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Google Gemini 4 Argon startet für Millionen User – auch in der Suche

Google Gemini 4 Argon startet für Millionen User – auch in der Suche

Larissa Ceccio | 14.10.26

Nach einer zunächst stark eingeschränkten Testphase startet Google den weltweiten Roll-out von Gemini 4 Argon. Das KI-Modell ist jetzt auch für zahlende User in der Gemini App und der Google-Suche sowie für Unternehmen und Developer verfügbar. Neue Demos zeigen, wie Argon komplexe Aufgaben eigenständig erledigt – von der Erstellung ganzer Präsentationen bis zur Entwicklung spielbarer 3D-Welten.

Anfang Oktober stellte Google mit Gemini 4 Argon das neueste Frontier-Modell des Unternehmens vor. Allerdings erhielten zunächst nur ausgewählte Unternehmen aus dem Cybersicherheitsbereich Zugriff auf die KI. Das ändert sich jetzt: Google hat den weltweiten Roll-out offiziell angekündigt. Ab sofort können auch Abonnent:innen von Google AI Pro und Ultra, Unternehmen und Developer auf das Modell zugreifen.

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Was Gemini 4 Argon kann, zeigt Google anhand verschiedener Anwendungsbeispiele: Die KI erstellt und verschickt Präsentationen, überarbeitet Millionen Zeilen umfassende Software-Projekte und verwandelt Fotos in spielbare 3D-Welten. Dabei soll das Modell mehrstufige Aufgaben weitgehend eigenständig erledigen und verschiedene Tools miteinander verknüpfen. Der Haken: Der Zugang bleibt zahlenden Abonnent:innen sowie Unternehmen und Developern vorbehalten.



Google Gemini 4 Argon ist da
– aber nur für ganz wenige

blauer Hintergrund, Gemini 4 Argon-Schriftzug, Gemini-Logo, große weiße 4
© Google via Canva


Gemini 4 Argon: Wer das neue KI-Modell jetzt nutzen kann

Wie Google jüngst bekannt gab, ist Gemini 4 Argon jetzt weltweit in der Gemini App, der Google-Suche und verschiedenen KI-Entwicklungs-Tools verfügbar. Der Zugang hängt allerdings vom jeweiligen Abonnement und Anwendungsbereich ab:

  • Gemini App und Google-Suche: Abonnent:innen von Google AI Pro und Ultra können das Modell in der Gemini App und im AI Mode der Google-Suche verwenden.
  • Google Antigravity: User mit Google AI Ultra erhalten Zugriff auf das Modell in Googles Entwicklungsumgebung für KI-gestütztes Programmieren.
  • Developer und Unternehmen: Über die kostenpflichtige Gemini API in Google AI Studio sowie Googles Cloud-Plattform Vertex AI können Entwickler:innen und Unternehmen Gemini 4 Argon in eigene Anwendungen integrieren.

Auch die KI-Agent-Plattform Manus, die Ende 2025 von Meta übernommen wurde, integriert Googles neues Modell. In Zusammenarbeit mit Google Cloud soll Gemini 4 Argon dort unter anderem die Programmierung, Planung und Erstellung von 3D-Modellen unterstützen.

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Mit dem breiteren Roll-out endet die anfängliche Testphase mit ausgewählten Cybersicherheitsunternehmen, auch wenn der Zugang vorerst kostenpflichtig bleibt. Doch Gemini 4 Argon dürfte erst der Anfang sein. Google hat bereits weitere Modelle der Gemini 4-Familie angekündigt. Ob diese auch neue Funktionen wie Avatare, Plugins und Projektarbeitsbereiche mitbringen, auf die frühe Leaks hindeuteten, bleibt abzuwarten.



Gemini 4 schon bald?
Leaks zeigen Avatare, Plugins und riesige Kontextfenster

Gemini-Logo vor blauem Farbverlauf im Hintergrund
© Google via Canva


Von der Präsentation bis zum 3D-Modell: Das kann Gemini 4 Argon

Wie vielseitig Gemini 4 Argon eingesetzt werden kann, demonstriert Google anhand zahlreicher Beispiele. Das Modell übernimmt mehrstufige Aufgaben, greift dafür auf verschiedene Tools zurück und kommt unter anderem bei der Software-Entwicklung, der Automatisierung von Büroarbeit, kreativen Anwendungen und in der wissenschaftlichen Forschung zum Einsatz.

Präsentationen erstellen und Arbeitsabläufe automatisieren

Gemini 4 Argon kann Informationen aus unterschiedlichen Dokumenten zusammenführen, daraus eine Präsentation erstellen und diese anschließend per E-Mail versenden. Auch wiederkehrende Aufgaben lassen sich automatisieren. In einem von Google präsentierten Beispiel erstellt Gemini anhand eines Projektordners eine Angebotspräsentation und richtet einen automatisierten Workflow für künftige Kund:innenanfragen ein.

Gemini 4 Argon erstellt aus Projektunterlagen eine Angebotspräsentation, verschickt diese per E-Mail und automatisiert künftige Kund:innenanfragen, © Google DeepMind

Software-Entwicklung: Gemini 4 Argon optimiert den Chrome Code

Mithilfe von Gemini 4 Argon konnte das Chrome Team wichtige Funktionen zur Darstellung von Websites von einem rund sechs Millionen Codezeilen umfassenden Bereich innerhalb der insgesamt 40 Millionen Zeilen großen Chromium Codebasis trennen.

Laut Google konnten dadurch Architekturänderungen, die normalerweise mehrere Monate beanspruchen, innerhalb weniger Wochen umgesetzt werden. Davon sollen auch Chrome User profitieren: Websites könnten künftig ohne erneutes Laden zwischen Tabs, Seitenleisten und schwebenden Fenstern verschoben werden. Zudem sollen bestimmte Browser-Abstürze vermieden werden.

Gemini 4 Argon unterstützt das Chrome Team bei der Überarbeitung der umfangreichen Chromium Codebasis und beschleunigt komplexe Entwicklungsprozesse, © Google DeepMind

Von Fotos zu spielbaren 3D-Welten

In einer Demonstration verwandelt Gemini 4 Argon Fotos eines Schreibtisches in ein spielbares Miniaturrennspiel. Dafür werden Gegenstände und Umgebung als 3D-Modelle nachgebildet und um Spielphysik, Grafikeffekte und Audioelemente ergänzt.

Aus Fotos eines Schreibtisches erstellt Gemini 4 Argon ein spielbares 3D-Rennspiel mit virtueller Rennstrecke, Spielphysik und Sound-Effekten, © Google DeepMind

Weitere Beispiele zeigen, wie das Modell komplexe 3D-Szenen und Animationen erstellt. Dazu gehören ein detaillierter Tempelkomplex, eine gotische Kathedrale und ein virtueller Raum, der mithilfe einer selbst entwickelten Python Rendering Engine entsteht. Weitere Beispiele demonstrieren ein Schachprojekt und die Gestaltung von Sofabeinen anhand eines Fotos und einer Maßskizze, einschließlich einer Datei für den 3D-Druck.

Forschung, Medizin und Cybersicherheit: Weitere Einsatzmöglichkeiten

Auch in der wissenschaftlichen Forschung soll Gemini 4 Argon komplexe Aufgaben erleichtern. Google demonstriert beispielsweise, wie das Modell Daten aus verschiedenen Open Source Repositories kombiniert, um ein interaktives 3D-Modell der menschlichen Anatomie zu erstellen. Darüber hinaus verarbeitet Argon rund 50 Gigabyte an Laserscan-Daten, historischen Zeichnungen und geografischen Informationen, um den Chaco Canyon virtuell zu rekonstruieren.

Auch das Unternehmen Isomorphic Labs nutzt Gemini 4 Argon bereits in der Wirkstoffforschung. Durch die Auswertung wissenschaftlicher Dokumente und Patente sollen Analysen, die zuvor mehrere Wochen beanspruchten, innerhalb weniger Stunden möglich werden.

Gemini 4 Argon beschleunigt die Wirkstoffforschung bei Isomorphic Labs durch die Analyse wissenschaftlicher Dokumente und Patente, © Google DeepMind

Im Bereich Cybersicherheit unterstützt das Modell außerdem bei der Suche nach Schwachstellen in Software-Systemen. Ein Video von Google zeigt, wie Argon zur Absicherung kritischer Infrastruktur beitragen kann.

Auch in der Robotik testet Google die Fähigkeiten von Argon. In einem Versuch analysierte das Modell die Bewegungen eines Menschen beim Cornhole-Spiel und erstellte daraus Simulationscode für einen humanoiden Roboter. Nach der Übertragung auf das Modell Apollo gelangen dem Roboter sieben erfolgreiche Würfe in Folge. Ein Video zeigt das Experiment.

Die verschiedenen Anwendungen zeigen, welche Möglichkeiten Google mit Gemini 4 Argon erschließen möchte. Allerdings beruhen viele der Ergebnisse auf unternehmensinternen Tests oder ausgewählten Kooperationen. Ob die KI auch unter alltäglichen Bedingungen vergleichbare Leistungen erzielt, lässt sich daraus noch nicht abschließend ableiten.

Gemini 4 Argon: Preise und weitere Pläne von Google

Für die Nutzung über die API verlangt Google zunächst zwei US-Dollar pro Million Input Token und zehn US-Dollar pro Million Output Token. Zwischengespeicherte Input Token werden mit einem Rabatt von 95 Prozent berechnet. Die Einführungspreise gelten allerdings nur bis zum 30. November 2026. Anschließend steigen die Kosten auf vier beziehungsweise 20 US-Dollar pro Million Token.

Google erweitert außerdem das Fairwind Program für Cybersicherheitsexpert:innen und bietet 10.000 Forschenden die Möglichkeit, die höchste Nutzungsstufe von Google Antigravity sechs Monate lang kostenlos zu testen. Interessierte können sich dafür bewerben, wobei die Vergabe von den Teilnahmevoraussetzungen und verfügbaren Kapazitäten abhängt.

Mit der breiten Verfügbarkeit von Gemini 4 Argon verschärft Google den Wettbewerb mit OpenAIs GPT-6 Astra, Anthropics Claude Opus 5.5 und Claude Fable 5.1. Auch Meta hat kürzlich mit Muse Wonder und Wonder Full neue KI-Modelle vorgestellt. Mit dem weltweiten Roll-out kann Google nun zeigen, ob Gemini 4 Argon die versprochenen Leistungen auch außerhalb ausgewählter Testumgebungen erreicht.



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