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dots sind OpenAIs Antwort auf Muse – auch GPT-6.1 Sol und Kooperationsraum Space sind neu

dots sind OpenAIs Antwort auf Muse – auch GPT-6.1 Sol und Kooperationsraum Space sind neu

Niklas Lewanczik | 30.09.26

Mit den neuen dots in ChatGPT sollen User alle möglichen Aufgaben an die immer arbeitenden Agents auslagern können. OpenAIs Antwort auf Metas Muse kommt im Kontext weiterer Paukenschläge der KI-Welt.

Die neuen dots sind Always-on Agents, die mit über 4.000 Apps verknüpft werden können und diverse Aufgaben übernehmen. OpenAI stellte sie am DevDay zusammen mit anderen großen Neuerungen vor, nicht zuletzt einem neuen Modell, dem Kooperationsraum Space, Codex in der Cloud und dem Ultrafast Mode. Zugleich herrscht beim Unternehmen Sorge um die KI-Sicherheit, die auch eine Vereinbarung mit dem Weißen Haus nicht völlig aus der Welt schaffen kann.



OpenAI streicht Launch für neues KI-Modell wegen Sicherheitsbedenken

OpenAI-Logo vor Büro-Hintergrund
OpenAI-Logo vor Büro-Hintergrund, © OpenAI via Canva


Mitten in der KI-Skepsis: OpenAI sorgt für zahlreiche Neuerungen

Erst Anfang dieser Woche wurde publik, dass OpenAI den Launch eines neuen KI-Modells aus der GPT-Reihe zurückgestellt hat, weil die Sicherheitsstandards im Kontext des Alignments im Test nicht eingehalten wurden. Dieses Alignment stellt das KI-Unternehmen besonders in den Fokus, seit auch einige der eigenen Modelle für diverse Hacks und Fälle von Misalignment im öffentlichen Raum verantwortlich waren – allen voran beim Hugging Face Hack. Jetzt soll eine Vereinbarung mit dem Weißen Haus, der White House Accord on Super Intelligence, zusätzlich für verantwortungsvolle Schritte bei der Entwicklung von AI helfen, von der Implementierung interner Kontrollen und Überwachungs-Teams über die Kooperation mit Auditor-Unternehmen bis hin zum Einsatz eines unabhängigen Komitees für die Prüfung der vorherigen Kontrollinstanzen. Unterzeichnet wurde diese Vereinbarung jüngst von Google CEO Sundar Pichai, NVIDIA CEO Jensen Huang, Anthropic CEO Dario Amodei, SpaceXAI-Chef Elon Musk, OpenAI-Präsident Greg Brockman, Meta CEO Mark Zuckerberg und US-Präsident Donald Trump.

Ob diese basalen Vorgaben die Befürchtungen der User und der Branche bezüglich zu mächtiger und eigenmächtig handelnder KI wirklich einschränken können, ist aufgrund der unkonkreten Maßnahmen fraglich. Zwar reagiert OpenAI schon mit der Verschiebung des geplanten IPO auf 2027 auf die KI-Krise; auch Anthropic warnt im IPO Prospectus inzwischen vor einer „existentiellen Gefahr“ durch KI für die Menschheit. Die Artificial Intelligence (AI) soll indes laut Donald Trump und dem Weißen Haus künftig Super Intelligence (SI) genannt werden.

Derweil möchte Meta mit den eigenen AI-Lösungen die Superintelligenz vorantreiben. Mit dem persönlichen Agent Muse ist der Konzern derzeit in aller Munde, hat mit Muse für Small Businesses und der Meta Enterprise Platform inklusive Muse jüngst noch Erweiterungen geliefert. Auf diese Optionen reagiert OpenAI insbesondere mit dots.

Das können OpenAIs dots: Dauerhaft arbeitende Agents in ChatGPT mit zentraler App-Verknüpfung

OpenAIs dots sind als 24/7 Agents ausgelegt, die die unterschiedlichsten Aufgaben für User übernehmen können. Dabei arbeiten sie mit dem Modell GPT-6 Astra im Hintergrund und lassen sich im Plugin-Kontext mit mehr als 4.000 Apps verknüpfen. User können die dots in unterschiedlichen Interfaces aufrufen, auf ChatGPT, in Slack, in Textnachrichten oder in Teams. Du kannst einen dot aber auch anrufen, um mit ihm über etwas zu sprechen.

Durch die Integration von Daten aus deinem ChatGPT Account kann ein dot schnell lernen, was du brauchst und welche Aufgaben du erledigen möchtest und dir entsprechende Vorschläge machen. Du kannst den dot aber genauso ganz einfach mit Aufgaben versehen. Hierbei kannst du Grenzen setzen, die zur Sicherheit beitragen. Es sei aber gesagt, dass OpenAI zur engen Kooperation für bessere Ergebnisse rät – und damit möglichst viele User-Daten generieren möchte. Zur Sicherheit soll überdies beitragen, dass die dots über eigene Cloud Computer laufen. Ob du deinen verbindest, bleibt dir überlassen.

Die neuen dots lassen sich ebenso wie Metas Muse mit einem Namen versehen. Und auch der Umstand, dass sie als farbenfrohe Formen mit Augen daherkommen, die sich eher der Zuschreibung niedlich nähern als einer mechanischen Ansicht nahekommen, zeigt eine Parallele zu Metas neuem Agent. OpenAI stellt die dots in berechtigten Märkten für die Abos Pro, Business Premium und Enterprise nach und nach bereit. Einige ausgewählte Unternehmen erhalten zudem eine Vorschau auf spezialisierte dots. Diese können innerhalb von Organisationen eigene Identitäten und klar definierte Verantwortungsbereiche haben.

Die Domain dot.com sicherte sich unterdessen SpaceXAI; von dort wird auf den Grok Bot weitergeleitet, eine weitere Konkurrenz von Muse und dots.

Start mit dots und die Fähigkeiten in der Übersicht

Um mit dots zu starten, können User in der Desktop App oder Web-Version von ChatGPT einen dot erstellen, mit Apps verknüpfen und arbeiten lassen. Die dots können Code schreiben und testen, deine Meetings verschieben und einplanen, Präsentations-Slides für dich bearbeiten, E-Mail Drafts schreiben, Angebote aufsetzen, Inhalte für Social Media automatisiert erstellen und dergleichen mehr. Wenn du gerade nicht mit dots arbeitest, kann dein Agent aber die sogenannte „proaktive Recherche“ nutzen, um im Hintergrund wichtige Informationen aus Chats und verbundenen Apps zu aggregieren und für die nächsten Aufgaben bereit zu sein. User behalten bei den dots stets die Zugriffskontrolle.

Künftig sollen User außerdem noch mehr dots zu ihrem Konto hinzufügen können. Diese sollen in Zusammenarbeit zahlreiche deiner Aufgaben agentisch bearbeiten. Während der Chat mit dots die Nutzungslimits im Abo der User nicht beeinträchtigt, werden Arbeiten in Codex und ChatGPT Work auf die Nutzungslimits angerechnet.

GPT-6.1 Sol als brandneues Modell und Ultrafast als schnellstes Frontier-Modell

Neben den dots stellte OpenAI beim DevDay eine Reihe maßgeblicher Veränderungen im eigenen AI-Ökosystem vor. Dazu zählt ein neues KI-Modell namens GPT-6.1 Sol. Kurz nach dem Start von GPT-6 Sol und GPT-6 Luna soll das neue Modell „Intelligenz auf Astra-Niveau“ liefern und kostet dabei nur ein Fünftel. OpenAI erklärt, dass zwischengespeicherte Eingaben (Cache Reads) nur 0,10 US-Dollar pro Million Token kosten. Das sind 95 Prozent weniger als zum Standardpreis für Eingaben. Ansonsten liegt der Preis bei zwei US-Dollar pro Million Token Input und zehn US-Dollar pro Million Token Output.

Deutlich günstiger ist noch GPT-6 Luna (mit nur 0,1 US-Dollar pro Million Token Input), aber das Modell kann nur einige Alltagsaufgaben effizient bearbeiten, nicht auf Astra-Niveau mithalten. Gpt-6.1 Sol wiederum soll beim Programmieren, bei Aufgaben im Beruf und der wissenschaftlichen Forschung weiterhelfen können. Das Modell ist jetzt für alle mit einem Plus-, Pro-, Business-, Enterprise- oder Edu-Abo in ChatGPT Work und Codex verfügbar, im Chat allerdings noch nicht.

Die Preise für GPT-6 Astra, GPT 6.1 Sol und GPT-6 Luna im Vergleich, © OpenAI
Die Preise für GPT-6 Astra, GPT 6.1 Sol und GPT-6 Luna im Vergleich, © OpenAI

Nicht nur dieses neue Modell, sondern auch das bisher schnellste Frontier-Modell überhaupt ist neu bei OpenAI. Mit GPT‑6 Astra Ultrafast kommt eine Modellversion, die achtmal so schnell arbeiten soll wie GPT-6 Astra. Die Ultrafast-Version wird über die API und in ChatGPT Work sowie Codex bereitgestellt. Dafür benötigen User jedoch die neue Pro-Stufe für 500 US-Dollar pro Monat, die die höchsten Nutzungslimits bietet. Etwas günstiger können User arbeiten, wenn sie GPT-6.1 Ultrafast nutzen, das in etwa die API-Kosten der Standarversion von GPT-6 Astra aufweist.

Space, Codex Cloud und mehr: DevDay beschert OpenAI Usern noch viel mehr Neues

Zu den weiteren Neuerungen vom OpenAI DevDay zählt der Bereich Space. Dieser ist zunächst in den Tarifen Pro, Business und Enterprise in der ChatGPT Desktop App und im Web verfügbar, bald auch auf Mobilgeräten. Space gilt als Kooperationsraum für Teams und lässt diese dort nicht nur im Chat-Kontext und mit verknüpften Agents zusammenarbeiten, sondern ebenso mit den neuen Living Pages. Diese bieten die Möglichkeit, interaktive Diagramme, Projektpläne, Dashboards, Tabellen, To-do-Listen und Co. in einer Form abzubilden, die von allen bearbeitet werden kann. ChatGPT, Codex und die dots können bei der Bearbeitung helfen. Durch die verknüpften Quellen können die Pages immerzu aktuell bleiben; aber auch Agents können sie stetig überarbeiten, sodass sie als Arbeitsgrundlage dienen können. In einem Space kann ChatGPT des Weiteren aus einer Unterhaltung eine Seite oder Folien erstellen, falls nötig.

Für all jene, die mit Codex arbeiten, gibt es ebenfalls etwas Neues: Codex in der Cloud. Plus, Pro, Business, Healthcare, Education und Enterprise User können Codex damit überall nutzen, wo sie gerade unterwegs sind, auch per Fernzugriff mit dem Smartphone.

Codex in der Cloud ist da, © OpenAI, Smartphone Mockup mit Codex, bunt im Hintergrund
Codex in der Cloud ist da, © OpenAI

Außerdem liefert OpenAI Plugin-Erweiterungen und öffnet die entsprechende Plattform. Developer können somit direkt in ChatGPT funktionale Anwendungen erstellen, die ihnen bei ihrer Arbeit weiterhelfen, und sie in die Seitenleiste integrieren.

Neu ist zudem der OpenAI Marketplace, über den Partner:innenunternehmen einen Teil des Abnahmevolumens bei OpenAI für berechtigte Software einsetzen können, so erklärt es das KI-Unternehmen. Figma und Adobe, HubSpot und Salesforce gehören zu den ersten Partner:innen.

Für viele Privat-User dürfte indes noch von Interesse sein, dass sie sich künftig mit ihrem ChatGPT-Konto bei diversen anderen Diensten anmelden können, ohne ein weiteres Passwort zu erstellen. Dann erhält der Dienst allerdings deinen Namen, deine E-Mail-Adresse und, falls vorhanden, dein Profilbild. Das erinnert an Anmeldungen mit Google oder Facebook.

Anmeldungen mit dem ChatGPT-Konto sind bei anderen Diensten möglich, © OpenAI Anmeldebildschirm
Anmeldungen mit dem ChatGPT-Konto sind bei anderen Diensten möglich, © OpenAI

Du kannst dir alle Neuerungen OpenAIs vom großen DevDay 2026 im Recap des Unternehmens zu Gemüte führen. Oder du schaust dir die Keynote im Nachgang auf YouTube an. All diese Neuheiten lassen die Branche aufhorchen, gerade die dots als Muse-Konkurrenz. Doch die Schatten der KI-Krise lassen sich nicht ganz vertreiben.



Nach Astra:

OpenAI senkt mit Sol und Luna die Kosten für Agents und Coding

GPT-6 Sol und Luna als Sonne und Mond vor einem Sternenhimmel.
© OpenAI


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