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Digitalpolitik
„Dirty and unfair“: China will TikTok-Deal nicht zustimmen
© Solen Feyissa - Unsplash

„Dirty and unfair“: China will TikTok-Deal nicht zustimmen

Nadine von Piechowski | 23.09.20

Jetzt schaltet sich China in die Debatte um den umstrittenen Deal zwischen TikTok und Oracle ein. Die chinesische Regierung verkündete in der China Daily, dass sie keinerlei Anlass sehe, dem Geschäft zuzustimmen.

Verbot oder Verkauf? Diese Frage beschäftigte in den vergangenen Wochen nicht nur TikTok-Anhänger, sondern auch die Medienlandschaft. Nachdem US-Präsident Donald Trump Mitte Juni verkündete, dass die chinesische Bytedance-App entweder für den US-Markt gesperrt oder an ein ansässiges Unternehmen verkauft werden müsse, wurde daraus ein Politikum. Denn China ließ bereits kurz danach in der regierungsnahen China Daily verlauten, dass es sich hierbei um reine Schikane der USA gegenüber ausländischen Unternehmen handele. Jetzt – kurz bevor die Übernahme durch den Cloud-Service Oracle und Walmart bevorsteht – bezeichnete die chinesische Regierung den Deal als  „Dirty and unfair“. China sehe keinen Anlass, dieser Übernahme zuzustimmen. Konkreter heißt es in dem veröffentlichten Editorial:

What the United States has done to TikTok is almost the same as a gangster forcing an unreasonable and unfair business deal on a legitimate company. […] China has no reason to give the green light to such a deal, which is dirty and unfair and based on bullying and extortion. If the US gets its way, it will continue to do the same with other foreign companies. 

Das lässt darauf schließen, dass die chinesische Regierung den TikTok-Deal nun doch noch platzen lässt. Denn Bytedance benötigt die Zustimmung, um bestimmte Technologien verkaufen zu können. Darunter fällt auch der TikTok-Algorithmus, der maßgeblich zur Popularität der App beiträgt.

„China as a big country will not accept blackmail from the U.S.“

In der Global Times veröffentlichte die chinesische Regierung ein weiteres Statement zu der bevorstehenden Übernahme. In diesem lässt China verlauten, dass die Zustimmung zu dem TikTok-Deal einer Zustimmung zu einer Erpressung gleiche. Daher würde sie diese für die Übernahme nicht erteilen:

Any single company is weak on its own. But China as a big country will not accept blackmail from the US. Nor will it hand over control of an outstanding high-tech Chinese company to extortionists.

Aber nicht nur Chinas fehlendes grünes Licht zur Übernahme von TikTok durch Oracle und Walmart gefährdet den Deal. Auch der von Trump versprochene Bildungsfond für Texas sorgt für Unstimmigkeiten. Dieser soll laut Trump nämlich fünf Milliarden US-Dollar umfassen und von Bytedance eingerichtet werden. Schließlich würde das Unternehmen unter dem Namen TikTok Global in Texas seinen Standort aufbauen. Das chinesische Unternehmen weigert sich allerdings diese hohe Summe aufzubringen. Ob Oracle oder Walmart dies übernehmen, ist noch ungeklärt.

Keine Zustimmung von China: Bytedance weigert sich, Trumps Forderungen nachzukommen

Ein weiterer Streitpunkt ist die Verteilung der Anteile an den Konzern. Laut aktuellem Stand kaufen sich Walmart und Oracle so ein, dass insgesamt 20 Prozent des Unternehmens in amerikanischen Händen liegen. Die große Mehrheit – nämlich 80 Prozent – würden somit bei Bytedance bleiben. Trump fordert nun, dass das chinesische App-Unternehmen diese Mehrheit an die US-amerikanischen Konzerne abtreten soll. Ansonsten würde kein Deal zustande kommen. China spricht sich entschieden dagegen aus. In der China Daily heißt es:

It seems as if TikTok can remain in the US. But only if ByteDance allows Oracle and Walmart to effectively take over the company. Of the five board seats of the proposed entity TikTok Global,  four would be Americans, with only one board member being Chinese. […] ByteDance therefore stands to lose not only control of the company, but also its core technology that it has created and owns. 

Ob der Deal zustande kommt oder nicht, wird sich spätestens am 27.09. zeigen. Bis dahin haben alle Parteien Zeit, sich auf die Bedingungen der Partnerschaft zu einigen oder die App wird endgültig für den US-Markt gesperrt.


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