Marketingstrategie

“Das macht dann der Praktikant” – 7 Ausreden für nicht vorhandenes Marketing

Die Kreativität, mit denen junge Startups sich aus dem Marketing herausreden, ist überdurchschnittlich hoch. Sieben Beispiele.

© Flickr / [3/4 of zer0], CC BY 2.0

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Mit Marketing generieren Unternehmen die Aufmerksamkeit, die sie benötigen, um ihre Geschäfte zum Laufen zu bringen und sie auch am Laufen zu halten. Der Vorteil am digitalen Marketing ist dabei, dass auch kleine Startups sich den Einsatz leisten können, denn viele Instrumente kosten eben nur einen Bruchteil dessen, was ein klassisches Marketing veranschlagt. Es gibt allerdings auch Unternehmen, die die Marketing-Bemühungen hintenan stellen und dabei interessante Rechtfertigungen parat haben. Susanna Gebauer, Social Media Expertin und Mitgründerin von The Social Ms, hat sieben beliebte und auf ihrer eigenen Erfahrung basierende Ausreden von Unternehmen zusammengestellt, die (vorerst) keinen Sinn im Einsatz von Marketing sehen und sich damit häufig selbst ausbooten.

Die Optimistischen: Wir planen irgendwie viral zu werden!

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Gebauer berichtet von jungen Startups, die auf Gedeih und Verderb nicht in ein solides Marketing investieren wollten, sondern davon überzeugt waren, ein bisschen Brainstorming hier und da würde schon für Viralität und somit den Durchbruch sorgen. Viralität ist allerdings nicht planbar und so werden sie vermutlich noch heute auf die zündende Idee warten. Um Kunden zu erreichen und den Bekanntheitsgrad zu erhöhen, sollten Startups das Marketing von Anfang an mit in ihre Strategie einfließen lassen.

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Der Klassiker: Dafür stellen wir einen Praktikanten ein!

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Wer dem Praktikanten die Verantwortung für das gesamte Marketing überlässt, kann auch gleich aufs Marketing verzichten. Dennoch werden sie oft darauf losgelassen, insbesondere wenn es zum Thema “Social Media Marketing” kommt. Dies kann auch nur passieren, wenn der CEO der genannten Marketing-Disziplin immer noch nicht genug Relevanz beimisst. Demnach sollte es eigentlich nicht mehr vorkommen – tut es aber erschreckend häufig. Und selbst wenn er oder sie in der Lage ist, die nötigen Fähigkeiten schnell zu erlernen, ist die Person nach kurzer Zeit wieder weg und der Spaß beginnt von Neuem.

Die Vorsichtigen: Marketing kommt, wenn der Umsatz stimmt

© huluperfectgif.tumblr.com

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Die Kosten sind kein Argument. Digitales Marketing ist nur in Teilbereichen vergleichsweise teuer. Um das Unternehmen anfänglich zum Wachsen zu bringen, benötigt es Social Media Know-how und ein überschaubares Budget. Heute in Hamburg und Familo etwa haben mit ihrer Erfolgsgeschichte gezeigt, dass sich auch mit wenig Geld und einem Fokus auf Social Media Marketing eine Menge bewegen lässt.

Die Prioritätensetzer: Die Produktentwicklung steht an erster Stelle

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Wenn du jahrelang an deiner Idee oder deinem Produkt herumbastelst, ohne Marketing zu betreiben, kann es sein, dass am Ende keiner deine Sachen kaufen will, denn unter Umständen hast du vor lauter Optimierung an deiner Zielgruppe vorbei entwickelt. Mach es, wie bei der Konversionsoptimierung: Kontinuierlich durchgeführte A/B-Tests zeigen genau auf, welche Bedürfnisse die Zielgruppe hat und in welche Richtung du dein Produkt weiterentwickeln solltest.

Die Haarspalter: Wir machen Vertrieb, kein Marketing

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Den Salesbereich und das Marketing als zwei unterschiedliche Dinge zu betrachten, ist ein großer Fehler, so Gebauer. Unternehmen, die sich auf Sales konzentrieren, haben es unter Umständen schwerer Leads zu generieren. Denn es verkauft sich leichter, wenn der potentielle Kunde bereits vom Produkt oder der Marke gehört hat. Die beiden Disziplinen gehören im besten Falle verzahnt, um gute Leads unter recht einfachen Bedingungen zu generieren.

Die Pragmatischen: PR reicht auch!

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Um erste Aufmerksamkeit zu erzeugen, kann PR schon helfen. Die PR-Maschinerie anzuwerfen, um Sponsored Posts oder ein Feature zu platzieren, kann ziemlich teuer werden und schnell verhallen. Die gleichen Ziele kannst du sehr viel kosteneffektiver auch mit deinem eigenen Social Media und Content Marketing erreichen.

Die Verweigerer: Hip, hipper, am hippsten

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Gebauer beschreibt eine recht neue Art der Verweigerung, deren Argumentation ein wenig verquer wirkt: Hippe Startups behaupten, Marketing ist nicht cool genug, denn wenn du deine Produkte bewerben musst, um den Bekanntheitsgrad zu erhöhen, können sie so toll ja nicht sein. Sie wollen lieber ihre Position als Underdog beibehalten und so eine besonders starke Marke etablieren, die nur Insider kennen. Gebauers Meinung dazu: Lieber ein erfolgreiches Business aufbauen, als ein cooles Unternehmen zu haben, das keiner kennt.

Quelle: The Social Ms

Über Tina Bauer

Tina Bauer

Studierte Sozialwissenschaftlerin mit Hang zu Online und Marketing. Seit 2014 als Redakteurin & Content Managerin bei OnlineMarketing.de.

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