Dein wichtigster Touchpoint zur Digitalbranche.
Dein wichtigster Touchpoint zur Digitalbranche.
Cases
KI und Urheberrecht: Comedian Sarah Silverman verklagt OpenAI
© Levart_Photographer - Unsplash (Änderungen wurden vorgenommen via Canva)

KI und Urheberrecht: Comedian Sarah Silverman verklagt OpenAI

Larissa Ceccio | 12.07.23

Die US-Komikerin Sarah Silverman verklagt OpenAI und Meta – und könnte damit das KI-Tool ChatGPT vor Probleme stellen.

Das Unternehmen OpenAI führte die KI-Revolution an und schnell wurde klar: Chatbots wie ChatGPT oder Bilderstellungs-Tools wie Midjourney werden die Tech-Landschaft maßgeblich verändern und nahezu alle Bereiche beeinflussen. Mittlerweile gibt es bereits eine Vielzahl an KI-basierten Lösungen, welche Texte, Bilder und Videos, aber auch ganze Arbeitsprozesse generieren können. Teilweise sind die Ergebnisse nicht mehr von menschlicher Arbeit zu unterscheiden. Das Fake-Bild von Papst Franziskus in einer Balenciaga-Jacke ging beispielsweise um die Welt und sorgte gleichzeitig dafür, dass Midjourney die kostenlose Testversion stoppte. Dieser Fall zeigt: Mit der wachsenden Popularität und Verbreitung dieser Technologien wurden auch Bedenken in Bezug auf Deep Fakes, aber auch im Kontext Urheberrecht laut. Jetzt folgen erste Klagen von prominenten Personen.


Ein neuer Gesetzesentwurf sieht vor, dass Social-Media-Plattformen künftig nicht mehr vor rechtlichen Folgen durch die Verbreitung von KI-Inhalten durch User geschützt werden. Meta und Microsoft wollen derweil Standards für den Umgang mit KI finden.

Social-Plattformen könnten bald für die Verbreitung von KI-Inhalten haften

Abstrakte Darstellung von Künstlicher Intelligenz
© DeepMind – Unsplash


Die Komikerin Sarah Silverman, die unter anderem für ihre zahlreichen Stand-up-Programme bekannt ist, und die zwei Autoren Christopher Golden und Richard Kadrey verklagen Meta und OpenAI, das Unternehmen hinter der Erfolgs-KI ChatGPT. Das geht aus einem Bericht von CNN und auf Huffpost hervor.

In ihrer Klage sagen sie, die KI-Sprachmodelle des Konzerns und des Unternehmens seien ohne ihr Wissen oder ihre Zustimmung auf urheberrechtlich geschütztem Material aus ihren Büchern trainiert worden.

ChatGPT und Co. gefährden Lebensgrundlage von Kreativen

Die zwei Klagen gegen OpenAI und die Facebook-Muttergesellschaft Meta wurden kürzlich bei einem Bundesgericht in San Francisco eingereicht und streben beide den Status einer Sammelklage an. Silverman, die Autorin von „The Bedwetter“, wird bei der Einreichung der Klagen von ihren Autorenkollegen Christopher Golden und Richard Kadrey unterstützt.

Generative KI-Tools haben in den vergangenen Monaten enorme Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Sie sind in der Lage, schriftliche Arbeiten und Bilder auf Basis von User-Eingaben und sogenannten Prompts zu generieren. Die Sprachmodelle, die diesen KI-Tools zugrunde liegen, werden auf riesigen Online-Datenbeständen trainiert. Diese Praxis hat jedoch Bedenken hinsichtlich des Urheberrechts geweckt. Denn diese Modelle können Antworten auf Basis von urheberrechtlich geschützten Werken verfassen – ohne Erlaubnis der Autor:innen. Dadurch könnte die Lebensgrundlage von Autor:innen und anderen Kreativen gefährdet sein. In der Beschwerde gegen OpenAI heißt es:

When ChatGPT is prompted, ChatGPT generates summaries of Plaintiffs’ copyrighted works – something only possible if ChatGPT was trained on Plaintiffs’ copyrighted works.

Die Autor:innen „haben der Verwendung ihrer urheberrechtlich geschützten Bücher als Schulungsmaterial für ChatGPT nicht zugestimmt“, heißt es in der Beschwerde. In der Klage gegen Meta behaupten die Autor:innen außerdem, dass der Konzern die urheberrechtlich geschützten Bücher verwendet habe, um LLaMA zu trainieren, die Reihe der Sprachmodelle, die der Konzern im Februar veröffentlicht hatte. Weiter heißt es in der Klage, dass ein Großteil des Materials, das zum Trainieren der Sprachmodelle von Meta verwendet wird, „aus urheberrechtlich geschützten Werken stammt – einschließlich Büchern der Kläger:innen –, die von Meta ohne Zustimmung, ohne Quellenangabe und ohne Entschädigung kopiert wurden.“ In der Klage gegen Meta wird dem Konzern zudem vorgeworfen, dass er über eine Online Website mit einer „Schattenbibliothek“, die eine große Menge an urheberrechtlich geschütztem Material enthält, auf die geschützten Bücher zugegriffen hat. Meta lehnte es ab, sich zu der Klage zu äußern. OpenAI reagierte nicht sofort auf eine Bitte um Stellungnahme.

OpenAI Sam Altman erkennt Bedenken von Urheber:innen an

Die Klage von Silverman ist nicht die erste, die sich darauf konzentriert, wie große Sprachmodelle trainiert werden. In einer weiteren Klage gegen OpenAI, die vergangenen Monat eingereicht wurde, behaupten die Kläger:innen, das Unternehmen habe große Mengen personenbezogener Daten aus dem Internet zweckentfremdet, um die konzerneigenen KI-Tools zu trainieren. OpenAI antwortete nicht auf eine Bitte um Stellungnahme zu der Klage. Allerdings schien Sam Altman, CEO von OpenAI, anzuerkennen, dass mehr getan werden müsse, um Bedenken von Urheber:innen hinsichtlich der Art und Weise, wie KI-Systeme ihre Werke nutzen, auszuräumen. Er erklärte auf einer Veranstaltung:

We’re trying to work on new models where if an AI system is using your content, or if it’s using your style, you get paid for that.

Kommentare aus der Community

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

*
*