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Google Chrome blockt ab 9. Juli weltweit störende Ads

Ab Sommer werden störende Anzeigen auf allen Seiten, die diese mehrfach ausspielen, durch Chrome geblockt. Ergebnisse zeigen bereits positive Effekte.

Chrome blockt bald weltweit störende Ads, Screenshot YouTube, © Google Chrome

Lästige Pop-ups, nervige Auto-Play Video Ads mit Sound oder große Sticky Ads: all diese Formate werden von Nutzern normalerweise als störend empfunden. Auch die Coalition for Better Ads schätzt das so ein. Nach diesem Standard blockt Googles Browser Chrome derlei Werbeanzeigen seit vergangenem Jahr bereits in Nordamerika und Europa – nun folgt der Rest der Welt.

Chrome soll weltweit für bessere Werbestandards sorgen

Der Browser Chrome von Google ist für viele Nutzer der absolute Standard beim Surfen. Je nach Statistik und Studie liegt der globale Marktanteil bei über 60 bis zu knapp 70 Prozent. Was einer enormen Machtposition entspricht, die durch die Vorinstallation auf vielen Smartphones mitbedingt wird.

Zu Beginn 2018 kam der bei Chrome integrierte Adblocker zum Einsatz. Der Browser ist um Sicherheit und eine gute Usererfahrung bemüht, was sich an verschiedenen Features zeigt. Seit Juli werden alle Seiten, die HTTP anstatt einer HTTPS-Veschlüsselung aufweisen, als nicht sicher markiert. Und das in der Warnfarbe Rot. Zudem können in aktuellen Versionen des Browsers auch einzelne irreführende Werbeerfahrungen – Phishing, automatische Weiterleitungen, Fake News – dazu führen, dass bei Ausbleiben einer Entfernung dieser von der Seite jegliche Werbung auf dieser Website blockiert wird.

Beispiel für von Google als unangemessen eingestufte Werbung, © Google

Besonders bei als nervig wahrgenommenen Ads zeigt sich Google jedoch rigoros. Deshalb werden bereits in Europa und Nordamerika störende Werbeanzeigen durch Chrome geblockt, wenn sie bei Seiten wiederholt auftreten. Genau diese Funktion des Browsers wird ab 9. Juli 2019 auf alle Regionen ausgeweitet. Das berichtet Ben Galbraith, Chromes Senior Director of Product, im Blogpost. Basierend auf den Better Ads Standards der Coalition for Better Ads werden konkret zwölf von Nutzern als aufdringlich oder störend empfundene Werbeformate geblockt. Allerdings erst, wenn sie wiederholt oder längerfristig ausgespielt werden. Dabei sind diese Formate einer Studie mit über 66.000 Usern weltweit entnommen worden.

Die störenden Ads nach der Coalition for Better Ads, © Coalition for Better Ads

Website-Besitzer weltweit müssen sich auf bessere Werbestandards einstellen

Über den Bericht zur Nutzerfreundlichkeit von Werbeanzeigen können die Seitenbetreiber prüfen, ob auf ihrer Website Ads den Better Ads Standards zuwiderlaufen.

Diese Optionen stehen nun weltweit allen Seitenbetreibern offen.

Starting today, publishers in regions outside of North America and Europe can use this tool to understand if they have intrusive ad experiences on their site, their current status (passing / no issues found or failing), and resolve outstanding issues or contest a review.

Dass das Blockieren solcher Werbeanzeigen insgesamt einen positiven Effekt für das Web hat, ist aus Nutzersicht leicht nachzuvollziehen. Chrome User werden schließlich mit weniger nervigen Werbeformaten konfrontiert. Für die Seitenbetreiber mag das mitunter Umstellungen bedeuten. Diese werden jedoch meist konsequent durchgeführt, wie erste Ergebnisse von Google zeigen. Zu Beginn dieses Jahres hatten zwei Drittel aller Publisher, die zu einem Zeitpunkt nicht mit den Standards konform gingen, wieder einen positiven Status erlangt. Zudem gibt Google an, dass bei Millionen geprüfter Seiten lediglich bei einem Prozent die Werbeanzeigen gefiltert wurden. Das zeugt bereits von einer verbesserten User Experience.

Jedoch blockt Chrome nur beim wiederholten Ausspielen die nervigen Werbeanzeigen und nicht unmittelbar; weshalb viele Nutzer auch in Googles Browser weiterhin auf störende Ads treffen. Dennoch baut das für die Interneterfahrung Vieler wohl wichtigste Unternehmen eine zusehends optimierte Weberfahrung aus. Nun müssen sich Seitenbetreiber und Advertiser weltweit darauf einstellen; immerhin ist Chrome selbst eine Art Standard. Davon könnten letztlich die meisten Parteien profitieren. Denn angemessene Werbeformate steigern die Aufmerksamkeit und allgemeine Wahrnehmungsbereitschaft für die Werbebotschaft selbst.

Über Niklas Lewanczik

Niklas Lewanczik

Niklas hat an der Uni Hamburg Deutsche Sprache und Literatur sowie Medien- und Kommunikationswissenschaften studiert und schreibt als Redakteur über Social Media, SEO und innovative Themen im Kontext des digitalen Marketing. Wenn er sich nicht gerade dem Marketing zuwendet, dann womöglich den Entwicklungen im modernen Fußball oder dem einen oder anderen guten Buch.

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