2,5 Millionen Advertiser auf Facebook vertreten sind. Nun kündigte Facebook zum Start der Ad Week in New York an, die Möglichkeiten für Advertiser, insbesondere für Mobile, zu erweitern.

Das Advertiser-Wohlfühlprogramm

360 Grad-Videos

Schon vor einigen Tagen stellte das Zuckerberg-Netzwerk seine 360 Grad-Anzeigen vor, die in der vergangenen Woche ausgerollt wurden und springt damit auf den Zug, den YouTube schon vor einigen Monaten ins Rollen brachte. Da Videos auf Facebook ohnehin ausgesprochen gut funktionieren, verspricht sich die Plattform mit den räumlichen Aufnahmen noch höhere Aufmerksamkeit für Video-Ads. Die ersten 360 Grad-Videos sind bereits online und können über die Facebook App auf Android-Betriebssystemen und im Web schon angesehen werden.

Wie wäre es mit einer Runde Beachvolleyball? April Ross zeigt, worauf es ankommt. Hier seht ihr das komplette Video: http://g.gopro.com/6184BKim4

Posted by GoPro on Freitag, 25. September 2015

Target Rating Points

Das Fernsehen war lange der Kanal, der am effektivsten zum Brand Building beigetragen hat. Eine Untersuchung von Nielsen hat nun belegt, dass Facebook Video Ads die Reichweite und Effizienz von TV Kampagnen erhöht und beide Kanäle sich äußerst gut ergänzen. Aus diesem Grund führt Facebook Target Rating Points für Video Ads ein, mit denen Advertiser ihre Kampagnen kanalübergreifend mit einem Gesamt-TRP planen und über ihren Facebook-Partner buchen können.

Brand Awareness Optimization

Facebook hat sich hinsichtlich Messbarkeit in der Vergangenheit eher auf Direct Response Kampagnen wie etwa App Installs oder Conversions konzentriert, während die Brand Awareness kaum Thema war. Nun wird das User Verhalten stärker und subtiler untersucht, denn statt eines Likes oder eines Shares zählt zur Messung der Brand Awareness künftig auch die Dauer des Betrachtens: Das Verweilen auf einer Anzeige, ohne zu Scrollen, dient hier als Messwert. So können Werbetreibende ihre Zielgruppe zuverlässiger erreichen und ihre Aufmerksamkeit gewinnen. Brand Awareness Optimization wird ab Oktober zuerst mit eingeschränkten Funktionen ausgerollt, die in den kommenden Monaten allerdings vervollständigt werden.

Mobile Polling 

Facebook Mobile Polling

Die Wirkung von Anzeigen können Marketer nun mit dem mobilen Umfragepanel determinieren. Mit den Facebook-Partnern Nielsen und Millward Brown Digital kann der Einfluss von Kampagnen genau gemessen werden, indem User nun dazu in der Lage sind, eine Bewertung abzugeben.

Weiterhin bekommen Werbetreibende auf Instagram nun offiziell die Möglichkeit, User mithilfe ihrer Facebook-Daten zu targeten, die von dem sozialen Netzwerk zur Verfügung gestellt werden.

Carousel Video

Mit den bisherigen Carousel-Anzeigen konnten Advertiser bei ausreichend Kreativität viel Aufmerksamkeit erreichen. Nun erlaubt Facebook auch das Hinzufügen von Videos in den Carousel Ads, so dass das Storytelling weiter optimiert werden kann. Der Rollout beginnt diese Woche, allerdings wird das Format vorerst nur im Power Editor vorhanden sein, bevor er schließlich im Werbeanzeigenmanager verfügbar sein wird.

Die Perfektionierung der Personalisierung

Mit der Erweiterung des Anzeigenprogramms unternimmt Facebook einen weiteren Schritt in Richtung Perfektionierung von Personalisierung und will der Konkurrenz offenbar stets einen Schritt voraus sein. Denn während die anderen großen Player sich mit Adblockern herumschlagen, bleibt die Technologie – zumindest beim Nutzen der App – außen vor und bietet Advertisern somit ein optimales Habitat zum Platzieren von Anzeigen. Neben dem Ausschluss von Adblockern bietet Facebook ein derart feines Targeting wie kein anderer. Zusätzlich muss ein Nutzer nun nicht mehr zwingend eine Aktion ausführen, um seine Verhalten messbar zu machen, denn die Verweildauer auf einer Anzeige, die Zeit also, in der nicht gescrollt wird, ist nun Indikator für Brand Awareness und macht Advertisern das Erreichen seines Publikums sehr viel leichter.

Die Kehrseite davon zeigt allerdings einen problematischen Umgang mit Persönlichkeitsrechten und eine Omnipräsenz von Werbung auf allen Smartphones – denn die Adblock-Technologie kann sich zum Facebook-Newsfeed bis dato keinen Zutritt verschaffen. Was als Pluspunkt von Werbetreibenden wahrgenommen wird, kann für User schnell nervig werden. Von daher sollten Display Ads weiter optimiert werden, so dass sie den User nicht nur technisch, sondern auch emotional ansprechen – aber auch dies hat Facebook auf seiner Agenda und möchte das Targeting mit den neuen Technologien noch intelligenter und nativer machen.

Über Tina Bauer

Tina Bauer

Studierte Sozialwissenschaftlerin mit Hang zu Online und Marketing. Seit 2014 als Redakteurin & Content Managerin bei OnlineMarketing.de.

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