Googler starten Social Media-Kampagne gegen Belästigung und Co. bei Tech-Unternehmen

Mitarbeiter Googles pochen bei Twitter und Instagram darauf, dass große Tech-Unternehmen die mitarbeiterfeindliche Forced Arbitration abschaffen.

Googler und andere Arbeitnehmer wollen der Forced Arbitration ein Ende bereiten, © End Forced Arbitration

Eine Gruppe mit dem Namen End Forced Arbitration, gebildet von Google-Mitarbeitern, setzt auf Social Media-Präsenz, um durchzusetzen, dass die auf Deutsch als Zwangsschlichtung bezeichnete Praktik als Klausel in Arbeitsverträgen aufgehoben wird.

Forced Arbitration bedeutet für gut 60 Millionen US-amerikanische Arbeitnehmer, dass sie im Fall einer Auseinandersetzung mit dem Arbeitgeber diesen Fall nicht vor Gericht bringen können. Stattdessen wird dieser vor einem Schiedsgericht beurteilt – das oftmals vom Unternehmen selbst eingesetzt wurde. Eine Studie der Cornell University hat bestätigt, dass Arbeitnehmer eher vor Gericht gegen ihre Arbeitgeber gewinnen als im Kontext der Forced Arbitration.

Beim Google Walkout vor wenigen Monaten hatten die Googler neben Gleicheit bei der Bezahlung, mehr Transparenz beim Umgang mit sexueller Belästigung usw. auch ein Ende der Forced Arbitration in Fällen von Belästigung und Diskriminierung gefordert. Nicht nur Arbeitnehmer bei Google, sondern in der ganzen Tech-Industrie in den USA, sind von diesem häufigen Vertragselement betroffen. Daher hat sich die formierte Gruppe End Forced Arbitration nun an die Öffentlichkeit gewandt.

Ending forced arbitration is the gateway change needed to transparently address inequity in the workplace. In the last month, we’ve heard from fellow tech workers, academic institutions, labor attorneys, advocacy groups and legislators around the nation about their fights to end forced arbitration as well.

Ab heute, 15 Uhr deutscher Zeit und damit 9 AM EST bis 6 PM EST sollen bei Twitter auf einem eigens erstellten Account stündlich Fakten zur Forced Arbitration und dessen Auswirkung auf die Arbeitnehmer geteilt werden.

Bei Instagram werden sogar halbstündlich Interviews mit Experten und Betroffenen veröffentlicht.

Die Bewegung soll dafür sorgen, dass Google, Facebook und Co. die entsprechende Klausel aus ihren Verträgen entfernen. Zuletzt waren gerade diese Unternehmen immer wieder in die Kritik geraten, weil Fälle sexueller Belästigung vertuscht oder Strukturen in der Unternehmenskultur infrage gestellt wurden. Dabei ging es um Diskriminierung, ungleiche Behandlung und immer wieder sexuelle Belästigung.

All das sollten Arbeitnehmer, wenn sie es im Unternehmen erfahren, auch vor Gericht bringen dürfen. Dafür setzt sich die Gruppe ein. Wir dürfen den Posts also gespannt folgen. Vielleicht bedingen sie ein Umdenken bei den Unternehmen. Der mediale Druck jedenfalls wird wachsen.

Googler setzen sich gegen Forced Arbitration ein

Über Niklas Lewanczik

Niklas Lewanczik

Niklas hat an der Uni Hamburg Deutsche Sprache und Literatur sowie Medien- und Kommunikationswissenschaften studiert und schreibt als Redakteur über Social Media, SEO und innovative Themen im Kontext des digitalen Marketing. Wenn er sich nicht gerade dem Marketing zuwendet, dann womöglich den Entwicklungen im modernen Fußball oder dem einen oder anderen guten Buch.

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