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Digitalpolitik
EU Voice und EU Video: Das steckt hinter den neuen Social-Media-Plattformen der EU

EU Voice und EU Video: Das steckt hinter den neuen Social-Media-Plattformen der EU

Caroline Immer | 03.05.22

Nach jahrelanger Kritik des unzureichenden Datenschutzes von Facebook und Co. geht die EU nun einen unerwarteten Schritt und bringt zwei eigene Social-Plattformen auf den Markt. Im Artikel erfährst du, was es mit EU Voice und EU Video auf sich hat.

Laut einer Pressemitteilung des Europäischen Datenschutzbeauftragten sind die Social-Media-Plattformen EU Voice und EU Video in die öffentliche Testphase gestartet. Die Plattformen sollen zur Kommunikation zwischen verschiedenen EU-Institutionen und der Öffentlichkeit dienen. So können erstere auf EU Voice kurze Text-, Bild- und Videoinhalte veröffentlichen, während via EU Video Videoclips und Podcasts mit der Öffentlichkeit geteilt werden.

Mastodon und PeerTube dienen den Plattformen als Grundlage

Beide Plattformen sind Teil bewährter, dezentralisierter Open-Source-Projekte. Während die YouTube-Alternative PeerTube die Grundlage für EU Video bietet, läuft EU Voice über das Netzwerk Mastodon. Dieses machte zuletzt insbesondere im Zuge der geplanten Twitter-Übernahme durch Elon Musk als mögliche Alternative auf sich aufmerksam. Denn Mastodon könnte auf Nutzungsebene Twitters Zwilling sein – unterscheidet sich jedoch unter anderem durch seinen dezentralen Aufbau sowie den Verzicht auf Werbung von dem Kurznachrichtendienst.

© Screenshot EU Voice

Die Priorität ist der Datenschutz

Die Plattformen sollen, so der Europäische Datenschutzbeauftragte Wojciech Wiewiórowski, als Alternativen mit dem Fokus auf Privatsphäre und Datenschutz fungieren:

With the pilot launch of EU Voice and EU Video, we aim to offer alternative social media platforms that prioritise individuals and their rights to privacy and data protection.

Konkret bedeutet das unter anderem: EU Voice und EU Video sind nicht wie viele andere Social-Plattformen auf den Datentransfer an Länder außerhalb der Europäischen Union angewiesen. Dieser war vielfach zum Problem für Meta, Google und Co. geworden – denn die transatlantische Übertragung personenbezogener Daten verstößt gegen die DSGVO. Aktuell regelt ein neues, vorläufiges Abkommen den Datenaustausch zwischen der EU und den USA.

Weiterhin erklärt Wiewiórowski, dass beide Plattformen vollständig auf Werbung sowie das Profiling der User verzichten. Diese und weitere Maßnahmen sollen Individuen die Kontrolle über ihre persönlichen Daten zurückgeben.

Informationsplattformen statt echter Alternativen

Zum aktuellen Zeitpunkt lässt insbesondere das Angebot von EU Video an Umfang noch deutlich zu wünschen übrig. Da sich beide Plattformen noch in der Pilotphase befinden, ist dies jedoch nicht verwunderlich. Auch dürfte der Anspruch der EU-Plattformen ein anderer sein als jener von TikTok und Co.

© Screenshot EU Video

Könnten EU Voice und EU Video zur echten Konkurrenz für Twitter, YouTube und andere Social-Media-Plattformen werden? Aktuell sieht es nicht danach aus. Beide Plattformen scheinen ihren Fokus auf News-Inhalte sowie informativen Content zu legen. Es bleibt abzuwarten, ob eine breitere Auslegung der Inhalte mit der Weiterentwicklung der Plattformen auf die User zukommt.

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