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WhatsApp muss wegen DSGVO-Verstoß 225 Millionen Euro Strafe zahlen
© Alexander Shatov - Unsplash

WhatsApp muss wegen DSGVO-Verstoß 225 Millionen Euro Strafe zahlen

Niklas Lewanczik | 03.09.21

Die irische Data Protection Commission (DPC) verhängte die Strafe gegen WhatsApp, da das Unternehmen Usern nicht deutlich gemacht habe, wie personenbezogene Daten verwendet und mit Facebook geteilt werden.

In einem 89 Seiten umfassenden Bericht erläutert das European Data Protection Board (EDPB) die Entscheidung, warum WhatsApp gegen die DSGVO verstoßen hat. Bereits im Dezember 2018 hatte die Data Protection Commission eine Untersuchung gegen das Unternehmen aufgenommen. Nach dem Ende der Untersuchung konnte die Behörde keine Einigkeit mit allen betroffenen Aufsichtsbehörden finden und hat daher im Juni 2021 Artikel 65 der DSGVO „Streitbeilegung durch den Ausschuss“ aufgerufen. Infolgedessen wurde nun eine finale Entscheidung getroffen, in der das EDPB eine Strafzahlung in Höhe von 225 Millionen Euro veranschlagt hat. Darüber hinaus wird WhatsApp dazu aufgerufen, die Transparenz beim Datenschutz mit den Vorgaben der DSGVO orientiert an den Vorschlägen des EDPB in Einklang zu bringen.

Anfang des Jahres hatte WhatsApp bereits eine Änderung der Nutzungsbedingungen und Datenschutzrichtlinie angekündigt. Diese, so erklärte das Unternehmen, würde für User aus der EU aber nicht wie für andere zur Folge haben, dass Daten umfassend mit Facebook geteilt würden.

There are no changes to WhatsApp’s data sharing practices in the European region (including UK) arising from the updated Terms of Service and Privacy Policy. For the avoidance of any doubt, it is still the case that WhatsApp does not share European region WhatsApp user data with Facebook for the purpose of Facebook using this data to improve its products or advertisements,

hieß es vonseiten WhatsApps. Mit der Entscheidung der Aufsichtsbehörde aus Irland und des EDPB ist WhatsApp nicht einverstanden, da die Strafe sich auf ein Versäumnis von 2018 bezieht. In einer Mail an den Publisher The Verge erklärt das Unternehmen:

WhatsApp is committed to providing a secure and private service. We have worked to ensure the information we provide is transparent and comprehensive and will continue to do so. We disagree with the decision today regarding the transparency we provided to people in 2018 and the penalties are entirely disproportionate.

Sollte Facebook die Strafe trotz des Einspruchs für das Tochterunternehmen zahlen müssen, wäre das zwar ein finanzieller Schlag. Allerdings einer, den das Unternehmen, das vornehmlich über Werbung – die auf diversen auch personenbezogenen Daten basiert – monetarisiert, gut verkraften könnte. Allein im zweiten Quartal 2021 verbuchte Facebook rund 29 Milliarden US-Dollar Umsatz.

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