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Netflix: Werbegestütztes Abonnement wohl ohne Download-Option

Netflix: Werbegestütztes Abonnement wohl ohne Download-Option

Niklas Lewanczik | 18.08.22

Für Anfang 2023 plant Netflix den Start eines günstigeren Abonnementsmodells mit Werbung. Doch dieses hat womöglich einen Haken, der Nutzer:innen dazu animieren soll, weiterhin auf das Premiummodell zu setzen.

Noch in diesem Jahr wollte Netflix den Nutzer:innen und potentiellen Neukund:innen ein günstigeres Abonnement anbieten. Dafür wird bei dieser Variante dann Werbung integriert. Jetzt berichtet Bloomberg allerdings, dass das werbegestützte Modell erst Anfang 2023 auf den Markt kommen wird. Außerdem schreibt Tech-Experte Mark Gurman in seinem Artikel, dass diese Variante eine sehr populäre Funktion des aktuellen Angebots vermissen lassen dürfte. Denn der Code in der App deutet darauf hin, dass das günstigere Abonnement keine Downloads und damit keine Offline-Rezeption ermöglicht. So könnte Netflix User dazu animieren wollen, sich eher für das Premiumabonnement zu entscheiden – dessen Preis möglicherweise erneut angehoben wird.

Wie reizvoll wird das werbegestützte Modell nach dem abschreckenden Beispiel von Disney+ wirklich?

Als sich Netflix im Laufe dieses Jahres endlich dazu durchgerungen hat, doch Werbung auf der Plattform zu integrieren, klang das wie eine gute Nachricht für viele Streaming Fans. Denn die Abonnementoptionen von Netflix sind vergleichsweise teuer, die Basisversion gibt es zwar für 7,99 Euro im Monat, die Premiumvariante aber kostet bereits 17,99 Euro monatlich. Da Netflix Anfang 2022 mit einem User-Rückgang zu kämpfen hatte, entschied man sich beim Unternehmen, doch Werbung zu integrieren, um Menschen mit einem günstigeren Angebot zu locken. CEO Reed Hastings erklärte im Video-Call zu den Quartalszahlen Anfang des Jahres:

Those who have followed Netflix know that I have been against the complexity of advertising and a big fan of the simplicity of subscription. But as much as I am a fan of that, I am a bigger fan of consumer choice, and allowing consumers who would like to have a lower price and are advertising-tolerant to get what they want makes a lot of sense. That’s something we’re looking at now, we’re trying to figure out over the next year or two. But think of us as quite open to offering even lower prices with advertising as a consumer choice.

Diese Option soll den Konsument:innen noch mehr Auswahl geben. Denn die Konkurrenz ist groß, Disney+ und Amazon Prime erobern auch in Deutschland immer mehr Marktanteile von Netflix. Zudem hat Disney mit den gesammelten Streaming-Diensten nach Daten von JustWatch gerade Netflix überholt, was zahlende Kund:innen weltweit angeht. Mit Angeboten wie dem kostenlosen Freevee von Amazon oder Paramount+, das bald nach Deutschland kommt, wird das Streaming-Spektrum zudem immer größer. Und bei steigenden Lebenshaltungskosten, aber auch immer höheren Preisen für die Dienste, werden viele User womöglich nicht mehr auf sehr viele Angebote parallel zugreifen.

Disney+ hat ähnlich wie Netflix ein günstigeres Abonnement angekündigt, das durch Werbung finanziert wird. Dieses startet in den USA am 8. Dezember, kostet allerdings genauso viel wie das Premiumabonnement aktuell – das wiederum deutlich teurer wird. Daher liegt es nahe, dass auch Netflix die Preise für die Abonnementmodelle ohne Werbung anziehen könnte, sobald die etwas günstigere Option gelauncht wird. Ob diese dann für sehr viele Menschen attraktiv genug ist, um ein Abonnement abzuschließen, wird sich zeigen. Für Interessierte dürfte es jedoch ein Dämpfer sein, dass es aller Voraussicht nach keine Download-Option geben wird. Entwickler Steve Moser hatte diese Entwicklung im App Code von Netflix entdeckt und diese Entdeckung mit Bloomberg geteilt.

„Downloads available on all plans except Netflix with ads“

Moser hat über den Code auch erfahren, dass ein Skippen von Ads im neuen Modell vermutlich nicht möglich sein wird. Während der Werbeunterbrechung sollen die Playback-Kontrollen zudem nicht verfügbar sein.

Netflix hat diese Entdeckung gegenüber Bloomberg nicht kommentiert. Bisher ist das werbegestützte Modell noch in der Entwicklungsphase. Das könnte bedeuten, dass das Unternehmen diese Eigenheiten des neuen Abonnementmodells noch überarbeitet. Sollte das Modell jedoch Anfang 2023 ohne Download- und Ad-Skip-Option starten, dürfte es viele User enttäuschen. Vor allem dann, wenn es letztlich wie bei Disney+ genauso viel kostet, wie ein Basismodell aktuell; das ist jedoch bisher nur Spekulation. Einen Preis wird Netflix womöglich in den kommenden Monaten vorstellen.

Würdest du für weniger Kosten Werbung auf der Streaming-Plattform deiner Wahl in Kauf nehmen? Lasse es uns gern wissen und schreibe es in die Kommentare.

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