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Unternehmensrichtlinien
Wie bei Facebook: Twitter verbannt Content von Holocaust-Leugnern
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Wie bei Facebook: Twitter verbannt Content von Holocaust-Leugnern

Nadine von Piechowski | 15.10.20

Auch der Kurznachrichtendienst entfernt ab sofort Inhalte, die Antisemitismus verbreiten und die Existenz des Holocaust infrage stellen.

Facebook macht’s vor, Twitter macht’s nach: Die Social-Media-Plattform löscht nun sämtliche Inhalte, die den Holocaust leugnen. Gegenüber dem News-Portal Bloomberg sagte ein Sprecher des Unternehmens, dass alle Inhalte, die grausame und gewalttätige historische Ereignisse infrage stellen, entfernt werden. Darunter würden auch Posts von Holocaust-Leugnenden fallen. Anders als Facebook hat Twitter keine separaten Richtlinien zum Umgang mit derartigem Content. Allerdings würden Posts, in denen behauptet wird, dass die Gräueltaten des Holocausts nicht stattgefunden haben, unter die Hateful Conduct Policies Twitters fallen. In einem Statement des Social-Media-Konzerns heißt es:

We strongly condemn anti-semitism, and hateful conduct has absolutely no place on our service. We also have a robust ‘glorification of violence’ policy in place and take action against content that glorifies or praises historical acts of violence and genocide, including the Holocaust.

Vorreiter Facebook: Zuckerberg fiel die Entscheidung nicht leicht

Erst Anfang dieser Woche verkündete Mark Zuckerberg über seinen Facebook Account, dass ab sofort Content von Holocaust-Leugnern von der Plattform entfernt wird. Der Facebook CEO tat sich laut eigener Aussage schwer mit dieser Entscheidung. Denn auf der Social-Media-Plattform soll die Redefreiheit unter keinen Umständen beschnitten werden, so Zuckerberg. Doch nach dem erschreckenden Anstieg antisemitischer Posts auf der Plattform sei dies der richtige Schritt.

Today we're updating our hate speech policy to ban Holocaust denial.We've long taken down posts that praise hate…

Gepostet von Mark Zuckerberg am Montag, 12. Oktober 2020

Dass Twitter erst nach dem Social-Media-Giganten Facebook Content von Holocaust-Leugnern verbannt, dürfte auf viele ungewöhnlich wirken. Schließlich war der Kurznachrichtendienst zuvor stets Vorreiter, wenn es darum ging, hasserfüllten Content zu sperren und Desinformationen zu markieren. Ob nun auch andere Social-Media-Plattformen wie TikTok, Triller oder Snapchat nachziehen, ist ungewiss.


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Niko am 16.10.2020 um 10:01 Uhr

In dem zitierten „Statement des Social-Media-Konzerns“ ist nur die Rede von „content that GLORIFIES OR PRAISES historical acts of violence and genocide“ – also nicht von Leugnen, sondern von „Verherrlichen“.
Woher stammt dann die Information, dass Twitter wirklich Content von Holocaust-Leugnern löscht? Vielleicht doch nur ein Missverständnis?

Danke
Niko

Antworten
Nadine von Piechowski am 16.10.2020 um 11:22 Uhr

Hallo Niko,

vielen Dank für deinen Kommentar. Twitter bestätigte gegenüber verschiedensten Medienvertretern, dass die eigenen Richtlinien jetzt strenger ausgelegt werden. Das heißt, dass hier nicht explizit erwähnt wird, dass Content, der die Existenz des Holocausts leugnet, entfernt wird (wie bei Facebook beispielsweise).
Das Leugnen des Holocausts falle laut Twitter unter die Richtlinie zu Hass schürendem Verhalten. Falls du noch weitere Informationen benötigst, kann ich dir diesen Artikel von unseren KollegInnen von heise.de empfehlen.

Ich hoffe, dass ich dir damit weiterhelfen konnte.

Viele Grüße

Nadine

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