Human Resources
Gehalt im Check: Diese Branchen und Regionen zahlen 2026 am besten

Gehalt im Check: Diese Branchen und Regionen zahlen 2026 am besten

Marié Detlefsen | 13.01.26

Wie viel Gehalt ist 2026 drin – und wer verdient in Deutschland besonders gut? Erfahre, wie stark sich Gehälter je nach Branche, Region und Unternehmensgröße unterscheiden und warum Transparenz für Arbeitnehmer:innen immer wichtiger wird.

Über Geld spricht man nicht? 2026 schon. Und zwar mehr denn je. Denn das kommende Jahr bringt Bewegung in ein Thema, das viele beschäftigt, aber lange tabu war: das eigene Gehalt. Mit der geplanten Umsetzung der EU-Entgelttransparenzrichtlinie rückt Offenheit rund ums Einkommen stärker in den Fokus. Für Arbeitnehmer:innen bedeutet das vor allem eines: mehr Vergleichbarkeit – und hoffentlich mehr Fairness.

Wie viel in Deutschland aktuell verdient wird, wo die größten Unterschiede liegen und was das Gehalt besonders stark beeinflusst, zeigt der Gehaltsreport 2026 von Stepstone, welcher auf einem Datensatz von über 1,3 Millionen Gehaltsangaben basiert. Wir stellen dir die Ergebnisse vor.

Deutschland im Einkommenscheck: Das Median­gehalt als Richtwert

Ein Blick auf die Gesamtzahlen zeigt zunächst ein stabiles, aber keineswegs homogenes Bild. So liegt das bundesweite Bruttomediangehalt bei 53.900 Euro. Doch dieser Durchschnittswert verdeckt erhebliche regionale Abweichungen. Während viele west- und süddeutsche Bundesländer oberhalb dieses Medians liegen, bleiben die ostdeutschen Länder (Berlin ausgenommen) deutlich darunter.

So verdienen Beschäftigte im Westen im Median 56.250 Euro, während in Ostdeutschland 48.750 Euro erreicht werden. Diese Differenz von rund 7.500 Euro macht deutlich, dass der Arbeitsort auch 2026 ein entscheidender Faktor für die Einkommenshöhe bleibt.

In den Metropolen steigen die Zahlen dagegen deutlich an. Besonders gut verdienen Beschäftigte in München, wo das Median­gehalt bei 64.750 Euro liegt. Frankfurt am Main folgt dicht dahinter mit 64.000 Euro, Hamburg kommt auf 60.000 Euro. In ostdeutschen Großstädten sieht das anders aus. Dresden liegt bei 51.000 Euro, Leipzig bei 51.250 Euro, Chemnitz sogar nur bei 48.500 Euro. Großstadt heißt also nicht automatisch Spitzengehalt. Entscheidend ist, welche Wirtschaft dort angesiedelt ist.

Mehr Zufriedenheit trotz Ungleichheit

Interessant ist jedoch ein anderer Trend: Ungeachtet der bestehenden Unterschiede wächst die Gehaltszufriedenheit kontinuierlich. Im Jahr 2025 gaben 36 Prozent der Beschäftigten an, mit ihrem Einkommen zufrieden oder sehr zufrieden zu sein. Zum Vergleich: 2024 lag dieser Wert noch bei 34 Prozent, 2023 sogar nur bei 32 Prozent. Offenbar steigt das subjektive Sicherheitsgefühl, möglicherweise auch durch den wachsenden Fokus auf Transparenz und Vergleichbarkeit.


Lohntransparenz 2026:

EU macht Schluss mit undurchsichtigen Gehältern

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© Mikhail Nilov – Pexels


In diesen Branchen gibt es das höchste Gehalt

Ein entscheidender Hebel für das Einkommen bleibt die Branche. Besonders lukrativ sind Tätigkeiten in kapital- und wissensintensiven Bereichen. An der Spitze stehen Banken mit einem Median­gehalt von 70.250 Euro. Ebenfalls weit vorne rangieren die Luft- und Raumfahrtindustrie (68.000 Euro), Versicherungen (66.500 Euro) sowie die Pharmaindustrie und Wissenschaft und Forschung mit jeweils 66.250 Euro.

In diesen Branchen gibt es die höchsten Mediangehälter (mit einem Klick aufs Bild gelangst du zur größeren Ansicht; die Grafik wurde anhand der Daten vom Stepstone mithilfe von ChatGPT erstellt)
In diesen Branchen gibt es die höchsten Mediangehälter (mit einem Klick aufs Bild gelangst du zur größeren Ansicht; die Grafik wurde anhand der Daten vom Stepstone mithilfe von ChatGPT erstellt)

Am anderen Ende der Skala finden sich Branchen, in denen trotz hoher gesellschaftlicher Relevanz deutlich geringere Einkommen erzielt werden. So liegt das Median­gehalt in Hotel, Gastronomie und Catering bei 45.500 Euro. Auch Land- und Forstwirtschaft (47.250 Euro) sowie Handwerk und Freizeitwirtschaft mit jeweils 49.750 Euro bleiben unter dem Bundesmedian.

Des Weiteren wirkt sich die Größe des Unternehmens spürbar aufs Gehalt aus. Wer in einem kleinen Betrieb mit bis zu 50 Mitarbeiter:innen arbeitet, kommt im Median auf 48.800 Euro. In Großunternehmen mit mehr als 5.000 Beschäftigten sind es dagegen 63.000 Euro. Dazwischen liegt der Mittelstand: Unternehmen mit 51 bis 500 Mitarbeiter:innen zahlen etwa 54.100 Euro, größere Mittelständler mit bis zu 5.000 Beschäftigten rund 59.750 Euro.

Was das Gehalt wirklich beeinflusst

Auch die Einkommenslücke zwischen Frauen und Männern bleibt 2026 ein zentrales Thema. Laut der Studie beträgt der unbereinigte Gender Pay Gap 9,7 Prozent. Konkret verdienen Frauen im Median 50.500 Euro, Männer hingegen 55.900 Euro. Rechnet man Unterschiede bei Position, Branche und Qualifikation heraus, bleibt dennoch ein bereinigter Abstand von 4,8 Prozent. Diese Zahl macht deutlich, dass selbst bei vergleichbaren Rahmenbedingungen weiterhin eine Einkommensdifferenz besteht.

Doch was genau beeinflusst das Gehalt? Drei Faktoren stechen besonders hervor, wenn es um die Frage der Entlohnung geht: Bildung, Erfahrung und Verantwortung. Beschäftigte mit Hochschulabschluss erreichen ein Median­gehalt von 68.250 Euro. Ohne akademischen Abschluss liegt der Wert bei 51.200 Euro. Auch Berufserfahrung zahlt sich aus: Während Berufseinsteiger:innen unter einem Jahr bei 46.250 Euro liegen, kommen Beschäftigte mit über 25 Jahren Erfahrung auf 60.000 Euro. Noch deutlicher wird der Unterschied bei Führungsrollen. Wer Personalverantwortung trägt, erreicht ein Median­gehalt von 62.000 Euro. Ohne Führungsaufgaben liegt der Wert bei 51.300 Euro, eine Differenz von mehr als 10.000 Euro.

Mit Blick auf die kommenden Monate zeichnet sich ab, dass das Gehalt 2026 nicht nur eine Frage des Geldes sein wird, sondern zunehmend auch der Fairness und Nachvollziehbarkeit. Die bevorstehenden gesetzlichen Vorgaben erhöhen den Druck auf Unternehmen, klare Strukturen zu schaffen, und geben Arbeitnehmer:innen zugleich bessere Möglichkeiten, den eigenen Marktwert realistisch einzuordnen.


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© Tima Miroshnichenko – Pexe

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