Alphabet verklagt: Kläger fordern wegen Verheimlichung sexueller Belästigung hunderte Millionen US-Dollar

Der Verwaltungsrat von Alphabet wurde von Aktionären verklagt, die immense Schadesersatzzahlungen erwarten. Eine „Kultur der Verheimlichung“ herrsche vor.

Googles Mutterkonzern wird verklagt, © Arthur Osipyan - Unsplash

Die Berichterstattung über die Vorwürfe der sexuellen Belästigung bei Google sorgten vor wenigen Monaten für Furore. Nun reagieren die Aktionäre von Googles Mutterkonzern Alphabet mit zwei Klagen gegen die Konzernführung. Zwei amerikanische Pensionsfonds fordern in deren Namen Schadenersatzzahlungen in Höhe von hunderten Millionen US-Dollar, da durch Vertuschungen sowohl bei glaubhaften Vorwürfen sexueller Belästigung durch Google-Mitarbeiter als auch im Vorwege des riesigen Datenlecks bei Google+ entsprechende Schäden für das Unternehmen entstanden seien.

Zu diesen Schäden werden auch Abfindungen gezählt, wie etwa die 90 Millionen US-Dollar, die der Android-Entwickler Andy Rubin trotz der sehr plausiblen Vorwürfe der sexuellen Belästigung gegen ihn nach seinem raschen Ausscheiden aus dem Unternehmen erhalten hat. Die Kläger werfen dem Verwaltungsrat von Alphabet beim Umgang mit diesen Themen fahrlässiges Verhalten vor. Dieses habe sich auch auf die Produktivität der Mitarbeiter negativ ausgewirkt. Der Google Walkout wiederum sei als Anzeichen für eine Markenschädigung anzuerkennen.

Neben den immensen Forderungen nach finanziellem Schadenersatz wird vonseiten der Kläger auch eine Besserung in der Unternehmensführung angestrebt. Demnach sollen drei unabhängige Mitglieder zu Alphabets Verwaltungsrat stoßen, um die Transparenz für die Aktionäre zu erhöhen. Außerdem wird gefordert, dass sich die Unternehmensführung bei Google der Themen wie sexueller Belästigung und ungleicher Behandlung von Frauen und Männern annimmt.

We’d like to see … meaningful change in the tone at the company, the policies, the treatment of women, the reporting of sexual harassment and other issues,

erklärt Frank Bottini, Anwalt des Klägers James Martin. Ob die Zahlungen in der geforderten Höhe tatsächlich geleistet werden müssen, bleibt abzuwarten. Allerdings sollten sich Alphabet und Google nicht aus der Verantwortung ziehen, wenn es um eine integre Unternehmenskultur geht. Immerhin haben sie aufgrund ihres Status quo in der digitalisierten Welt eine immense Macht; diese darf sich jedoch nicht gegen Mitarbeiter, insbesondere aber Mitarbeiterinnen und auch nicht gegen Nutzer oder Aktionäre wenden.

Alphabet wird auf hunderte Millionen US-Dollar verklagt

Über Niklas Lewanczik

Niklas Lewanczik

Niklas hat an der Uni Hamburg Deutsche Sprache und Literatur sowie Medien- und Kommunikationswissenschaften studiert und schreibt als Redakteur über Social Media, SEO und innovative Themen im Kontext des digitalen Marketing. Wenn er sich nicht gerade dem Marketing zuwendet, dann womöglich den Entwicklungen im modernen Fußball oder dem einen oder anderen guten Buch.

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