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Human Resources
Mentale Gesundheit am Arbeitsplatz: Gute Work-Life-Balance und KI können helfen

Mentale Gesundheit am Arbeitsplatz: Gute Work-Life-Balance und KI können helfen

Marié Detlefsen | 28.09.23

Eine neue Studie offenbart, wie es um die derzeitige mentale Gesundheit von Arbeitnehmer:innen steht. Wir präsentieren dir die Ergebnisse und erklären, welchen Einfluss KI-Tools und eine gute Work-Life-Balance auf die Gesundheit haben können.

Die Gesundheit spielt für Arbeitnehmer:innen eine sehr wichtige Rolle. Doch wie stark wirkt sich unser Beruf auf unsere Gesundheit aus und verändert dieser unser mentales Wohlbefinden? Genau diese Frage stellte sich die Personalentwicklungsplattform Leapsome. Dafür befragte das Unternehmen 2.000 Beschäftigte aus Deutschland, den USA, Frankreich und Großbritannien. Im Rahmen des Reports wurde die mentale Gesundheit deutscher Arbeitnehmer:innen und ihre Zufriedenheit am Arbeitsplatz analysiert. Die Ergebnisse zeigen ein sehr positives Bild: Etwa 95 Prozent der Angestellten in Deutschland schätzen ihre mentale Gesundheit als gut ein. Damit belegt Deutschland Platz eins im europäischen Vergleich.

Work-Life-Balance spielt entscheidende Rolle bei der Gesundheit

Unter den befragten deutschen Arbeitnehmer:innen bewerten 95 Prozent ihren mentalen Gesundheitszustand als positiv. Dieser Prozentsatz setzt Deutschland im europäischen Vergleich an die Spitze, knapp gefolgt von Frankreich mit 94 Prozent und deutlich vor Großbritannien mit 87 Prozent. Generell zeigt sich eine eindeutige Tendenz in ganz Europa: Über die Hälfte der Befragten gibt an, dass sich ihre psychische Gesundheit im Vergleich zum Vorjahr verbessert hat. Sie führen dies vor allem auf die Förderung ihrer mentalen Gesundheit durch ihre Arbeitgeber:innen (94 Prozent) und das Gefühl zurück, dass ihre Vorgesetzten sich um ihr seelisches Wohlbefinden kümmern (93 Prozent).

Besonders bei jüngere spielt die Gesundheitsförderung eine maßgebliche Rolle, da die Prognosen in diesem Bereich deutlich dunkler aussehen. So beurteilt die Mehrheit der Auszubildenden in Deutschland ihre Gesundheit zwar als „gut“ oder „sehr gut“, allerdings berichten gleichzeitig 52 Prozent der Befragten von mentalen Problemen. Dabei berichten 46 Prozent der Umfragenteilnehmer:innen von körperlichen Beschwerden, die auch auf die Arbeit zurückgehen könnten. Darum spielt eine gute Work-Life-Balance vor allem bei der Generation Z eine große Rolle. Jenny von Podewils, Co-Gründerin und Co-CEO von Leapsome, sagt hierzu:

Die höchste Priorität für Mitarbeitende hierzulande ist eine gesunde Work-Life-Balance und Zufriedenheit im Job. Unternehmen müssen verstehen, dass Work-Life-Balance und eine motivierende, auf den einzelnen Menschen ausgerichtete Unternehmenskultur kein ‘Nice-to-have’ ist, sondern eine entscheidende strategische Komponente für Wettbewerbs- und Zukunftsfähigkeit. Das mentale Wohlbefinden des Teams ist Chefsache.

Nahezu 90 Prozent der deutschen Arbeitnehmer:innen betrachten eine ausgeglichene Work-Life-Balance als entscheidend für ihre Zufriedenheit, ihre Motivation und ihr Engagement. Ähnliche Erkenntnisse lassen sich auch in Frankreich und in Großbritannien beobachten.

Verbesserungspotential im Bereich Kommunikation

Dennoch gibt es Raum zur Verbesserung in Bezug auf Rückmeldungen und Kommunikation. Fast neun von zehn der Beschäftigten aus Deutschland sind in der Lage, empfangenes Feedback effektiv umzusetzen, zum Beispiel durch die klare Festlegung von Zielen. Trotzdem sind 79 Prozent der Meinung, dass Leistungsüberprüfungen häufiger durchgeführt werden sollten. Offensichtlich besteht ein Bedarf an regelmäßigem Austausch zwischen Führungskräften und Mitarbeiter:innen und das nicht nur im Kontext von Feedback. Nur knapp die Hälfte der befragten aus Deutschland gibt an, dass ihre Organisation die Ergebnisse von unternehmensweiten Umfragen mit ihnen teilt. Fast drei Viertel sind zudem unzufrieden mit der Art und Weise, wie Ziele und die Messung von Leistungskennzahlen in ihrem Unternehmen kommuniziert werden.



KI steigert Produktivität und reduziert Stress

Um Stress im Arbeitsalltag abzubauen und Aufgaben besser einzuteilen, gaben viele der Befragten an, Künstliche Intelligenz zu Hilfe zu nehmen. Mindestens einmal wöchentlich setzen 80 Prozent der Arbeitnehmer:innen aus Deutschand laut der Umfrage KI-Tools am Arbeitsplatz ein. 86 Prozent von ihnen sind der Meinung, dass dies ihre tägliche Arbeit effizienter gestaltet. Im Gegensatz dazu sind die sechs wöchentlichen Meetings in Deutschland ein wahrer Hemmschuh für die Produktivität: Lediglich zwölf Prozent empfinden sie als sinnvoll investierte Zeit. Kajetan von Armansperg, Co-Gründer und Co-CEO von Leapsome, befürwortet die neuen Innovationen:

Unternehmen sind in der Pflicht, das Potenzial von KI und Technologie so einzusetzen, dass das Wohlbefinden und die mentale Gesundheit ihrer Mitarbeitenden davon profitiert. Langfristig bietet diese Herangehensweise auch einen unternehmerischen Mehrwert, denn zufriedene Mitarbeitende sind produktiver und gesünder und bleiben dem Unternehmen länger erhalten. Es liegt an den Entscheidungstragenden, das Potenzial einer mitarbeiterzentrierten Kultur durch neue technologische Möglichkeiten effektiv auszuschöpfen.

Forscher:innen argumentieren zudem, dass KI-Technologie als wertvolles Werkzeug dienen kann, menschliche Fähigkeiten zu verbessern. Eine allgemeine Verbesserung in diesem Kontext würde die Chance auf eine bessere Effizienz und mehr Produktivität in Unternehmen erhöhen. Die KI-Tools können ausführliche Antworten liefern, Texte schreiben, informative Auskünfte in Schriftform geben und sogar Essays verfassen. Dadurch können vor allem Routineaufgaben erleichtert und somit ein stressreduzierter Arbeitsalttag gestaltet werden.


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Desktopbild der Anwendung ChatGPT.
© Rolf van Root – Unsplash

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