SEO - Suchmaschinenoptimierung

Warnung bei Google Chrome: Alle HTTP-Seiten jetzt als „nicht sicher“ markiert – bald auch in rot

Nutzer werden von Google Chrome bei Seiten ohne HTTPS mit dem Text „nicht sicher“ informiert – im Herbst soll der Text dann zum roten Warnsignal werden.

Google markiert alle HTTP-Seiten als unsicher, Screenshot YouTube, © Google Chrome Developers

Für Google ist die Implementierung von HTTPS eine Grundlage für ein sicheres Netz. Daher wird diese rigoros vorangetrieben. Während HTTPS-Seiten bisher mit dem Prädikat „sicher“ gekennzeichnet waren, soll das ab September ausbleiben. Dafür werden ab heute sämtliche HTTP-Seiten als „nicht sicher“ markiert und ab Oktober gar mit einem roten Warnschild versehen.

HTTP-Seiten bei Google Chrome nicht mehr sicher

Im Februar hatte Google für seinen Browser angekündigt, dass ab Juli 2018 und mit dem Start von Chrome 68 alle Seiten mit HTTP als „nicht sicher“ eingestuft und gekennzeichnet werden.

So werden Seiten mit HTTP als „nicht sicher“ angezeigt, vorerst, © Google

Damit positioniert man sich bei der Alphabet-Tochter ganz klar. Denn nur HTTPS ermöglicht das Nutzen bestimmter Features von Browsern, etwa Progressive Web Apps. Außerdem ist es bei der Optimierung der Ladegeschwindigkeit ein zentraler Faktor. Und diese ist schließlich, gerade mobil, ein immens wichtiger Aspekt auch für das Ranking.

Markierung einer sicheren HTTPS-Seite in Chrome, Screenshot Google

Darüber hinaus ist HTTPS vor allem im Kontext von Sicherheitsvorkehrungen und Datenschutz relevant. Googles Technical Writer Kayce Basques gibt umfassend Auskunft darüber, weshalb Google Chrome die HTTPS-Implementierung fordert.

Demnach soll künftig der unmarkierte Status von Websites den „sicheren“ anzeigen. Das heißt wiederum, dass Google mit Chrome 69 ab September die Anzeige „sicher“ entfernen wird.

Google entfernt die Markierung für „sichere“ Seiten, © Google

Schon jetzt viel HTTPS – doch nicht flächendeckend

Insgesamt ist die Nutzung der Verschlüsselung über HTTPS schon sehr gut angenommen worden. Vor gut zehn Tagen lag laut Google die Zahl der in Google Chrome über HTTPS geladenen Seiten in Deutschland bei 83 Prozent.

Der Prozentsatz der in Chrome über HTTPS geladenen Seiten hat in viele Ländern stark zugenommen (mit einem Klick aufs Bild gelangt ihr zur größeren Ansicht), © Google

Bereits zu Beginn des Jahres wurde veröffentlicht, dass 81 der Top 100 Seiten im Netz auf HTTPS setzten und dass die als „sicher“ geltenden Seiten sich im Bereich von zwei Dritteln aller befanden. Diese Werte dürften sich bis heute weiter verändert haben. Allerdings finden sich immer noch sehr viele Seiten, die von Chrome das Siegel „nicht sicher“ erhalten.

Google Chromes Information zu einer Seite, die „nicht sicher“ ist, © Google

Ab heute werden also alle Seiten mit HTTP deutlich markiert. Und diese Art Brandmarkung wird noch drastischer. Bisher, so Google, war die HTTP-Nutzung noch zu hoch, als dass man all diese Seiten mit einem roten Warnsignal hätte markieren können. Doch genau das soll mit Chrome 70 ab Oktober 2018 passieren.

Damit, so Emily Schechter, Produktmanagerin bei der Chrome Sicherheit, soll schon jetzt dafür gesorgt werden, dass alle Webmaster die Implementierung von HTTPS angehen. Sodass ein sichereres und womögliches auch schnelleres Netz gefördert wird. Diese Voraussetzungen sollen zum Standard werden; und Google Chrome sorgt mit seinen Markierungen dafür. Denn selbst wenn die Nutzer bisher nicht allzu sehr auf die Markierungen „sicher“ und „nicht sicher“ achten, tun sie es wohl eher, wenn ein Warnsignal in rot auftaucht.

Wer noch keine Verschlüsselung über HTTPS vorzuweisen hat, sollte mindestens für Chrome nun darauf bauen. Google selbst gibt Tipps, wie das bewerkstelligt werden kann.

Über Niklas Lewanczik

Niklas Lewanczik

Niklas hat an der Uni Hamburg Deutsche Sprache und Literatur sowie Medien- und Kommunikationswissenschaften studiert und schreibt als Redakteur über Social Media, SEO und innovative Themen im Kontext des digitalen Marketing. Wenn er sich nicht gerade dem Marketing zuwendet, dann womöglich den Entwicklungen im modernen Fußball oder dem einen oder anderen guten Buch.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.