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TikTok und Oracle: Platzt der Deal doch noch?
© visuals - Unsplash

TikTok und Oracle: Platzt der Deal doch noch?

Nadine von Piechowski | 22.09.20

TikTok scheint immer noch nicht aus dem Schneider zu sein. Diese Faktoren könnten die Partnerschaft zwischen der Kurzvideo-App und Oracle noch gefährden.

Das Tauziehen um das TikTok-Verbot in den USA scheint noch nicht vorüber zu sein. Am Samstag verkündete US-Präsident Donald Trump, dass er dem Deal zwischen dem Cloud-Anbieter Oracle und der Social-Media-App zustimme. Obwohl zu diesem Zeitpunkt die Zustimmung der chinesischen Regierung noch nicht vorhanden und die Details des Deals zwischen den beiden Konzernen noch nicht geklärt waren, veröffentlichte TikTok auf Twitter gleich zwei Statements mit dem Motto „TikTok is here to stay“.

Nun wurde bekannt, das der Partnerschaft zwischen Oracle und TikTok – beziehungsweise Bytedance, dem Mutterkonzern der App – für den US-amerikanischen Markt noch einiges im Wege stehen könnte.

Bytedance will den populären TikTok-Algorithmus nicht abtreten

Der TikTok-Mutterkonzern plant zwar für den US-amerikanischen Markt, Oracle als „trusted technolgy partner“ einzusetzen. Allerdings beinhaltet diese Partnerschaft nicht die Überschreibung des populären TikTok-Algorithmus. Bytedance schreibt:

The current plan does not involve the transfer of any algorithms and technologies. Oracle has the authority to check the source code of TikTok USA.

TikTok gewährt den neuen Partnern also Zugang zum Source Code, den Algorithmus müssten diese allerdings selbst entwickeln – und ob das gelingt, ist fraglich.

Trump kündigt Bildungsfonds an, von dem Bytedance nichts wusste

Ein weiterer Faktor, der den Deal noch ins Wanken bringen könnte, ist der von Donald Trump angekündigte Bildungsfonds. Dieser soll ganze fünf Milliarden US-Dollar umfassen und von Bytedance bezahlt werden – allerdings wusste der App-Konzern davon nichts. Trump beharrt darauf, dass die Einrichtung eines derartigen Fonds ein Kernelement des Deals sei. Das Staatsoberhaupt plant mit dem Geld, eine „patriotic education commission“ einzurichten, die Nationalstolz und -identität fördern soll. Einziger Haken: Bytedance will nicht bezahlen. Das heißt, es müsse ein anderes Unternehmen, das an dem Deal beteiligt ist, die Einrichtung des Bildungsfonds übernehmen. Und ob Oracle das bei einer Summe von fünf Milliarden US-Dollar tun wird, ist ungewiss.

Deal or no Deal? Trump will Partnerschaft verhindern, sollte Bytedance die Mehrheit der Anteile an TikTok nicht abtreten

Die größte Hürde, die Oracle und Bytedance noch überwinden müssen, um einen Deal abzuschließen, verkündete Trump am vergangenen Montag. Der US-Präsident sagte, dass er der Übernahme nicht zustimme, sollte Bytedance nicht die Mehrheit der Anteile an TikTok an ein US-amerikanisches Unternehmen abtreten. Momentan sieht der Deal vor, dass sich Oracle mit 12,5 Prozent der Anteile und Walmart mit acht Prozent der Anteile einkauft. Der New York Times gegenüber sagte Trump:

[They] have nothing to do with it (TikTok Global, Anmerkung der Redaktion), and if they do we just won’t make the deal.

Ob sich das chinesische Unternehmen dies gefallen lassen wird, ist fraglich. Die Zukunft TikToks in den USA ist also immer noch unsicher. Ob ein Deal zustande kommt, wird sich spätestens am 27.09. zeigen. Bis dahin haben alle Parteien Zeit sich auf die Bedingungen der Partnerschaft zu einigen oder die App wird endgültig gesperrt.