Human Resources
Top-Gehälter ohne Studium: Wo sich eine Ausbildung 2026 besonders lohnt

Top-Gehälter ohne Studium: Wo sich eine Ausbildung 2026 besonders lohnt

Marié Detlefsen | 14.04.26

Ausbildung oder Studium? Wer 2026 den richtigen Ausbildungsberuf wählt, kann schon früh ein überraschend hohes Gehalt verdienen. Doch ausgerechnet die beliebtesten Jobs schneiden finanziell oft deutlich schlechter ab.

Für viele Schulabgänger:innen scheint der Weg klar: Studium, Hörsaal, Bachelor. Doch ganz so eindeutig ist die Lage längst nicht mehr. Eine aktuelle Analyse von The Stepstone Group zeigt nämlich, dass eine Ausbildung finanziell durchaus mithalten kann. Vor allem technische, digitale und gesellschaftlich relevante Berufe stehen 2026 ganz oben auf der Gehaltsliste. Wer seine Ausbildung in diesen Bereichen absolviert, kann schon wenige Jahre nach dem Abschluss ein Jahresgehalt erreichen, das sich sehen lassen kann, teilweise deutlich über 50.000 Euro. Wir zeigen dir, in welchen Ausbildungsberufen du am besten verdienst.

Wo Azubis nach der Ausbildung am meisten verdienen

Ein Blick auf die bestbezahlten Ausbildungsberufe zeigt schnell ein Muster: Es sind vor allem spezialisierte Jobs mit hoher Verantwortung oder technischem Know-how. Ganz vorn liegt der Beruf Chemikant:in mit einem mittleren Einstiegsgehalt von rund 53.250 Euro jährlich. Direkt dahinter folgen Kaufleute für Digitalisierungs-Management mit etwa 53.000 Euro. Auffällig ist außerdem, dass gleich mehrere Berufe aus der Luftfahrttechnik unter den Top-Plätzen landen. Auch medizinische und soziale Berufe schneiden stark ab, mit Durchschnittsgehältern von etwa 51.000 Euro.

BerufJahresmedian-Gehalt in Euro
Chemikant:in53.250
Kaufleute – Digitalisierungs-Management53.000
Fluggerätmechaniker:in – Fertigungstechnik
Fluggerätmechaniker:in – Triebwerkstechnik
51.750
51.250
Operationstechnische:r Assistent:in51.250
Pflegefachleute (Altenpflege)51.000
Sozialversicherungsfachangestellte:r – Rentenversicherung50.750
Mathematisch-technische:r Software-Entwickler:in49.750
Pharmakant:in49.500
Fachinformatiker:in – Daten- und Prozessanalyse49.500
Investmentfondskaufleute49.500

Dicht dahinter folgen weitere spezialisierte Tech- und Pharmaberufe wie mathematisch-technische Software-Entwickler:innen oder Pharmakant:innen mit knapp unter 50.000 Euro jährlich. Die Gehälter verraten ziemlich viel darüber, wo Deutschlands Wirtschaft gerade unter Druck steht und welche Fachkräfte händeringend gesucht werden. Anna Wittich, Arbeitsmarktforscherin bei The Stepstone Group, sagt hierzu:

Die Liste der bestbezahlten Jobs nach der Ausbildung liest sich wie ein Katalog der drängendsten Herausforderungen der deutschen Wirtschaft. Der Markt zahlt dort am meisten, wo der Bedarf am größten und der Wandel am spürbarsten ist.

Beliebt ist nicht gleich gut bezahlt

Allerdings haben die beliebtesten Ausbildungsberufe unter Schulabgänger:innen oft wenig mit diesen Spitzengehältern zu tun. Laut der Studie stehen Klassiker wie Kfz-Mechatroniker:in, Verkäufer:in oder Kaufleute für Büro-Management zwar hoch im Kurs, doch beim Gehalt sieht es deutlich nüchterner aus. So liegt das Einstiegsgehalt bei Kfz-Mechatroniker:innen im Median bei rund 39.500 Euro, Kaufleute für Büro-Management kommen auf etwa 39.250 Euro. Verkäufer:innen bilden in Hinblick aufs Gehalt mit rund 34.250 Euro sogar das Schlusslicht unter den beliebtesten Berufen.

Ein paar Ausnahmen bestätigen allerdings die Regel: Elektroniker:innen und Fachinformatiker:innen sind sowohl beliebt als auch vergleichsweise gut bezahlt – mit Einstiegsgehältern von bis zu 48.500 Euro.

Kraftfahrzeugmechatroniker:in39.500
Kaufleute für Büro-Management39.250
Verkäufer:in34.250
Medizinische:r Fachangestellte:r39.750
Zahnmedizinische:r Fachangestellte:r36.750
Fachinformatiker:in47.250
Kaufleute im Einzelhandel35.250
Elektroniker:in48.500
Anlagenmechaniker:in SHK42.000
Industriekaufleute41.500

Ausbildung mit Zukunft – und Perspektive

Die Zahlen zeigen ziemlich deutlich: Wer sich bei der Berufswahl nur an Beliebtheit orientiert, verzichtet möglicherweise auf ein deutlich höheres Einkommen. Gleichzeitig bedeutet ein Top-Gehalt nicht automatisch, dass der Beruf auch zu den eigenen Interessen passt. Gerade die Diskrepanz zwischen Nachfrage und Gehalt macht aber deutlich, wohin sich der Arbeitsmarkt entwickelt. Digitalisierung, Pflege und spezialisierte Technikbereiche sind die großen Gewinner:innen und werden es vermutlich auch bleiben.

Trotzdem gilt: Das Gehalt sollte nie das einzige Entscheidungskriterium sein. Interessen, Stärken und persönliche Ziele spielen eine mindestens genauso große Rolle. Wer hier die richtige Balance findet, kann mit einer Ausbildung den Grundstein für eine erfolgreiche – und anständig bezahlte – Karriere legen. Heutzutage ist es außerdem gängig, den Berufsweg noch zu ändern oder Jobs im Schnittstellenbereich zwischen einzelnen Branchen einzugehen, welche es lange Zeit nicht gab.

Zudem ist eine Ausbildung mittlerweile genauso sicher wie ein Studium. Denn obwohl Studieren lange als Eintrittskarte in eine sichere Karriere galt, kämpfen immer mehr Akademiker:innen nach dem Abschluss mit unsicheren Jobperspektiven, während KI den Arbeitsmarkt dominiert. Mehr dazu erfährst du im folgenden Artikel:


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© Vlada Karpovich – Pexels

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