Human Resources
Gefeuert werden aufgrund von KI‑Fehlern? 83 Prozent fürchten um ihren Job

Gefeuert werden aufgrund von KI‑Fehlern? 83 Prozent fürchten um ihren Job

Marié Detlefsen | 21.09.26

KI soll Beschäftigte entlasten und ihnen täglich Zeit sparen – doch für viele wird sie zugleich zum beruflichen Risiko. Erfahre, warum Beschäftigte fürchten, für einen Fehler der KI verantwortlich gemacht oder sogar gekündigt zu werden.

Künstliche Intelligenz soll den Arbeitsalltag erleichtern, Zeit sparen und Unternehmen produktiver machen. Doch für viele Beschäftigte bringt der Einsatz von KI nicht nur Entlastung, sondern auch ein mulmiges Gefühl mit sich. Eine neue weltweite Studie zeigt, wie groß die Unsicherheit inzwischen ist: 83 Prozent der Befragten befürchten, für einen Fehler einer KI verantwortlich gemacht zu werden – bis hin zum Verlust des eigenen Arbeitsplatzes.

83 Prozent der Befragten befürchten, für einen Fehler einer KI verantwortlich gemacht oder gefeuert zu werden, © GoTo
83 Prozent der Befragten befürchten, für einen Fehler einer KI verantwortlich gemacht oder gefeuert zu werden, © GoTo

Für die Untersuchung „The Pulse of Work in 2026: Opportunity, Risk, and Responsibility in an AI-Driven Workplace“ wurden 2.500 Beschäftigte und IT-Führungskräfte weltweit befragt. Durchgeführt wurde die Erhebung von GoTo gemeinsam mit dem Marktforschungsunternehmen Workplace Intelligence. Dabei zeigt sich eine ambivalente Nutzungsrealität hinsichtlich der KI bei den Studienergebnissen: Wer KI nutzt, spart nach eigener Einschätzung durchschnittlich 1,5 Stunden Arbeitszeit pro Tag. Doch der Zeitgewinn geht offenbar mit Unsicherheit einher. So haben 26 Prozent der Befragten KI bereits bewusst nicht eingesetzt, weil sie mögliche Konsequenzen fürchteten.



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© Steve A Johnson – Unsplash


KI oder Mensch? Wer ist verantwortlich?

Ein Grund für die Angst dürfte sein, dass in vielen Unternehmen klare Regeln zum KI-Einsatz fehlen. Gerade kleinere Firmen haben hier Nachholbedarf: Nur 16 Prozent der kleinen Unternehmen verfügen laut Studie über eine KI‑Richtlinie. Bei mittelgroßen Unternehmen sind es 32 Prozent, bei Großunternehmen 47 Prozent.

Dass die Sorge vor Fehlern nicht völlig aus der Luft gegriffen ist, zeigen die Erfahrungen der befragten IT‑Führungskräfte. Etwa jede:r Vierte (28 Prozent) berichtet von KI-Fehlern, die bereits Kund:innen geschadet haben. 30 Prozent nennen finanzielle Auswirkungen auf das eigene Unternehmen. Und selbst dort, wo bisher nichts passiert ist, bleibt die Unsicherheit groß: 88 Prozent der IT-Führungskräfte befürchten, dass KI künftig einen Fehler mit Folgen für ihr Unternehmen verursachen könnte.

Etwa jede:r Vierte (28 Prozent) berichtet von KI-Fehlern, die bereits Kund:innen geschadet haben, © GoTo
Etwa jede:r Vierte (28 Prozent) berichtet von KI-Fehlern, die bereits Kund:innen geschadet haben, © GoTo

Druck nach KI-Nutzung steigt

Gleichzeitig steigt der Druck, KI überhaupt zu verwenden. 58 Prozent der Beschäftigten fühlen sich dazu gedrängt, KI für eine höhere Produktivität einzusetzen. Bei rund vier von zehn Arbeitnehmer:innen spielt die KI-Nutzung inzwischen bei der Leistungsbeurteilung eine Rolle. Für 45 Prozent ist der Druck offenbar so groß, dass sie lieber einen möglichen KI-Fehler riskieren, anstatt als langsam oder ersetzbar wahrgenommen zu werden.

Dennoch hat die Nutzung von KI in diesem Kontext auch ganz andere Vorteile, denn KI kann nicht nur für Fehler verantwortlich gemacht werden – sie kann auch bewusst als Ausrede dienen. So sagen 31 Prozent der Befragten, KI helfe ihnen dabei, Verantwortung zu vermeiden. 30 Prozent halten es für sicherer, einem KI-System die Schuld zu geben, als einen eigenen Fehler einzugestehen, und 15 Prozent geben sogar zu, bereits einen selbst verursachten Fehler der KI zugeschoben zu haben. Dan Schawbel, Managing Partner bei Workplace Intelligence, sagt über diese Entwicklung:

Wir beobachten eine neue Art von Druck am Arbeitsplatz: Beschäftigte glauben, sie müssten KI nutzen, um nicht ersetzbar zu wirken, haben aber gleichzeitig Angst vor den Konsequenzen, falls etwas schiefgeht. Genau diese Kombination führt dazu, dass KI unüberlegt eingesetzt wird. Viele Unternehmen beschleunigen die Einführung von KI, ohne die notwendigen Schulungen, Richtlinien und Unterstützung bereitzustellen. Unternehmen, die diese Lücke schließen, werden das volle Potenzial von KI ausschöpfen und gleichzeitig eine produktivere und selbstbewusstere Belegschaft aufbauen.


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© Mart Production – Pexels


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