Google hat in zwei Jahren 48 Mitarbeiter wegen sexueller Belästigung entlassen

Eine Mitteilung von Sundar Pichai legt Kündigungen aufgrund sexueller Belästigung offen – auch Andy Rubin, Entwickler von Android, wird beschuldigt.

Andy Rubin, Screenshot YouTube, © Recode

Ein Bericht der New York Times erschüttert mit Details zum Abgang von Andy Rubin bei Google. Rubin, der als Entwickler des Betriebssystems Android Popularität erlangte, erhielt bei seiner Ausbootung aus dem Unternehmen 2014 ein Kompensationspaket in Höhe von 90 Millionen US-Dollar.

In der Darstellung der NYT wird jedoch offenbart, dass Google seinen ehemaligen hochrangigen Mitarbeiter gedeckt haben könnte. Denn eine Mitarbeiterin Googles hatte Rubin beschuldigt, sie in einem Hotel zum Oralverkehr gezwungen zu haben. Im Zuge dessen habe Google eine Untersuchung eingeleitet, mit dem Ergebnis, dass Rubin um seinen Rücktritt gebeten wurde – weil man die Anschuldigungen für glaubhaft hielt. Trotz des schweren Vorwurfs habe das Unternehmen sich jedoch nicht für einen Rauswurf entschieden, sondern zahlte Rubin eine extrem hohe Abfindung.

Andy Rubin bestreitet die Vorwürfe bei Twitter.

Allerdings ist bekannt, dass seine Ex-Frau im Rahmen eines Rechtsstreits angab, dass Rubin mit mehreren Frauen Beziehungen unterhalten habe, in denen er eine Art sexuellen Besitzanspruch mit Zahlungen aufgewogen haben könnte.

Die NYT berichtet weiter, dass Google in vergangenen Jahren mehrere Mitarbeiter, denen schwere sexuelle Belästigung vorgeworfen wurde, geschützt und mitunter sehr gut ausbezahlt habe.

Google selbst reagierte auf die Berichterstattung mit einem Brief von CEO Sundar Pichai und VP People Operations Eileen Naughton an die Belegschaft. Darin wird zunächst auf den Bericht der New York Times referiert, obwohl keine Klarstellung zur Person Rubins folgt. Allerdings betont der Brief:

We are dead serious about making sure we provide a safe and inclusive workplace. We want to assure you that we review every single complaint about sexual harassment or inappropriate conduct, we investigate and we take action.

So hat Google in den letzten zwei Jahren 48 Mitarbeiter wegen sexueller Belästigung entlassen. 13 davon waren Senior Managers und hatten sogar einen noch höheren Posten inne. Von diesen Personen soll niemand eine Abfindung erhalten haben. Der Brief ist über einen Google-Sprecher an TechCrunch gelangt.

Der Brief an die Google-Belegschaft, Quelle: TechCrunch

Die Botschaft des Unternehmens ist klar und richtig. Allerdings wirkt die Zahlung an Rubin im Lichte der neuen Erkenntnisse mehr als illegitim und erweckt den Eindruck, dass auch in der Tech-Szene hochrangige Personen zu oft mit sexueller Belästigung durchkommen. Bleibt zu hoffen, dass die Berichterstattung hier ein noch stärkeres Bewusstsein und Umdenken fördert.

Bericht zu Ex-Google-Mitarbeiter Rubin sorgt für Aufklärung über sexuelle Belästigung bei Google

Über Niklas Lewanczik

Niklas Lewanczik

Niklas hat an der Uni Hamburg Deutsche Sprache und Literatur sowie Medien- und Kommunikationswissenschaften studiert und schreibt als Redakteur über Social Media, SEO und innovative Themen im Kontext des digitalen Marketing. Wenn er sich nicht gerade dem Marketing zuwendet, dann womöglich den Entwicklungen im modernen Fußball oder dem einen oder anderen guten Buch.

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