Human Resources
Viel Hype, wenig Hilfe: Warum KI im Recruiting noch hinter den Erwartungen zurückbleibt

Viel Hype, wenig Hilfe: Warum KI im Recruiting noch hinter den Erwartungen zurückbleibt

Marié Detlefsen | 13.03.26

Künstliche Intelligenz gilt als große Hoffnung im Recruiting – doch in der Praxis bleibt der Nutzen bisher überraschend gering. Viele Unternehmen:innen sehen kaum Vorteile, während Datenschutz, fehlende Kompetenzen und unklare Regeln den Einsatz ausbremsen.

Stellenausschreibungen verfassen, Kandidat:innen-Pools erstellen und Bewerber:innen selektieren – all diese Aufgaben können von einer Künstlichen Intelligenz übernommen werden, zumindest in der Theorie. Denn wenn man den neuesten Zahlen des ManpowerGroup Arbeitsmarktbarometers Glauben schenkt, könnte man meinen, dass KI im Recruiting eher ein nettes Buzzword als ein:e echte:r Helfer:in ist. Während Unternehmen:innen in Deutschland insgesamt auf Stabilität setzen – fast die Hälfte (45 Prozent) plant aktuell keine Veränderungen bei der Personalstärke – zeigen die Zahlen, dass KI im Personalwesen bislang kaum den Durchbruch geschafft hat. Lediglich zehn Prozent der Unternehmen:innen geben an, dass ihre aktuellen KI-Lösungen im Recruiting, Onboarding und bei der Weiterbildung die Erwartungen vollständig erfüllen.

Nur 10 Prozent sind mit KI-Recruiting-Lösungen zufrieden

Trotz des großen Medientrubels rund um KI bleibt der messbare Nutzen laut der Studie überschaubar: Lediglich 17 Prozent sehen den größten Mehrwert bei der Einsatzplanung und Prognosen. Rund jedes fünfte Unternehmen (22 Prozent) kann überhaupt keinen positiven Effekt durch KI feststellen. Die Gründe dafür sind vielfältig: Datenschutz- und regulatorische Bedenken bremsen viele Firmen, unklare Regeln und fehlende Kompetenzen bei Mitarbeitenden kommen ebenfalls stark ins Gewicht. Nur ein kleiner Teil von neun Prozent der Unternehmen meldet, dass der Einsatz von KI keinerlei Hindernisse mit sich bringt. Insgesamt berichten 91 Prozent der Unternehmen von Herausforderungen für ihre Teams im Umgang mit KI – ein klarer Hinweis darauf, dass die Technologie noch nicht wirklich im Alltag angekommen ist.

Zudem erfülle KI nicht die Erwartungen der Recruiter. Lediglich zehn Prozent sind mit den Ergebnissen der KI-Recruiting-Lösungen zufrieden. Insgesamt geben 19 Prozent an, dass die Ergebnisse nicht tief genug gehen. Zudem sagen 14 Prozent, dass eine KI die nötigen Soft Skills nicht zureichend bewerten kann, zwölf Prozent stellen fest, dass die KI qualifizierte Bewerber:innen aussortiert und elf Prozent erleben, dass die neue Technologie ihnen ungeeignete Kandidat:innen vorschlägt.

Lediglich zehn Prozent der Personaler:innen sind mit den Ergebnissen der KI-Recruiting-Lösungen zufrieden (mit einem Klick aufs Bild gelangst du zur größeren Ansicht), © ManpowerGroup
Lediglich zehn Prozent der Personaler:innen sind mit den Ergebnissen der KI-Recruiting-Lösungen zufrieden (mit einem Klick aufs Bild gelangst du zur größeren Ansicht), © ManpowerGroup

Fehlende KI-Kompetenzen sorgen für Hürden

Doch woran liegt diese negativ konnotierte Wahrnehmung von KI-Lösungen im Recruiting? Als Hauptprobleme nennen die Befragten Datenschutz und regulatorische Vorgaben (15 Prozent), unklare Regeln (zehn Prozent) sowie fehlende KI-Kompetenz bei Beschäftigten (neun Prozent). Somit wissen Recruiter und Personaler:innen häufig gar nicht, wie KI am besten und effizientesten eingesetzt wird. Ein Grund hierfür könnte in fehlenden Weiterbildungskursen liegen. Aufgrund von erhöhtem Stress und dem anhaltenden Fachkräftemangel müssen Recruiter meist schnellstmöglich die geeignetsten Kandidat:innen finden. KI soll in diesem Prozess unterstützen, doch ohne das richtige Wissen und die passende Anwendung, kann die KI nicht die Ergebnisse liefern, die sich gewünscht wurden. Angesichts dessen setzen etwa 30 Prozent KI weder im Recruiting, Onboarding noch bei der Einarbeitung ein.

Unklare regeln und fehelende Skills bremsen den Umgang mit KI im Recruiting aus (mit einem Klick aufs Bild gelangst du zur größeren Ansicht), © ManpowerGroup
Unklare regeln und fehelende Skills bremsen den Umgang mit KI im Recruiting aus (mit einem Klick aufs Bild gelangst du zur größeren Ansicht), © ManpowerGroup

KI ist damit im Arbeitsalltag von Unternehmen:innen zwar präsent, doch echte Effizienzgewinne im Recruiting sind bisher selten. Wer auf der Suche nach einer Wunderwaffe für schnellere Einstellungen, besseres Bewerber:innen-Matching oder automatisierte Onboarding-Prozesse ist, muss aktuell wohl noch einen Gang zurückschalten und realistisch bleiben. Wer also möchte, dass die eigene HR-Abteilung mehr Fortschritte mit KI erzielt, muss in die Fortbildung seiner Mitarbeiter:innen investieren.

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