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Human Resources
Stellenanzeigen analysiert: Auf diese Soft Skills kommt es derzeit an

Stellenanzeigen analysiert: Auf diese Soft Skills kommt es derzeit an

Hauke Eilers-Buchta | 14.10.22

Soft Skills sind für viele Jobs unentbehrlich. Doch welche Soft Skills sollten Bewerber:innen mitbringen? Eine aktuelle Analyse von Stellenanzeigen gibt darüber Auskunft.

Für die allermeisten Jobs brauchen Bewerber:innen entsprechende Fähigkeiten, auch als Skills bezeichnet. Dabei wird gemeinhin zwischen Hard und Soft Skills unterschieden. Insbesondere auf die Soft Skills kommt es dabei häufig an und viele Personaler:innen achten verstärkt darauf, dass potentielle Mitarbeiter:innen diese auch mitbringen. Doch dafür müssen Bewerber:innen zunächst einmal wissen, welche Soft Skills überhaupt gefragt sind. Da sich diese Anforderungen immer wieder ändern, sollte man auf dem Laufenden bleiben. Durch den Jobminitor Soft Skills der Bertelsmann Stiftung ist dies relativ simpel möglich, erst kürzlich wurden die aktuellen Daten veröffentlicht.

Soft Skills für den neuen Job: Darauf kommt es 2022 an

Nicht nur die Coronapandemie wirkt sich darauf aus, welche Anforderungen Unternehmen an neue Mitarbeiter:innen haben, auch der russische Angriffskrieg auf die Ukraine sowie die derzeitige Inflation und Energiekrise spielen diesbezüglich eine Rolle. Die Anforderungen am Arbeitsmarkt unterliegen aber auch unabhängig von solchen Extremen ständigen Veränderungen. Unternehmen setzen zur Zeit vor allem auf Einfühlungsvermögen, eine positive Grundeinstellung und auf Besonnenheit. Das geht aus zahlreichen Stellenanzeigen hervor, die für den Jobmonitor Soft Skills analysiert wurden.

Insgesamt bezieht der Jobmonitor Daten aus mehr als 48 Millionen Stellenanzeigen mit ein, die online geschaltet und in der Folge ausgewertet wurden. Dabei wird der Jobmonitor regelmäßig aktualisiert, pro Tag kommen in etwa 200.000 Stellenannoncen hinzu, die mit in die Auswertung einfließen.

Kompetenzen stehen für viele Arbeitgeber:innen im Fokus

Durch die aktuellen Daten der Analyse wird schnell deutlich, welche Veränderungen es bei den Anforderungen an Soft Skills bei Bewerber:innen in den vergangenen vier Jahren gegeben hat. Alleine der Soft Skill Besonnenheit wird in 73 Prozent mehr Fällen als wünschenswert genannt, es folgen Einfühlungsvermögen mit einem Plus von 39 Prozent sowie eine positive Grundeinstellung mit einem Mehr von 26 Prozent.

Ebenso wünschen sich viele Arbeitgeber:innen einen sicheren Umgang mit Daten – dahingehend gab es ein Plus von ganzen 62 Prozent – sowie auch mit der digitalen Identität. Für 34 Prozent der Arbeitgeber:innen gewann diese Kompetenz zuletzt an Bedeutung hinzu. Ein möglicher Grund dafür: die Coronakrise, durch die vermehrt im Home Office gearbeitet wurde und die Kommunikation mehr und mehr online stattfand. Dazu passt auch, dass sich Arbeitgeber:innen den Soft Skill der Motivation von Kolleg:innen wünschen. Ein Umstand, der in Zeiten virtueller Arbeit ebenfalls an Bedeutung gewinnen musste.

Jobmonitor soll mehr Transparenz für den Arbeitsmarkt schaffen

Die Daten aus dem Jobmonitor sollen für mehr Transparenz an den Arbeitsmärkten sorgen und Vorteile für Arbeitsuchende bieten. Aber auch Jobvermittler:innen, Initiativen für Fachkräfte oder Initiator:innen von Weiterbildungsangeboten sollen davon profitieren können.

Wenig überraschend sind indes die Spitzenreiter:innen der gewünschten Soft Skills: Einsatzbereitschaft sowie Teamfähigkeit. Auch die derzeitigen gesellschaftlichen Krisen konnten nichts daran ändern, dass diese Soft Skills nach wie vor zu den gefragtesten Kompetenzen von Bewerber:innen zählen. In knapp der Hälfte der analysierten Stellenangebote wurde so zum Beispiel Einsatzbereitschaft gefordert, Teamfähigkeit spielt in einem Drittel der Annoncen eine Rolle. Auch Selbstständigkeit ist ein gern gesehener Soft Skill, während Aspekte wie kreatives Denken und Sorgfalt eher untergeordnete Rollen spielen.

Ist die Digitalisierung in der Arbeitswelt angekommen?

Natürlich muss sich im Rahmen einer solchen Analyse im Jahr 2022 auch die Frage gestellt werden, welchen Stellenwert die Digitalisierung inzwischen hat. Zu erwarten ist beispielsweise, dass die Digitalisierung und damit verbundene Fähigkeiten für Arbeitgeber:innen einen enorm hohen Stellenwert haben und ordentlichen Zuwachs verzeichnen konnte. Allerdings: Die Jobmonitor-Analyse sagt etwas anderes!

Zwar sind digitale Grundkenntnisse in einzelnen Bereichen wie Recht, Management oder auch Finanzen sehr wichtig, in mehr als der Hälfte aller Branchen allerdings spielt die Digitalisierung kaum eine Rolle. Auch die zuverlässige Arbeit mit Office-Programmen ist in nicht einmal einem Zehntel der Jobannoncen von Bedeutung. Dabei ist zu betonen, dass bei derlei Fähigkeiten die Grenze zu den Hard Skills erreicht wird.

Regionale Unterschiede bei Soft Skills: Ostdeutsche Bundesländer setzen auf Verlässlichkeit

Ebenso überraschend kommen allerdings auch regionale Differenzen zu Tage. So spielt Verlässlichkeit für Unternehmen im ländlichen Bereich eine größere Rolle als in Städten, diese Kernkompetenz wird zudem in den neuen Bundesländern häufiger gefordert als in den alten Bundesländern. Bundesweit spielt Verlässlichkeit in rund 20 Prozent der Stellenausschreibungen eine Rolle, in der ostdeutschen Region liegt der Wert höher und der Soft Skill ist bedeutsamer.

Ein Grund dafür dürften auch regionale Unterschiede bei den gelebten und gewünschten Werten sein. Diese werden auch in anderen Untersuchungen der Bertelsmann Stiftung deutlich, die sich dem Zusammenhalt in der Gesellschaft widmen.

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