Human Resources
Wegen KI: Niedrigere Gehälter erwartet

Wegen KI: Niedrigere Gehälter erwartet

Selina Beck | 26.08.26

Schlechte Nachrichten für Beschäftigte in Deutschland: Viele Unternehmen rechnen mit sinkenden Gehältern in den nächsten fünf Jahren aufgrund von KI-Nutzung. Besonders eine Gruppe der Arbeitnehmer:innen wird damit zu kämpfen haben. Doch es gibt auch erwartete Lohnerhöhungen für andere.

KI verändert den Arbeitsmarkt weltweit – und das leider nicht immer zum Positiven für die Angestellten. So zeigt die aktuelle ifo-Unternehmensumfrage, dass viele Firmen in den kommenden fünf Jahren mit Gehaltseinbußen rechnen – explizit wegen der Nutzung von KI. Betroffen sind laut Umfrage vor allem Berufseinsteiger:innen mit weniger als fünf Jahren Berufserfahrung. Doch auch bei den Arbeitnehmer:innen mit mindestens fünf Jahren Praxiserfahrung erwarten rund 40 Prozent der Firmen Gehaltskürzungen.

Dennoch rechnet auch ein Drittel bis die Hälfte der Unternehmen mit stabilen Löhnen. Dies ist vor allem von der Qualifikation der Beschäftigten abhängig. Ifo-Forscherin Anna Ruffert betont, dass „[a]m ehesten […] mit sinkenden Gehältern für weniger erfahrene Mitarbeiter gerechnet“ wird.

Diese Branche fürchtet am meisten Lohneinbußen

Besonders häufig erwarten Dienstleister:innen sinkende Gehälter. Mitarbeiter:innen mit geringer Berufserfahrung erwarten dies zu über 53 Prozent, Beschäftigte mit mehr Berufserfahrung aber auch zu über 44 Prozent. Die Werte beim Einzelhandel liegen bei 47,9 beziehungsweise 41,3 Prozent (je nach Berufserfahrung), dicht gefolgt vom produzierenden Gewerbe mit 46,5 beziehungsweise 38,9 Prozent. Bauunternehmen gehen hingegen seltener von sinkenden Gehältern aufgrund von KI aus: Hier sind es 39 Prozent der Mitarbeitenden ohne (technischen) Hochschulabschluss mit weniger Berufserfahrung und 31,3 Prozent der Beschäftigten mit mehr Berufserfahrung.


10 Prozent betroffen:

Immer mehr junge Erwachsene weder in Ausbildung noch in Beschäftigung

Eine Frau liegt auf ihrem Sofa und schaut auf ihr Handy
© Kampus Production – Pexels


Hier werden Lohnvorteile aufgrund von KI prognostiziert

Optimistischer wird die Lohnentwicklung für Angestellte mit einem (technischen) Hochschulabschluss in der Baubranche gesehen: Hier erwarten 26 Prozent der Unternehmen, dass sich der Einsatz von KI positiv auf die Gehälter dieser Gruppe auswirkt. Bei Angestellten mit wenig Berufserfahrung erwarten 16,3 Prozent eine Gehaltserhöhung. Der Anteil bei gering qualifizierten Beschäftigten mit wenig Berufserfahrung liegt dagegen nur bei 5,9 Prozent. Forscherin Anna Ruffert sieht für Akademiker:innen hingegen Lohnchancen:

Bei Arbeitnehmern mit Hochschulabschluss – insbesondere in Kombination mit umfangreicher Berufserfahrung – halten Unternehmen es häufiger für möglich, dass KI einen positiven Einfluss auf das Gehalt hat.

Die Prognose für die nächsten fünf Jahre – differenziert nach Abschluss und Berufserfahrung, © Ifo-Institute, Grafik, Abschluss, 5 Jahre Berufserfahrung, Degree etc.
Die Prognose für die nächsten fünf Jahre – differenziert nach Abschluss und Berufserfahrung, © ifo Institute

Insbesondere Unternehmen der Baubranche, die KI verwenden, erwarten steigende Löhne für höher qualifizierte Arbeitskräfte (24 Prozent für Beschäftigte mit geringer Berufserfahrung und 29,8 Prozent für jene mit mehr als fünf Jahren Praxiserfahrung). Bei Dienstleistungsunternehmen liegen die Werte hingegen nur bei 14,9 beziehungsweise 27,3 Prozent. Im Handel liegen die Zahlen bei 15,9 beziehungsweise 24,9 Prozent und im verarbeitenden Gewerbe bei 15,6 beziehungsweise 24,2 Prozent. Die Analyse basiert auf Daten der ifo-Unternehmensumfrage vom Juni 2026, an der über 3.000 Unternehmen in Deutschland teilgenommen haben, die bereits KI verwenden.

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