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Google Gemini 4 Argon ist da – aber nur für ganz wenige

Google Gemini 4 Argon ist da – aber nur für ganz wenige

Niklas Lewanczik | 01.10.26

Das brandneue Frontier-Modell Gemini 4 Argon ist besonders leistungsfähig bei der Software-Entwicklung, bei Rechtsaufgaben und der Cybersicherheit. Vorerst kommt das Kernmodell nur für eine kleine Gruppe. Wir zeigen, was es kostet und wie sich der Preis verändern wird.

Gemini 4 von Google wurde in der Digitalszene sehnlichst erwartet. Nach ersten Informationen, die Leaks zum neuen Frontier-Modell preisgegeben hatten, rollte Google die Version Gemini 4 Argon aus. Doch der Roll-out hat einen Haken: Vorerst können nur ausgewählte Cybersicherheitsunternehmen auf das Modell mit bahnbrechendem Token-Limit zugreifen. Denn Google hat sich freiwillig einer US-Vorgabe verschrieben, die vorsieht, dass neue KI-Modelle zuerst der US-Regierung und Sicherheitsunternehmen zum Test vorgelegt werden. Auch Anthropic, OpenAI und andere Tech Player haben Modelle schon auf diese Weise schrittweise ausgerollt. Aktuell sorgt der White House Accord on Super Intelligence – bei der US-Regierung soll es SI statt AI heißen – für noch mehr Regulation bei der Modellentwicklung, allerdings freiwillig.

Gemini 4 kommt nun mit einer besonderen Leistungsfähigkeit in den Bereichen Software-Entwicklung, Rechts- und Finanzplanung und Cybersicherheit daher und kostet zunächst so viel wie das vergünstigte Modell GPT-6.1 Sol von OpenAI. Doch am Preis wird sich etwas ändern.



Gemini 4 schon bald?

Leaks zeigen Avatare, Plugins und riesige Kontextfenster

Gemini-Logo vor blauem Farbverlauf im Hintergrund
© Google via Canva


Gemini 4 Argon: Wer Zugriff hat, wann das Modell kommen soll und was es kostet

Zuerst haben ausgewählte Unternehmen aus Googles Fairwind Program für Cybersicherheitsunternehmen Zugriff auf Gemini 4 Argon. Basierend auf dem Feedback der Tester:innen möchte Google die Sicherheitsvorkehrungen optimieren, ehe das Modell der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt wird. Derweil hat OpenAI jüngst den Start eines neuen Astra-Modells vertagt, da die Sicherheitsvorkehrungen beim Alignment nicht den eigenen Vorgaben entsprachen. Gemini 4 Argon soll indes schon „bald“ für Developer, Unternehmen und weitere User bereitgestellt werden. Ein Datum gibt Google aber nicht an. Nach den Cybersicherheitsunternehmen werden dann zahlende API User und Google AI Ultra User Zugriff erhalten. Google erklärt:

We built Gemini 4 Argon with frontier-level capabilities on coding, knowledge work, cybersecurity defense, and creative writing to be a partner for developers, professionals, and enterprises while they tackle the most difficult problems. We’re grateful for the initial cohort of cyber defenders and trusted testers whose real-world evaluations and feedback will help us strengthen our systems before we release to developers, enterprises, and consumers, starting with paid API customers and Google AI Ultra subscribers.

Preislich liegt Gemini 4 Argon bei zwei US-Dollar pro Million Input Token und zehn US-Dollar pro Million Output Token. Zudem kosten Cached Input Token 95 Prozent weniger als die Standard-Token beim Input. Damit ist die Preisklasse dieselbe wie beim neuen GPT-6.1 Sol-Modell von OpenAI und liegt deutlich unter den Kosten von GPT-6 Astra (mit zehn US-Dollar pro Million Input Token). Doch aufgepasst: Nach der Einführungsperiode für das Modell wird sich der Preis bei Google verdoppeln. Wie lange diese Periode anhält, hat Google nicht bekanntgegeben. Bei anderen Google-Modellen soll der Preis zum Start des Jahres 2027 ansteigen.

Fähigkeiten von Gemini 4 Argon: 1-Million-Token-Output-Limit, Codebase-Migration und Benchmark-Vorteile gegenüber GPT-6 Astra

Bei der Vorstellung von Gemini 4 Argon betonte Google, dass das neue Output Limit von einer Million Token branchenführend sei. In einem Antwortkontext kann das Modell also bis zu einer Million Token einsetzen, was über ein Kontextfenster von einer Million Token hinausgeht, wie es bei Claude und Co. schon vorhanden ist. Das unterstützt das komplexe Reasoning, welches Google als Vorteil hervorhebt. Komplexe, umfassende und auf lange Sicht angelegte Workflows sollen besser bearbeitet werden können; unabhängig davon, ob es im Kontext der Software-Entwicklung, der Wissensarbeit, der Arbeit im Finanzbereich oder sogar im Rechtswesen ist.

Auf technischer Ebene unterstützt Gemini 4 Argon die Prozessoptimierung ebenfalls. Googles Koray Kavukcuoglu, Senior Vice President bei Google DeepMind und Chief AI Architect, berichtet von Einsparpotentialen von über 300 Tebibyte (TiB) in Googles Datenzentren und verbesserter Code-Migration. So konnten erste Entwickler:innen zehntausende bis hunderttausende Codebase Lines migrieren (C/C++ Codebases zu Rust) und somit viel Zeit sparen.

Im Bereich der Einordnung von komplexen Einsatzoptionen zeigt Gemini 4 Argon beim Benchmark-Vergleich mit Modellen wie GPT-6 Astra, Claude Fabel 5.1 und Claude Opus 5.5 Top-Werte bei Benchmarks wie DeepSWE v.1.1, Vibe Code Bench (je für Agentic Coding), Harvey’s Legal Agent Benchmark und Vals Index (je für Knowledge Work) oder auch LVBench (für multimodales Verständnis).

Der Benchmark-Vergleich von aktuellen KI-Modellen; Gemini 4 Argon führt in einigen Bereichen klar, © Google
Der Benchmark-Vergleich von aktuellen KI-Modellen; Gemini 4 Argon führt in einigen Bereichen klar, © Google

Die technischen Fähigkeiten des Modells können Privat-User dann erst später selbst auf Herz und Nieren testen. Unterdessen betont Google auch, dass Gemini 4 Argon das bisher robusteste Modell Googles ist, wenn es um die Abwehr von Prompt Injections geht. Gegenüber anderen Modellen zeigte sich das neue im Test ebenfalls als gut auf diese Angriffe vorbereitet. Ein besonderes Augenmerk legt Google zudem auf die Kontrolle der Einhaltung von Alignment-Vorgaben. Dabei erhofft sich Google von der Konkurrenz, dass auch diese bei der Alignment-Kontrolle auf Transparenz setzt:

We strongly encourage the rest of the industry to preserve reasoning transparency in these pivotal moments of increased capabilities while navigating alignment risks, so that model thoughts remain helpful in identifying and diagnosing misalignment.

Die Zeit der nächsten Modellreihen – in diesem Fall Googles Gemini 4 – hat begonnen. Sie geht mit mehr Sicherheitsvorkehrungen einher, die die Tech-Unternehmen mehr denn je thematisieren. Eine KI-Bremse sieht die Branche jedoch bei der Entwicklung nicht vor. Anthropic, OpenAI, Google, Meta und Co. verschärfen eher noch den Wettbewerb mit ihren immer neuen AI-Lösungen – die in der US-Regierung also SI-Lösungen heißen sollen.



AI soll SI heißen:

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© Rene Deanda – Unsplash


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