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Human Resources
Fehlende Perspektiven und Unsicherheit: So behindern die Folgen der Pandemie die berufliche Zukunft der jungen Generation

Fehlende Perspektiven und Unsicherheit: So behindern die Folgen der Pandemie die berufliche Zukunft der jungen Generation

Michelle Winner | 29.09.21

Junge Talente fürchten sich vor Arbeitslosigkeit und Armut. Zudem sorgte die Pandemie für zunehmende Perspektivlosigkeit. Unternehmen müssen handeln.

Bereits zum vierten Mal wurden im Rahmen des Karrierebarometers Young Talents von JobTeaser junge Menschen zu ihren Berufsperspektiven befragt. Die Ergebnisse zeigen deutlich: Die neue Generation von Arbeitskräften braucht Unterstützung. Denn 84 Prozent der Studierenden haben kein Bild für den Karriereweg vor Augen. Das sind 64 Prozent mehr als noch im September 2020. Die Pandemie steigert die Unsicherheiten junger Menschen. Unternehmen müssen das verstehen und reagieren, wenn sie die Young Talents für sich gewinnen wollen.

Das sind die größten Ängste der jungen Talente

Die meisten Befragten fürchten sich in Hinblick auf ihre berufliche Zukunft vor Arbeitslosigkeit und Finanzproblemen. Dank Impfkampagne und 3G-Regeln fürchten die jungen Menschen sich nicht mehr vor sozialer Isolation, werden sich dafür aber der Unsicherheiten des Arbeitsmarkts bewusst. 46 Prozent der Studierenden, die noch in diesem Jahr ihr Studium beenden, fürchten, arbeitslos zu werden, trotz des akademischen Abschlusses. Gleichzeitig sind 91 Prozent der frischen Absolvent:innen besorgt um ihren beruflichen Werdegang. Das Gleiche gilt für 43 Prozent der Absolvent:innen, die bereits einen Job haben. 22 Prozent davon arbeiten derzeit in einer Position, die unter ihrer eigentlichen Qualifikation liegt. Svenja Rausch, Head of Communications & Marketing DACH bei JobTeaser, ergänzt:

Das sind wirklich alarmierende Zahlen. Die junge Generation braucht jetzt Stabilität und Orientierung für einen Berufseinstieg ohne Realitätsschock.

Fehlende Präsenzlehre an den Universitäten und damit auch oft weniger Orientierungsmöglichkeiten hinsichtlich des Berufswegs lassen die jungen Talente schwarz für ihre Zukunft sehen. 30 Prozent der Studierenden fürchten, ihr Leben später nicht finanzieren zu können. Dass Finanzängste eine so große Rolle in den Köpfen der jungen Leute spielen, ist nicht verwunderlich. Geldsorgen waren und sind wegen der Coronapandemie ein omnipräsentes Thema in den Nachrichten sowie innerhalb von Familien und Bekanntenkreisen. Eine sich einstellende Angst vor finanziellen Problemen ist nicht verwunderlich.

© JobTeaser

Das wünschen sich junge Talente von zukünftigen Jobs

Eines der wichtigsten Kriterien bei der Jobsuche ist bei 60 Prozent der Befragten die ausgewogene Work-Life-Balance. Junge Menschen sind sich bewusst, dass die Arbeit nicht alles im Leben ist und wollen offenbar nicht in toxisches Arbeitsverhalten verfallen. Abgesehen davon gilt bei der jungen Generation ebenso wie bei den schon lange Berufstätigen: Hybride Arbeitsmodelle sind die Zukunft. Derzeit arbeiten 32 Prozent der Absolvent:innen von zu Hause aus oder überwiegend von zu Hause aus. Weitere 32 Prozent arbeiten bereits hybrid und wechseln zwischen Büro und Home Office. Auch die Berufseinsteiger:innen haben also die Vorteile von Remote Work kennen und lieben gelernt. Lediglich 16 Prozent können sich vorstellen, überwiegend oder ausschließlich vor Ort im Büro zu arbeiten. Rausch kommentiert die Ergebnisse wie folgt:

Der Umstand, dass die Work-Life-Balance in der Bedeutung höher liegt als das Gehalt, belegt das Wertesystem der Generation Z. In der Pandemie sind die Grenzen zwischen Studium oder Arbeit im Home Office und der Freizeit verschwommen. Das hat die Relevanz einer guten Balance offenbar einmal mehr vor Augen geführt.

Knapp 80 Prozent der Befragten hoffen außerdem darauf, dass ihre künftigen Arbeitgeber:innen Wert auf die Soft Skills legen und nicht nur auf die Hard Skills. Grund hierfür ist vermutlich, dass viele Studienfächer, besonders in den Geisteswissenschaften, nicht auf einen bestimmten Job oder eine bestimmte Branche hinzielen. Die Studierenden werden nicht beruflich ausgebildet, lernen aber trotz dessen wichtige Fähigkeiten, die im späteren Arbeitsleben eine entscheidende Rolle spielen. Das Gute ist: Immer mehr Unternehmen setzen bei der Auswahl ihrer Kandidat:innen auf Soft Skills und schenken diesen eine große Bedeutung.

© JobTeaser

So können Unternehmen junge Talente unterstützen

Zunächst sollten Unternehmen dort auftreten, wo sich auch die jungen Talente aufhalten. Derzeit sind das vor allem Social Media und die Hochschulen. 47 Prozent der Befragten ist daher auch ein transparenter, informativer Auftritt von Unternehmen in den sozialen Medien wichtig und 43 Prozent wünschen sich außerdem Präsenz in den Career Centers der Universitäten. Hier lassen sich die jungen Talente am besten finden und überzeugen. Rausch erklärt:

Die genannten Zahlen untermauern den Wunsch der jungen Generation nach mehr Orientierung und Stabilität. Als Arbeitgeber gilt es, im Recruiting ein klares und realistisches Bild der eigenen Firma, der Unternehmenskultur, des Arbeitsumfeldes und der erforderlichen Fähigkeiten zu zeichnen.

Unternehmen sollten Sicherheit vermitteln und den jungen Talenten transparent zeigen, welche Aufgaben auf sie zukommen und wie die Unternehmenskultur ist. Dabei sollte vor allem auch auf Kommunikation während des Bewerbungsprozesses gesetzt werden. Die jungen Talente dürfen nicht in der Luft hängen gelassen werden. Weitere, ausführliche Möglichkeiten, um die neue Generation abzuholen und zu unterstützen kannst du in unserem Artikel zu dem Thema nachlesen.

© JobTeaser

Die Ergebnisse des Karrierebarometers zeigen klar: Die Pandemie hat großen Einfluss auf das Mindset der jungen Talente genommen und Ängste geschürt. Diese gilt es nun auszumerzen. Unternehmen können über die richtigen Kanäle und transparente Kommunikation dazu beitragen, der jungen Generation einen Weg aus der Perspektivlosigkeit zu ebnen.

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