Big Data

Daten korrekt interpretieren: 4 Probleme, die in den besten Unternehmen vorkommen

In Zeiten, in denen alles und jeder analysiert wird, kommt es darauf an, die Ergebnisse richtig zu beurteilen. Leider machen viele Entscheider hier Fehler.

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Gerade im Online Marketing, in dem alles und jeder getrackt werden kann, spielen die Daten eine entscheidende Rolle und sind Grundlage vieler Entscheidungen. Doch die besten Analysen helfen nichts, wenn sie falsch interpretiert werden. Wir stellen euch vier Fehler vor, die in vielen Unternehmen auftauchen und das Wachstum hemmen.

Vier Fehler bei datengestützten Entscheidungen

Der Begriff Big Data hat sich in den vergangenen Jahren geprägt und beschreibt die Betrachtung sowie Verarbeitung riesiger Datenmengen, die in der heutigen Zeit nicht nur im Internet, sondern überall um uns herum generiert werden. Dies bietet Unternehmen definitiv einen wertvollen Ansatzpunkt, ihre Produkte und Dienstleistungen detaillierter auf ihre Kunden abzustimmen, doch verleitet im gleichen Atemzug eine Menge Entscheider dazu, oberflächliche Urteile zu fällen.

Shayla Price von Hearsay Marketing berät Anwaltskanzleien in PR-Fragen, Branding und generellen Themen rund um Business Development. Auf dem KISSmetrics Blog fasst sie einige ihrer Beobachtungen zusammen, die wir euch hiermit präsentieren möchten.

„Einmal gut, immer gut“

Insbesondere alteingesessene Unternehmen tendieren dazu, ihre Entscheidungen nicht auf der Grundlage von Daten zu treffen, sondern aufgrund von vergangenen Erfahrungen. Dabei bedeutet Anpassung nicht zwangsläufig ein Verlassen des alten Kurses und Revolution, sondern Evolution. Und das hat in der Geschichte der Menschheit bislang bestens funktioniert.

So kann Anzeigenwerbung zwar sinnvoll sein, aber du solltest mit der Zeit gehen und die Ads entsprechend modifizieren. Auch Advertorials bieten heutzutage beispielsweise eine ansprechende Option. Warum nicht mit verschiedenen Abteilungen der Firma brainstormen und mit Blick auf die Zahlen frischen Input reinholen, welchen Weg man gehen sollte? Darüber hinaus könntest du einzelne Mitarbeiter belohnen, die besonders innovative Ideen beisteuern. Eine weitere Möglichkeit wäre die Partnerschaft mit einem Unternehmen aus einem anderen Sektor – dies kann einen ganz neuen Blickwinkel auf Daten entstehen lassen.

„Ein kurzer Blick auf die Ergebnisse reicht mir“

Oberflächliche Einschätzung von Daten ist der zweite grobe Fehler, der leider viel zu oft beobachtet werden kann. Big Data schafft die Gelegenheit, tief in die Analysen einzutauchen. Natürlich kommt es dabei immer auf dein Unternehmen an, was Sinn macht und was nicht (siehe dazu: Small Data – Wenn weniger mehr ist), doch ist es notwendig, Informationen zu hinterfragen und den gesamten Prozess zu verstehen. Daten sind nicht nur Aufgabe der IT-Abteilung, sondern gehen alle etwas an.

Price schreibt, dass eine Steigerung des Budgets für Content Marketing nicht automatisch in mehr Postings auf dem firmeninternen Blog resultieren muss. Laut einer Studie von Demand Gen Report sind Whitepaper, Studien oder Webinars für B2B-Unternehmen ebenso relevant und eine Option zu werben. Dies erkennen manche jedoch erst, nachdem sie ihre Kunden eingehend befragt haben.

„Ich mach mir die Welt wie sie mir gefällt“

Bei Microsoft war es lange Zeit Usus, dass Analysten eingestellt wurden, um die Entscheidungen von Führungskräften zu untermauern. Dabei sollten Analysen eher zu Entscheidungen führen, anstatt existierende Meinungen zu kräftigen. Die Beraterin gibt den Tipp, dass Analytics auch auslagert werden können, sodass sie nicht intern beeinflusst sind. Außerdem: Studie ist nicht gleich Studie – manche werden in Auftrag gegeben, um ein bestimmtes Ergebnis zu erzielen und dann so arrangiert, dass es passt (dazu auch: 7 Gründe, warum Case Studies so schlecht sind).

„Hab ich doch gesagt“

Falsche Urteile können leicht entstehen, wenn zu wenig Daten gesammelt oder Vorannahmen getroffen wurden, die nur zu gerne in die Ergebnisse hineininterpretiert werden. Die meisten Menschen neigen zudem dazu, sich der Meinung der Mehrheit anzuschließen, so können in Unternehmen Strukturen entstehen, die Kreativität vermissen lassen.

Dabei hilft es, verstärkt Gegenpositionen einzunehmen und somit altbewährte Pfade zu durchbrechen. Dies führt in der Regel zu besseren Ergebnissen. Übernimm bei Diskussionen von Statistiken also gerne einmal aus Prinzip die Gegenseite und lasse dich von anderen überzeugen – oder auch nicht. Dabei sieht das Team schnell, wo Fehler gemacht wurden.

Quelle: KISSmetrics

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