Content Marketing

Authentizität vs. SEO: Welche Rolle spielt die Suchmaschinenoptimierung für Content Writer?

Als Content Writer gehört es dazu, Texte auch hinsichtlich der SEO zu erstellen. Doch wie stark sollten sie davon diktiert sein? Eine fortwährende Frage.

© Glenn Carstens-Peters - Unsplash

Vielen Content Writern wird abverlangt, dass sie SEO-gerechte Texte produzieren, damit diese ein bestmögliches Ranking erreichen. Und tatsächlich ist die Sichtbarkeit bei Google für die Inhalte ein entscheidender Faktor. Dabei sollten Texter jedoch einen eigenen oder zumindest markengerechten Stil nicht aus den Augen verlieren – denn dieser muss letztlich das Publikum überzeugen.

Content Writer müssen mitunter entscheiden: SEO oder Stil; aber müssen sie das wirklich?

Für Texter bei Publishern spielt natürlich die bestmögliche Qualität ihrer Inhalte die größte Rolle. Allerdings kommt doch manches Mal der Moment, wo zwischen Keyworddichte und Wortvielfalt, zwischen kurzen Sätzen und beschwingten Formulierungen entschieden werden muss. Vielleicht hat es der ein oder andere Content Writer schon erlebt, dass der eigene Stil den SEO-Anforderungen an einen Text zuliebe in den Hintergrund gerückt wurde. Aus einer Conversion-gesteuerten Sichtweise ist das gut nachvollziehbar. Denn Klicks zu generieren ist für die Publisher extrem wichtig, umso mehr, wenn darüber Werbekunden gewonnen werden wollen. Und Google als Trafficquelle funktioniert dabei besonders gut.

Doch die Schreiber sollten trotz alledem nicht dem Irrglauben verfallen, dass der SEO bei der Texterstellung oberste Priorität eingeräumt werden muss. Auch wenn es hier je nach Branche des Publishers zu unterscheiden gilt, brauchen die Texte doch vor allem eines: Authentizität. Willst du langfristig erfolgreich sein, sollten die Texte zuallererst für die Zielgruppe konzipiert sein. Ohne, dass die Schreiber von SEO-Bestreben zu sehr eingeschränkt werden. In der Folge lassen sich – womöglich ebenso schrittweise – Optimierungen ergänzen.

Es scheint nicht ausgemacht, dass nur funktioniert, was optimal suchmaschinenoptimiert ist; sondern das, was gefällt. Diese Devise dürfte gerade im Kontext der Verbreitung von Inhalten in sozialen Netzwerken fruchtbar sein.

SEO-Mythen hintanstellen und auf eigene Strategien fokussieren

Auch Sonie Simone zeigt sich bei copyblogger überzeugt, dass einige SEO-Taktiken veraltet sind. Für sie sollten Content Writer in erster Linie Texte schreiben und die SEO-Aspekte miteinbinden, so gut es eben passt. Dabei weist sie ebenfalls auf drei Mythen hin, die sie aus der Welt räumen möchte. Dazu gehören:

  • die Angst vor Duplicate Content Penalties
  • die Ansicht, Texte müssten mit Keywords vollgestopft werden
  • und die Überlegung, dass eine bestimmte Anzahl an Wörtern für guten Content nötig ist

Beim duplizierten Content sind viele Content Writer vorsichtig. Sie fürchten, dass Google ihre Seite abstrafen könnte, wenn täuschende Absichten erkannt werden. Allerdings ist duplizierter Content an sich kein Problem. Bei Google heißt es:

Duplizierter Content auf einer Website ist kein Grund für Maßnahmen gegen diese Website, außer es scheint, dass mit diesem duplizierten Content Nutzer getäuscht bzw. Suchmaschinenergebnisse manipuliert werden sollen.

Das bedeutet, dass Inhalte trotz dieser vermeintlichen SEO-Hürde anderweitig im Netz verbreitet werden können. Wichtig ist zu beachten, dass bei Seiten mit weitgehend identischem Inhalt eine Kanonisierung stattfindet. Diese kann über ein Canonical-Tag erfolgen. Außerdem können, wenn die Texte auf anderen Websites erscheinen, auch Vorlieben für die Indizierung der Website über die Search Console angegeben werden. Dazu rät Google, bei derartigen Textverbreitungen darauf zu achten, dass immer ein Backlink zum originären Text auf der eigenen Seite besteht. Weitere Hinweise zum duplizierten Content findet ihr hier.

Immerhin ist es eine gute Strategie, hochwertig erstellten Content auf verschiedenen Seiten zu veröffentlichen. In diesem Fall sollte nach der Textproduktion mit dem Hintergrundwissen um Googles Ansichten zum Thema die Distribution gesteuert werden. Hier scheint etwas SEO-Wissen hilfreich, um die Textproduktion noch ertragreicher zu machen.

Keyword-Stuffing ist weder für den Text noch den Leser sinnvoll

Der Glaube, dass Texte mit Keywords derart überfrachtet werden müssen, dass sie zwar bei Google besser ranken, dass aber der Leser diese Strategie quasi an den Keywords abzählen kann, ist nicht mehr zeitgemäß. Natürlich ist die Erwähnung bestimmter Kernbegriffe in Texten für die Onlinepublikation von Belang. Aber in der SEO sind Keywords eher deshalb wichtig, weil sie den Suchenden, also prinzipiell menschlichen Nutzern, weiterhelfen.

Sicherlich spielen sie für Googles Algorithmus eine Rolle. Hierbei ist für die Texter jedoch viel wichtiger zu überlegen, welche Phrasen Suchende wohl nutzen, um Beiträge finden zu können, wie jene, die gerade geschrieben werden sollen. Das Wissen um solche Phrasen und Wörter kann der eigenen Recherche oder einer fundierten Analyse entspringen, die man den Content Writern zur Verfügung stellen sollte, wenn möglich. Aber sie sollten sich davon lösen, stets ein Auge auf die Keyworddichte zu haben und im Zweifel noch irgendwo ein Wort einzufügen, dass sie eigentlich nicht mehr vorgesehen hatten.

Keyword Stuffing funktioniert nicht,© Igor Ovsyannykov – Unsplash

Sonia Simone fragt: Ist es in Ordnung Metaphern, Songtexte, Zitate, Analogien und dergleichen mehr einzubauen, auch wenn es der SEO nicht besonders zuträglich ist? Ja, das ist es auf jeden Fall. Wenn es zum Schreibstil und zur Marke passt und das Publikum anspricht. Denn eine positive Rezeption muss – im Hinblick auf das Branding, dass du mit Texten betreibst – zunächst im Vordergrund stehen. Wenn du dabei noch das ein oder andere Keyword eingebaut bekommst, umso besser. Aber du musst eine tolle Satzkonstruktion nicht für die SEO opfern; das wird sich langfristig nicht auszahlen.

Du musst nicht zwingend Wortmengen erfüllen

Auch wenn längere Blogbeiträge häufig ein besseres Ranking erhalten, heißt das nicht, dass du immer mindestens 500 Wörter schreiben musst, um möglichst SEO-konform zu bleiben. Natürlich ranken längere Texte oft deshalb besser, weil sie mehr nützliche und fundierte Informationen beinhalten. So einfach lässt es sich erklären. Doch wenn einen Nachricht oder eine Erklärung sich schnell abhandeln lässt, sollte diese nicht künstlich aufgebauscht werden. Das werden die Nutzer kaum schätzen. Kurzer und informativer Content kann bei Google sehr wertvoll sein.

Mit diesen kleinen Einblicken leitet Simone zu ihrer Erkenntnis über, dass man sich nicht wirklich entscheiden muss, ob man sich beim Texten treu bleibt oder ob die SEO priorisiert wird. Das Schreiben für ein Publikum sollte immer die Zielsetzung sein und mit einigen Kenntnissen zur SEO und zu Googles Einschätzungen bestimmter Praktiken lassen sich diese qualitativen Texte ebenso auf der technischen Seite optimieren.

Einen guten Text zu schreiben ist schwerer als ihn für die SEO fit zu machen. Hast du guten Inhalt produziert, können schon kleine Hinweise diesem zu einem besseren Ranking verhelfen. Mindy Weinstein erinnert beim Search Engine Journal etwa an die Relevanz der Bildoptimierung durch eine themenspezifische Benennung.

Letztlich sei gesagt, dass die Content Writer die SEO schon bedenken müssen; aber die Optimierung muss als solche erkannt werden und darf nicht zur strikten Vorgabe verkommen. Wie du die Qualität von Inhalten für die Nutzer bewerten könntest, stellt ein Gastbeitrag bei uns vor. Informiere dich auch bei Google, wie sich bestimmte Strategien in der Contenterstellung auf das Ranking auswirken. Aber bleibe dir treu, wenn deine Inhalte deinen Lesern gefallen. Am Ende des Tages bist du ein Schreiber und solltest nicht Google zu deinem ersten Lektoren machen.

Ein Gedanke zu „Authentizität vs. SEO: Welche Rolle spielt die Suchmaschinenoptimierung für Content Writer?

  1. Christoph Decker

    Dem Beitrag kann ich nur bedingt zustimmen.
    1. Im Netz gibt es zahlreiche „Schrott-Texte“, die bei Google gut ranken.
    2. Selbst bedeutende Onlineshops nutzen vorwiegend Texte, die kaum etwas mit der Suchintension zu tun haben und ranken trotzdem vorne. Hier müssen die Texte nur semantisch stimmig sein (WDF x IDF).
    3. Der schönste Text nützt nichts, wenn man damit nicht auf Google auf Seite 1 landet. Besser ein schlechter Seotext, der auf Seite 1 rankt, als ein erstklassischer Text auf de dritten Seite.
    Fazit:
    Natürlich ist ein interessant geschriebener Text ideal, der die Vorteile des Angebotes überzeugend präsentiert, der Suchintension optimal entspricht und semantisch perfekt auf ein Shorttail und 2 – 3 Longtails suchmaschinenoptimiert ist. Für so einen Text braucht man einen guten Texter mit SEO-Erfahrung, ein gutes Briefing, umfassende Recherchen und viel Zeit. Die meisten Kunden wollen das nicht bezahlen!

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