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Human Resources
Viele Unternehmen planen Einsparungen bei ihren Angestellten – warum das der falsche Weg ist

Viele Unternehmen planen Einsparungen bei ihren Angestellten – warum das der falsche Weg ist

Selina Beck | 18.01.23

Zahlreiche Firmen sparen aufgrund der derzeitigen Krisen vor allem am Personal. Doch das wird sich künftig negativ auswirken, prognostizieren Expert:innen.

Coronapandemie, Energiekrise, Inflation – viele Unternehmen stehen zurzeit vor gravierenden wirtschaftlichen Herausforderungen. Aufgrund dessen entscheiden sich viele Firmen dazu, Einsparungen vorzunehmen. Viele Führungskräfte planen dabei vor allem Einsparungen zulasten ihrer Angestellten. So haben drei Viertel der deutschen Unternehmen bereits bei den Mitarbeiter:innen-Benefits Kürzungen vorgenommen oder wollen diese zeitnah umsetzen.

Das zeigt eine aktuelle LinkedIn-Umfrage unter Führungskräften, die das Marktforschungsinstitut YouGov im Auftrag von LinkedIn unter knapp 3.000 Führungskräften in Deutschland und weiteren Ländern von September bis Oktober 2022 durchgeführt hat. Dies ist laut den LinkedIn-Expert:innen jedoch der falsche Weg, der verheerende Auswirkungen mit sich bringen wird.

Führungskräfte befürchten negative Auswirkungen durch Einsparungen

Trotz der geplanten beziehungsweise vorgenommenen Kürzungen der Angebote für Mitarbeiter:innen rechnen 73 Prozent der befragten Führungskräfte mit einem negativen Effekt auf die Motivation ihrer Angestellten. Diese Befürchtungen sind nicht grundlos, denn die Kürzungen betreffen zentrale Bereiche wie die Kostenübernahme der Home-Office-Ausstattung und die Zuschüsse zu Internetkosten bei Remote Work.

Gestrichen werden sollen auch Maßnahmen zur Förderung des Wohlbefindens der Mitarbeiter:innen; die generelle Möglichkeit, im Home Office zu arbeiten, sowie freiwillige freie Tage. Dies sind allerdings alles Leistungen, die Beschäftigte einfordern und die nachweislich die Produktivität steigern.

Das zeigt sich vor allem in der Diskussion um das Home Office: Das Home Office hat sich mittlerweile in Deutschland etabliert und wird von vielen Beschäftigten als selbstverständlich angesehen. Eine Studie von Microsoft zeigte vor Kurzem, dass sich viele Arbeitnehmer:innen an das Home Office gewöhnt haben und ihre Arbeitsleistung dadurch sogar als produktiver empfinden. Jedoch wurde auch deutlich, dass viele Führungskräfte die Präsenzform zurückwollen, da es ihnen schwerfällt, in hybriden Arbeitsmodellen auf die Produktivität der Beschäftigten zu vertrauen. 

Kurzfristige Sparpotenziale – langfristige Negativfolgen

35 Prozent der Führungskräfte planen laut der LinkedIn-Umfrage, Investitionen und Angebote für Trainings und die Weiterentwicklung ihrer Angestellten zu kürzen. Kurzfristige Einsparungen können dadurch erzielt werden, doch negative Folgen könnten schneller als gedacht folgen. Denn: Viele Beschäftigte sehen Benefits und Weiterbildungen als sehr wichtig und als Ausdruck der Wertschätzung des Unternehmens an. Wenn diese wegfallen, kann eine Unzufriedenheit entstehen, die sich auch negativ auf die Produktivität auswirkt.

Zudem werden infolgedessen viele Beschäftigte an der Wirtschaftlichkeit der Firma zweifeln. Im schlimmsten Fall folgen Kündigungen, die gerade in Zeiten des anhaltenden Fachkräftemangels dringend vermieden werden sollten. Im War for Talents sind Benefits unerlässlich, um Fachkräfte anzuwerben und langfristig an das Unternehmen zu binden. Falls viele Kündigungen zusammenkommen, entstehen mehr Belastungen für das übrige Personal, was weitere Kündigungen nach sich ziehen kann. Die Expert:innen von LinkedIn raten:

Unternehmen sollten sich deshalb bewusst darüber sein, dass der Weg aus der Krise – wenn er unbedacht beschritten wird – in eine Negativspirale führen kann. Auch wenn es im ersten Moment naheliegend erscheint, Mitarbeiter-Benefits zum Wohle des Unternehmens zu streichen, sollten sie dabei behutsam vorgehen. Es gilt ein gesundes Gleichgewicht zwischen dem tatsächlichen finanziellen Nutzen und den Auswirkungen auf die Mitarbeiterzufriedenheit zu finden. Außerdem ist eine offene und transparente Kommunikation mit den Mitarbeitern wichtig – das heißt: Hintergründe erklären, einen Zeitpunkt festlegen, an dem die Wiedereinführung geprüft wird oder auch gemeinsam einen Konsens finden, auf welche Leistungen verzichtet werden soll.

Eine offene Kommunikation ist notwendig, da sonst Vertrauensverlust, sinkende Produktivität und Kündigungen drohen. Wie Unternehmen durch Employee Engagement Talente überzeugen und binden können, erfährst du in diesem Artikel auf OnlineMarketing.de.

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