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Digitalpolitik
Bestätigt: Oracle soll „Technology Partner“ von TikTok werden
© Solen Feyissa - Unsplash

Bestätigt: Oracle soll „Technology Partner“ von TikTok werden

Nadine von Piechowski | 15.09.20

Nachdem Bytedance das Angebot von Microsoft ablehnte, bestätigte Mitbieter Oracle nun, dass der TikTok-Mutterkonzern dem Unternehmen eine Partnerschaft für den US-Markt angeboten hat.

Nach dem Hin und Her um den Verkauf der Kurzvideo-App in den USA scheint nun endlich Klarheit zu herrschen. Denn Oracle bestätigte, dass Bytedance, das Unternehmen hinter TikTok, dem Cloud-Unternehmen die Position als „Trusted Technology Partner“ angeboten hat. Dieses Angebot scheint vorerst das Ende um die Debatte zu sein, welches Unternehmen die populäre App am US-Markt übernimmt, um so ein Verbot dieser zu verhindern.

US-Präsident Donald Trump verkündete im Juni, dass TikTok wegen erheblicher Sicherheitsbedenken aus den USA verbannt oder an ein US-amerikanisches Unternehmen verkauft werden sollte. Das Staatsoberhaupt setzte dafür eine Deadline bis zum 20. September. Kurz vor Ablauf der Frist bestätigte das Cloud-Unternehmen Oracle nun, dass ein Angebot für eine Partnerschaft mit Bytedance eingegangen sei.

Oracle wird Partner von TikTok: Ist die Zusammenarbeit politisch motiviert?

Der Tech-Gigant Microsoft war eines der ersten Unternehmen, das Interesse an der populären Kurzvideo-App bekundete. Bytedance lehnte das Angebot des Tech-Reisen jetzt allerdings ab. Auf dem Unternehmens-Blog schrieb Microsoft:

ByteDance let us know today they would not be selling TikTok’s US operations to Microsoft.

Dies ließ für viele Experten nur den Schluss zu, dass nur noch Oracle für eine Übernahme von TikTok in Frage kommt. Nun wurden diese Vermutungen bestätigt.

Oracle hat bisher keinerlei Erfahrungen im Social-Media-Bereich. Gegenüber der BBC vermutet Branchen-Kennerin Carolina Milanesi daher, dass das Interesse des Tech-Unternehmens an TikTok eher politisch motiviert ist:

While I can see the upside for Oracle from a cloud perspective, it is hard not to think how much of this deal rests on politics rather than tech.

Milanesi spielt damit auf die Verbindung des Oracle Chairman Larry Ellison zum amtierenden US-Präsidenten an. Der Milliardär ist ein Unterstützer der Republikaner und bekennender Trump-Anhänger. Auch die Entscheidung des TikTok-Mutterkonzerns für das Cloud-Unternehmen und gegen Microsoft könnte unter diesem Aspekt betrachtet werden. Ob Bytedance durch die Partnerschaft mit Oracle die Wogen um die App in den USA glätten will, bleibt allerdings bis auf Weiteres Spekulation.

TikTok ohne Algorithmus: Chinesische Regierung will gegen Schikane vorgehen

Die Debatte um das Verbot und den Verkauf von TikTok in den USA bleibt auch in China nicht unkommentiert. Schließlich stammt der Mutterkonzern Bytedance aus der Volksrepublik. In der China Daily schrieb die chinesische Regierung, dass ein etwaiger Bann der App reine Schikane sei. Dies wolle und könne China sich nicht bieten lassen und würde Gegenmaßnahmen einleiten. Denn die Regierung hat direkten Einfluss auf das Unternehmen. So geben bestimmte Regularien vor, dass gewisse Technologien nur mit Zustimmung der chinesischen Regierung verkauft werden dürfen. Auch der TikTok-Algorithmus, der maßgeblich für den Erfolg der App verantwortlich ist, unterliegt dieser Bestimmung. Oracle würde für die künftige US-Version von TikTok somit nur die „leere Hülle“ kaufen. Der Cloud-Anbieter müsste den Algorithmus neu entwickeln. In der South China Morning Post heißt es hierzu:

The company [ByteDance] will not hand out source code to any US buyer, but the technology team of TikTok in the US can develop a new algorithm.

Die endgültige Entscheidung, ob TikTok in den USA an Oracle fällt, ist noch nicht getroffen. Hierzu fehlt zurzeit die Zustimmung des US-Präsidenten und seiner Regierung. Ob diese erfolgt, ist fraglich. Schließlich befinden sich die US-Regierung und Bytedance mitten in einem Rechtsstreit wegen des Verbots. Auch eine Prüfung des Kartellamtes steht noch aus. Sollte die Partnerschaft dieser Standhalten, steht der Übernahme allerdings nichts mehr im Wege. Welche Veränderungen auf US-amerikanische User der App zukommen, ist bis jetzt noch nicht bekannt.


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