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Videos mit Altersbeschränkung? TikTok will junge User besser schützen

Videos mit Altersbeschränkung? TikTok will junge User besser schützen

Michelle Winner | 10.02.22

TikToks sollen künftig durch eine Altersfreigabe beschränkt werden, um Jugendliche vor Inhalten für Erwachsene zu schützen. Doch was zunächst nicht schlecht klingt, steht bereits in der Kritik.

Videoplattform TikTok arbeitet stetig daran, seine Sicherheitsmaßnahmen zu verbessern. Erst kürzlich wurden die Richtlinien angepasst, um strenger gegen Inhalte mit gefährlichen Challenges, Deadnaming, Conversion Therapy und Essstörungen vorgehen zu können. Jetzt geht es abermals um den Schutz junger User: Altersbeschränkungen für Videos sollen verhindern, dass Jugendliche TikToks angezeigt bekommen, deren Inhalt sich an ein erwachsenes Publikum richtet, wie Protocol berichtet.

TikTok nutzt US-Rating-System zur Einordnung von Videos

Aktuell handelt es sich bei dem Vorhaben noch um einen Test. Videos werden nach dem in den USA gängigen Rating-System eingeordnet und eingeschränkt. User bekommen keine Information über die Altersfreigabe der TikToks, stattdessen geschieht der Prozess hinter den Kulissen. Demnach sollen dann nur geeignete Videos in das Feed der jungen User gespielt werden. Das Rating-System ähnelt der deutschen FSK-Beschränkung:

  • Rated G: keine Altersbeschränkung, familienfreundlich
  • Rated PG: Elterliche Aufsicht empfohlen, in etwa FSK 6
  • Rated PG-13: Inhalte können bedenklich für Kinder unter 13 Jahren sein, in etwa FSK 12
  • Rated R: Inhalte für Jugendliche unter 17 nur unter Aufsicht der Eltern zu konsumieren, in etwa FSK 16
  • Rated NC-17: Nur für Erwachsene, in etwa FSK 18

Da TikToks Richtlinien vorsehen, dass User nicht jünger als 13 sein dürfen und die Accounts von Kindern auch regelmäßig gelöscht werden, zumindest wenn sich auf deren Alter schließen lässt, soll die Altersbeschränkung vor allem Jugendliche schützen. Creator sollen künftig auch selbst einstellen können, ob ihre Videos bestimmten Altersgruppen nicht angezeigt werden sollen und sich eher an erwachsenes Publikum richten. Tracy Elizabeth, Global Issue Policy Lead bei TikTok, erklärt:

When the system is fully launched, content that we’ve identified as containing overtly mature themes could be restricted from teens. And for content that has less overtly mature themes, or even just less mature themes, our community members are going to be able to choose from the comfort zones or content maturity that they would prefer to skip. We are drawing upon the types of content rating standards and maturity ratings expectations that regulators across the globe already have in place. So we’re learning from them in order to make that type of approach applicable to our unique platform.

Kritik am Rating-System wird laut

Die Altersbeschränkung für Videos ist vermutlich eine Reaktion auf den wachsenden Druck der Regierungen weltweit, denn diese fordern stetig den ausreichenden Schutz von Kindern auf Social Media. Auf TikTok ist es aktuell so, dass User ab 13 Jahren die gleichen Inhalte ausgespielt bekommen wie Erwachsene. Dagegen sollen die Altersbeschränkungen vorgehen, doch es wird bereits Kritik am System laut. Zunächst gilt das US-System teilweise als inkonsequent, denn während Schimpfworte und Nacktheit streng reguliert sind, werden Gewaltdarstellungen eher locker behandelt. Hinzu kommt, dass TikTok zunächst einmal wissen muss, wie alt User wirklich sind. Und das ist im Internet nicht einfach, denn viele Jugendliche tendieren dazu einfach anzugeben, dass sie bereits 18 Jahre alt sind, damit sie die volle User Experience haben können. Hier bräuchte es also ein Verifikationsprinzip.

Abgesehen davon fürchten Creator eine sinkende Reichweite ihrer Videos, insbesondere dann, wenn sie fälschlicherweise als Inhalt für Erwachsene eingestuft werden. Das kann beispielsweise durch Utensilien und Requisiten passieren, die von TikTok fälschlich als gefährliche Gegenstände eingestuft werden. Darüber hinaus kann es außerdem zur Zensur bestimmter Thematiken kommen, so geschehen bei YouTubes Versuch Videos einzuschränken. Dabei wurden vor allem LGBTQ+-Inhalte geblockt. Dasselbe könnte auch auf TikTok geschehen und Videos, die zu Themen wie Gender, Sexualität, Rassismus und anderen sozialen Thematiken aufklären sollen, eingeschränkt werden.

Es wird sich zeigen, wie effektiv oder wie einschränkend und fehlerhaft TikToks neustes Experiment ist. Insgesamt geht der Weg aber in die richtige Richtung, denn die Sicherheit von Usern, speziell Kindern und Jugendlichen, ist gerade auf Social Media eine drängende Herausforderung.

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