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Apple liefert Privacy Delay zum Verschleiern von Browsing-Verhalten – aber nicht in China
© Laurenz Heymann - Unsplash

Apple liefert Privacy Delay zum Verschleiern von Browsing-Verhalten – aber nicht in China

Niklas Lewanczik | 08.06.21

Das Feature Privacy Delay versteckt Browsing-Daten vor Apple, Advertisern und Internet Providern. Doch in China, Ägypten und weiteren Ländern wird es diese Datenschutzfunktion nicht geben.

Datenschutz steht bei Apple immer stärker im Fokus. Das haben Businesses und Werbetreibende nicht zuletzt mit der bei iOS 14.5 integrierten App Tracking Transparency zu spüren bekommen. Nun stellte das Unternehmen im Rahmen der Worldwide Developers Conference (WWDC) 2021 ein neues Sicherheits-Feature für User vor. Die Funktion Privacy Delay erlaubt es diesen, ihre Daten zum Browsing-Verhalten quasi zu anonymisieren. Während das Feature im Laufe des Jahres ausgerollt werden soll, gibt es Ausnahmen für einige Märkte.

Apples Privacy Delay nicht überall verfügbar: China ist die prominente Ausnahme

Das Privacy Delay Feature von Apple funktioniert grob beschrieben wie folgt: User-Daten hinsichtlich deren Traffic und Browser-Nutzung werden an einen Server von Apple gesendet. Dort wird die IP-Adresse der User entfernt. Über einen Dritt-Server wird den Usern eine nur temporäre IP-Adresse zugeordnet, die dann an die Zielseite weitergegeben wird. Parteien wie diese Zielseiten können dann laut Apple nicht identifizieren, wer die User sind und welche Seiten sie besuchen. Möglicherweise könnte mithilfe der temporären IP-Adressen auch verhindert werden, dass Standortprofile von Nutzer:innen erstellt werden.

Dass eine zweite Partei in den Vorgang der IP-Adressänderung involviert ist, ist laut Reuters ein Schutzmechanismus. Dieser soll verhindern, dass Apple selbst eine Identifizierung von Usern vornehmen kann. Welches Unternehmen für diesen Schritt verantwortlich sein wird, ist allerdings noch unklar. Bis das Feature später dieses Jahr ausgerollt wird, möchte Apple die beteiligten Unternehmen jedoch nennen.

Doch ausgerollt wird die Funktion nicht in allen Märkten. Davon ausgenommen sind – neben China – Weißrussland, Kolumbien, Ägypten, Kasachstan, Saudi-Arabien, Südafrika, Turkmenistan, Uganda und die Philippinen. Gegenüber der BBC, die ebenfalls über die Ausnahmeregelung berichtet, hat Apple noch nicht Stellung bezogen. Milde formuliert geht Apple einen Kompromiss ein, um insbesondere im für das Unternehmen so wertvollen chinesischen Markt weiter viel Umsatz zu generieren. Im Raum Greater China konnte Apple in Q2 2021 17,7 von weltweit 89,6 Milliarden US-Dollar Umsatz generieren. Das Wachstum lag in diesem Gebiet YoY bei 87,5 Prozent. Womöglich möchte Apple einer solchen Entwicklung keinen Riegel vorschieben – und räumt China, aber auch anderen Staaten Sonderrechte bei der Nutzung der Apple-Geräten ein.

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