Human Resources
Gehaltssteigerungen 2025: In diesen Branchen stiegen die Löhne am stärksten

Gehaltssteigerungen 2025: In diesen Branchen stiegen die Löhne am stärksten

Marié Detlefsen | 20.01.26

2025 brachte einigen Arbeitnehmer:innen in Deutschland ein Gehaltsplus, doch der Blick hinter die Zahlen zeigt große Unterschiede je nach Branche und Beruf. Während manche Bereiche kräftig zulegten, blieb für viele trotz höherem Einkommen real kaum mehr Kaufkraft übrig.

Trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten und weiterhin spürbarer Preissteigerungen brachte das Jahr 2025 für viele Arbeitnehmer:innen in Deutschland ein nominelles Plus auf dem Gehaltszettel. Doch ein genauer Blick zeigt: Nicht alle Branchen profitierten gleichermaßen. Wir zeigen dir, welche Branchen 2025 die höchsten Gehaltssteigerungen verzeichneten.

Leichtes Gehaltsplus, aber Inflation frisst den Zuwachs

Die aktuellen Auswertungen des kununu Gehaltschecks 2026, basierend auf über 614.000 Gehaltsangaben, zeigen einen moderaten Anstieg der Durchschnittsgehälter. Das durchschnittliche Bruttojahresgehalt erhöhte sich von 50.239 Euro im Jahr 2024 auf 51.272 Euro im Jahr 2025. Das entspricht einer nominalen Steigerung von 2,1 Prozent. Demgegenüber standen jedoch eine Inflationsrate von 2,6 Prozent im Dezember 2024 sowie 2,3 Prozent im November 2025. Unterm Strich bedeutet das: Obwohl das Einkommen rechnerisch wächst, verlieren viele Beschäftigte real an Kaufkraft. Das Plus verpufft im Alltag, etwa bei Miete, Energie oder Lebensmitteln.

Umso bemerkenswerter ist, dass die Gehaltszufriedenheit dennoch leicht zulegte. Sie stieg von 56,78 Prozent im Jahr 2024 auf 57,01 Prozent im Jahr 2025. Offenbar wird selbst ein kleines nominelles Plus von vielen Arbeitnehmer:innen als positives Signal wahrgenommen, auch wenn es wirtschaftlich kaum entlastet.

Wo die Gehälter besonders stark anzogen

Deutlich dynamischer als der Durchschnitt entwickelten sich die Einkommen in einzelnen Berufen. An der Spitze rangieren Tätigkeiten, bei denen Fachkräftemangel, Tarifabschlüsse oder hohe Spezialisierung zusammentreffen. So verzeichneten Designingenieur:innen den höchsten Zuwachs: Ihr durchschnittliches Jahresgehalt sprang von 49.462 Euro im Jahr 2023 auf 61.037 Euro im Jahr 2025 und damit ein Plus von 23,4 Prozent. Ebenfalls stark fiel der Anstieg bei Clinical Research Associates aus, deren Einkommen um 19,63 Prozent auf 56.306 Euro kletterte.

BerufGehalt 2023Gehalt 2025Steigerung in Prozent
Designingenieur:in49.462 €61.037 €23,40 %
Clinical Research Associate47.066 €56.306 €19,63 %
Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger:in39.096 €46.729 €19,53 %
Netzplaner:in50.504 €59.492 €17,80 %
Schweißtechniker:in43.377 €50.438 €16,28 %

Auch Gesundheits- und Pflegeberufe profitieren. Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger:innen steigerten ihr Gehalt von 39.096 Euro auf 46.729 Euro, was einer Erhöhung von 19,53 Prozent entspricht. Weitere deutliche Zuwächse gab es bei Netzplaner:innen (plus 17,8 Prozent) und Schweißtechniker:innen (plus 16,28 Prozent).

Auffällig dabei ist, dass viele dieser hohen prozentualen Steigerungen von einem vergleichsweise niedrigen Ausgangsniveau ausgehen. Gerade in sozialen, medizinischen und pflegerischen Berufen gleichen sich die Einkommen erst langsam dem bundesweiten Durchschnitt an, trotz spürbarer Fortschritte.

Branchenranking: Hier gab es die größten Gehaltssteigerungen

Nicht nur einzelne Berufe, auch ganze Wirtschaftszweige konnten 2025 überdurchschnittliche Gehaltssteigerungen verbuchen. Besonders stark legten Branchen zu, die entweder unter massivem Personalmangel litten oder von tariflichen Anpassungen profitierten. Angeführt wird das Ranking von Sport und Beauty sowie der öffentlichen Verwaltung, beide mit einem Plus von 9,6 Prozent seit 2023. In der öffentlichen Verwaltung stieg das Durchschnittsgehalt auf 52.360 Euro, was maßgeblich auf die Tarifabschlüsse im öffentlichen Dienst (TVöD) zurückzuführen ist.

BrancheDurchschnittsgehalt 2025Durchschnittsgehalt 2023Steigerung in Prozent
Sport und Beauty39.943 €36.433 €9,6 %
Öffentliche Verwaltung52.360 €47.775 €9,6 %
Vereine49.726 €45.805 €8,6 %
Tourismus41.496 €38.452 €7,9 %
Bildung47.213 €43.804 €7,8 %
Hotels und Beherbergung38.793 €36.107 €7,4 %
Forschung und Entwicklung57.261 €53.365 €7,3 %
Gesundheit, Soziales und Pflege47.231 €44.140 €7,0 %
Energie61.817 €57.862 €6,8 %
Kunst und Kultur40.468 €37.942 €6,7 %

Ebenfalls überdurchschnittliche Gehaltssteigerungen verzeichneten Vereine mit einem Plus von 8,6 Prozent (49.726 Euro), der Tourismus mit einem Plus von 7,9 Prozent (41.496 Euro) sowie der Bildungssektor mit einem Plus von 7,8 Prozent (47.213 Euro),

Gender Pay Gap verkleinert sich ein wenig

Der Gehaltscheck wirft zudem einen Blick auf die geschlechtsspezifische Einkommensverteilung. Zwar liegt das durchschnittliche Bruttojahresgehalt von Frauen 2025 mit 47.028 Euro weiterhin deutlich unter dem der Männer (53.856 Euro), doch die Dynamik fällt zugunsten der Frauen aus. Frauen erzielten im Durchschnitt eine Gehaltssteigerung von 2,49 Prozent und lagen damit sogar über der Inflationsrate von 2,3 Prozent im November 2025. Männer hingegen verzeichneten lediglich ein Plus von 1,99 Prozent. Der Gender Pay Gap ist damit noch lange nicht überwunden, zeigt jedoch zumindest in der Entwicklung erste Annäherungstendenzen.

Dennoch steigen die Einkommen insgesamt langsamer als die Lebenshaltungskosten, wodurch die Kaufkraft weiter unter Druck steht. Gleichzeitig zeigen die Daten deutliche Unterschiede je nach Branche, Beruf und Geschlecht. Gerade deshalb gewinnt Gehalts­transparenz zunehmend an Bedeutung, denn wer sein eigenes Einkommen realistisch bewerten kann, ist besser auf die nächste Gehaltsverhandlung vorbereitet.

Du möchtest wissen, wo du dieses Jahr am meisten verdienen kannst? Dann lies dir unseren weiterführenden Artikel durch und erfahre, wie stark sich Gehälter je nach Branche, Region und Unternehmensgröße unterscheiden:


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