Human Resources
Jobsuche in Deutschland: In diesen Städten ist es für Arbeitnehmer:innen am schwersten

Jobsuche in Deutschland: In diesen Städten ist es für Arbeitnehmer:innen am schwersten

Marié Detlefsen | 16.02.26

Die Jobsuche wird 2026 für viele Arbeitnehmer:innen zur echten Geduldsprobe, doch in manchen deutschen Städten ist sie besonders herausfordernd. Erfahre, wo es aktuell am schwierigsten ist, einen Job zu finden und welche Einflüsse wie Arbeitslosenquote, verfügbare Stellen und Qualifikationsniveau dahinterstehen.

Die Jobsuche kann sich je nach Wohnort wie ein Sprint oder wie ein Marathon im Gegenwind anfühlen. Während die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland im Dezember 2025 um 23.000 auf insgesamt 2,908 Millionen gestiegen ist, kletterte die Arbeitslosenquote auf 6,2 Prozent. Kein Wunder also, dass sich viele Arbeitnehmer:innen fragen: Wo ist es eigentlich am schwierigsten, eine neue Stelle zu finden?

Eine aktuelle Analyse der Karriereplattform JobLeads hat genau das untersucht. Dafür wurden Daten des Statistischen Amtes des Bundes und der Länder sowie von Jobmonitor.de und Kununu ausgewertet. Berücksichtigt wurden unter anderem die lokale Arbeitslosenquote, die Anzahl der Unternehmensniederlassungen sowie die Zahl der Stellenausschreibungen pro 10.000 Beschäftigte. Wir stellen dir die Ergebnisse vor und zeigen, in welchen deutschen Städten Beschäftigte aktuell vor den größten Herausforderungen stehen, einen Job zu finden.

Im Ruhrgebiet ist die Jobsuche am schwierigsten

Laut der Studie ist die Jobsuche in Dortmund am schwierigsten. Die Stadt kommt auf einen Indexwert von 8,29 von zehn, dem höchsten Wert im Ranking, und damit das härteste Pflaster für Bewerber:innen. Mit einer Arbeitslosenquote von 6,35 Prozent liegt Dortmund im oberen Bereich der untersuchten Städte. Gleichzeitig wurden 2024 lediglich 3.197 Stellen pro 10.000 Beschäftigte ausgeschrieben. Auch die Zahl der Unternehmensniederlassungen fällt mit 22.471 vergleichsweise moderat aus. Zudem richten sich 56,1 Prozent der Stellenausschreibungen an Expert:innen und Spezialist:innen. Wer also keine spezifische Zusatzqualifikation oder langjährige Berufserfahrung mitbringt, hat es hier deutlich schwerer, von Unternehmen für passende Stellen in Betracht gezogen zu werden.

Direkt dahinter folgt Essen mit einem Indexwert von 8,17 von zehn. Auch hier ist die Lage angespannt. Die Arbeitslosenquote beträgt 5,74 Prozent und hat damit einen ebenso hohen Wert im Gesamtvergleich. 2024 kamen 3.243 Stellenausschreibungen pro 10.000 Beschäftigte zusammen. Mit 23.356 Unternehmensniederlassungen liegt Essen zwar leicht über Dortmund, doch auch hier dominiert ein klarer Trend: 56,2 Prozent der Inserate richten sich an hochqualifizierte Bewerber:innen. Für Fachkräfte und Helfer:innen bleiben lediglich 43,8 Prozent der ausgeschriebenen Jobs.

Berufssuche: In diesen Städten ist es am schwersten, einen Job zu finden (mit einem Klick aufs Bild gelangst du zur größeren Ansicht), © JobLeads
Berufssuche: In diesen Städten ist es am schwersten, einen Job zu finden (mit einem Klick aufs Bild gelangst du zur größeren Ansicht), © JobLeads

Auf Platz drei landet Bielefeld mit einem Indexwert von 8,10. Zwar ist die Arbeitslosenquote hier mit 4,99 Prozent niedriger als in Dortmund oder Essen, doch andere Faktoren drücken auf die Chancen. Mit nur 13.988 Unternehmensniederlassungen gehört Bielefeld zu den Schlusslichtern im Ranking. Auch die Zahl der Stellenangebote bleibt mit 3.304 pro 10.000 Beschäftigte überschaubar. Mehr als die Hälfte der Anzeigen (54,1 Prozent) richtet sich ebenfalls an Expert:innen und Spezialist:innen.

Welche Bundesländer bieten die besten Jobchancen?

Und wo läuft es am besten? Laut der Analyse in München. Die bayerische Landeshauptstadt erreicht als einzige Stadt einen Indexwert unter sechs – genau 5,86 von zehn. Mit einer Arbeitslosenquote von lediglich 2,9 Prozent gehört München zu den stabilsten Arbeitsmärkten im Vergleich. Gleichzeitig wurden 2024 beeindruckende 4.460 Stellen pro 10.000 Beschäftigte ausgeschrieben.

Die Zahl der Unternehmensniederlassungen ist mit 92.995 mit Abstand am höchsten im Ranking. Wobei hier natürlich auch in Betracht gezogen werden muss, dass Bayern nun mal das größte deutsche Bundesland ist und daher allein schon mehr Fläche als andere Städte für Unternehmen bieten kann. Allerdings gibt es auch hier einen Haken: 66,3 Prozent der Jobangebote richten sich an Expert:innen und Spezialist:innen. Wer hochqualifiziert ist, findet in München beste Bedingungen, wer es nicht ist, muss auch hier womöglich länger suchen.

In diesen Städten ist es am leichtesten, einen Job zu finden (mit einem Klick aufs Bild gelangst du zur größeren Ansicht), © JobLeads
In diesen Städten ist es am leichtesten, einen Job zu finden (mit einem Klick aufs Bild gelangst du zur größeren Ansicht), © JobLeads

Ebenfalls gute Aussichten bieten Frankfurt am Main, Nürnberg und Stuttgart. Alle drei weisen einen Indexwert von 6,4 auf und haben im Vergleich zu den anderen Bundesländern eine relativ geringe Arbeitslosenquote. Die Suche nach Spezialist:innen steht jedoch auch hier im Vordergrund. Ein Faktor, der laut Studie die Jobsuche in fast jedem Bundesland erschwert. Für Arbeitnehmer:innen ohne Zusatzqualifikationen wird die Luft dort dünn.

Für Beschäftigte heißt das: Neben der eigenen Weiterbildung kann auch ein Blick über die Stadtgrenzen hinaus neue Perspektiven eröffnen. Denn während man in manchen Regionen lange suchen muss, wartet anderswo womöglich bereits die nächste Jobchance.


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