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Technologie
ChatGPT: Was die Super-KI kann und wie du sie für dein Marketing einsetzt

ChatGPT: Was die Super-KI kann und wie du sie für dein Marketing einsetzt

Niklas Lewanczik | 12.12.22

Die Sprach-KI ChatGPT von OpenAI ist in aller Munde. Sie kann ausführliche Antworten liefern, Texte schreiben, informative Auskünfte in Schriftform geben und sogar Essays verfassen. Deshalb wird sie bereits millionenfach eingesetzt. Doch in welchem Praxiskontext lässt sich die KI einsetzen? Wir geben einen Überblick und zeigen dir, wie du die Funktion nutzt.

Was diese KI nicht alles kann: Aufsätze schreibt sie in Sekunden, sie löst Texträtsel, liefert ausführliche Antworten und erklärt sogar in kürzester Zeit, was ein Newsletter können muss. Die Sprach-KI ChatGPT von OpenAI sorgt weltweit für Furore, sammelt Millionen von Usern und lässt Akademiker:innen, Marketer, Journalist:innen und Technik-Aficionados und -Aficionadas staunen. Heise Online schreibt, dass ChatGPT die Welt verändern wird, die New York Times attestiert der KI „Brilliance and Weirdness“ und im Podcast der FAZ sprechen die Redakteure Alexander Armbruster und Alexander Wulfers über die KI und schreiben ihr Qualitäten für ein „gewaltiges Produktivitätswachstum“ zu, während auch von „einem großen technologischen Schritt“ die Rede ist. 

Das ist für uns Grund genug, die Sprach-KI genauer unter die Lupe zu nehmen. Wir liefern dir Kontextinformationen, zwei Testbeispiele und einige Einschätzungen aus der Branche. Damit kannst du auch ermitteln, ob du ChatGPT künftig für dein Marketing nutzen kannst – und in welchen Kontext es durchaus sinnvoll sein kann.

Über eine Million User in fünf Tagen: Das ist ChatGPT

Die Sprach-KI ChatGPT wird von OpenAI entwickelt. Zu den zentralen Investor:innen von OpenAI zählen Twitter- und Tesla-Chef Elon Musk – der auch Mitbegründer des Unternehmens ist – und Microsoft. OpenAI entwickelte bereits vor wenigen Jahren das Sprachmodell GPT3. Die Abkürzung GPT steht für Generative Pre-Trained Transformer. Laut dem Unternehmen nutzt GPT-3 bereits über 175 Milliarden Parameter, um Sätze und Wortgruppen zu erkennen und zu bilden. Das sind deutlich mehr als bei anderen Sprachmodellen, die von Microsoft und Co. bereitgestellt werden.

ChatGPT basiert auf dem Sprachmodell GPT-3 und ist im Preview Mode inzwischen für die Öffentlichkeit zugänglich. Mira Murati, CTO des Unternehmens, twitterte kürzlich:

Jede:r kann also die KI testen. Laut Deutschlandfunk Kultur ist diese Künstliche Intelligenz aufgrund der Datenfülle sehr präzise beim Erkennen von Frageintentionen, Texten und dergleichen. Allerdings geht ChatGPT womöglich noch die Fähigkeit zur Kontextualisierung und Kreativität ab.

Finetuning der GPT Chat Models, © OpenAI
Finetuning der GPT Chat Models, © OpenAI

ChatGPT kann ausführliche Antworten liefern, Texte schreiben, informative Auskünfte in Schriftform geben und sogar Essays verfassen. Das dürfte dafür sorgen, dass Hausaufgaben wie das Schreiben von Aufsätzen oder Zusammenfassungen obsolet werden könnten; selbst Semesterarbeiten oder Bachelorarbeiten könnten mithilfe der KI erstellt werden. Und auch im Marketing-Kontext oder im Bereich der Erstellung von Textinhalten für digitale Plattformen allgemein könnte die KI hilfreich sein. So kann die KI beispielsweise in sehr kurzer Zeit Texte für Postings auf LinkedIn oder Instagram erstellen. Das zeigt ein Beispiel-Post von KI-Experte Daniel Mühlbauer:

Doch ChatGPT kann noch viel mehr – einige Use Cases

Nach Angaben von OpenAI kann ChatGPT in wenigen Worten Quantencomputer erklären, Tipps für die Geburtstagsparty von Zehnjährigen liefern oder Hilfestellung bei der Nutzung von Javascript geben. Außerdem erinnert sich die KI an vorherige Konversationen mit einem User und soll sogar unseriöse Anfragen ablehnen. Im gleichen Zuge warnt OpenAI aber auch hinsichtlich der KI:

– May occasionally generate incorrect information

– May occasionally produce harmful instructions or biased content

– Limited knowledge of world and events after 2021

Es gibt inzwischen zahlreiche Use Cases, die viele Expert:innen auf Twitter, LinkedIn und Co. teilen. SEO-Experte Hanns Kronenberg hat die KI zum Beispiel spielerisch nach unterschiedlichen Preisen gefragt.

Nikita Bier wiederum, ehemals bei Meta und inzwischen einer der Gründer der in den USA trendenden Social App Gas, hat sich von ChatGPT ein Kompliment in der Sprache der Gen Z geben lassen.

Laut Tech-Experte Pierre Romera kann die Sprach-KI sogar Regex in Javascript nach bestimmten Vorgaben schreiben.

Auch wir haben die neue Sprach-KI getestet: Das sollte ein Newsletter bieten

Wir haben bei OnlineMarketing.de die KI auch einmal geprüft und kurzerhand aufgefordert: „Tell me what a newsletter should offer!“ Daraufhin erhielten wir diesen Text (der ein paar basale, aber trotzdem relevante Tipps bereithält): 

A newsletter is a regularly distributed publication that is typically sent by email to a list of subscribers. Newsletters can be a great way for businesses and organizations to share news and updates with their audience, as well as to offer valuable information and insights. Some of the key things that a newsletter should offer include: Relevant and interesting content: A newsletter should contain content that is relevant and interesting to the audience. This could include news and updates about the business or organization, as well as articles and other pieces of content that provide value to the reader.

A clear and concise format: A newsletter should be easy to read and navigate, with a clear and concise format that makes it easy for the reader to find the information they are looking for.

An engaging design: A newsletter should have an engaging design that catches the reader’s attention and makes them want to read more. This could include eye-catching images, bold headings, and other design elements that make the newsletter visually appealing.

Options for subscribing and unsubscribing: A newsletter should provide clear instructions for how readers can subscribe or unsubscribe from the mailing list, as well as information about how their personal data will be used and protected.

Links to social media and other online platforms: A newsletter should include links to the business or organization’s social media accounts and other online platforms, so that readers can easily connect with them and stay up-to-date with their latest news and updates.

Außerdem haben wir schlichtweg nach drei Tipps für fesselnde LinkedIn Posts gefragt und diese Antwort erhalten:

Sure, here are three tips for writing an engaging LinkedIn post:

1. Keep it concise and to the point. LinkedIn users are busy professionals, so they appreciate posts that get to the point quickly and efficiently. Try to keep your post under 300 words and avoid using overly complicated language or jargon.

2. Use visuals to grab attention. A well-chosen image or video can make your post stand out in the busy LinkedIn feed and grab the attention of potential readers. Just make sure that the visual is relevant to your post and adds value to the content.

3. Engage with your audience. LinkedIn is a social network, so don’t be afraid to ask questions or encourage readers to share their thoughts in the comments. This can help spark a conversation and make your post more engaging for everyone involved.

Overall, the key to writing a successful LinkedIn post is to provide value to your audience and make it easy for them to engage with your content. By following these tips, you can improve the chances of your post being seen and shared by others on the platform.

ChatGPT hat also definitiv einiges an Potential für Fachkräfte aus den Bereichen Textbearbeitung, SEO, Social Media Management, Community Management und dergleichen mehr. Aaron Levie, Mitgründer und CEO des Cloud-Unternehmens Box, schreibt auf Twitter von einem Zeitalter der „AI-first Software“:

Trotz all der Euphorie, die im Digitalraum hinsichtlich ChatGPT herrscht, gilt es, die Aussagen und Texte der KI auf Richtigkeit und Logik zu prüfen; immerhin weist OpenAI auf die Limitierungen hin, schreibt etwa:

ChatGPT sometimes writes plausible-sounding but incorrect or nonsensical answers.

Mitunter werden Phrasen häufig wiederholt und bei veränderten Phrasen, die einen kleinen Twist erhalten, bleibt manchmal eine (sinnvolle) Antwort aus.

Solltest du ChatGPT also für dein Marketing, deine Newsletter etc. einsetzen?

Wir haben den Tool- und Tech-Experten Jens Polomski gefragt, ob der Einsatz der Sprach-KI auf Kanälen wie LinkedIn oder im Newsletter sinnvoll ist. Er erklärt uns:

Meiner Meinung nach sollten Marketer sich definitiv mit den neuen Technologien (GPT-3.5, DALL-E etc.) beschäftigen, um die Möglichkeiten zu verstehen und es ggf. in eigene Prozesse einzubauen. Gerade mit ChatGPT ist es natürlich verführerisch, sich alle Arbeit abnehmen zu lassen und die Texte direkt zu übernehmen. Hier wäre ich aber vorsichtig, gerade was die Faktenlage und auch Qualität der Texte angeht. Dennoch sehe ich hier viele Vorteile, um beispielsweise die Struktur, Wortwahl oder Aufbau von Texten zu optimieren und auf neue Ideen zu kommen. Gerade für kürzere Texte wie zum Beispiel Newsletter-Betreffzeilen oder Anzeigentexte eignet sich diese Technologie hervorragend, da hier eine Bewertung der Texte schnell passiert ist.

Es gibt jedoch einige Stolpersteine, die man beachten sollte, wenn man die Sprach-KI im Business-Kontext anwendet. Welche Risiken es dabei gibt, hat ChatGPT beantwortet, nachdem wir Jens Polomski diese Frage gestellt hatten, die er direkt an die KI weitergeleitet hat: „Welches ist aus deiner Sicht das größte Risiko beim Einsatz einer solchen Sprach-KI in einem Business-Kontext? (Ggf. Welche Limitierung sorgt noch für Probleme in der Kommunikation nach außen?)“.

ChatPTG beantwortet die Frage nach Risiken beim Einsatz von Sprach-KIs
ChatGPT beantwortet die Frage nach Risiken beim Einsatz von Sprach-KIs, Quelle: Jens Polomski via ChatGPT (OpenAI)

Wer einmal selbst die Sprach-KI testen und für sich einsetzen möchte, kann sich die Research Preview von OpenAI zunutze machen. Dort kannst du einfach Fragen oder Aufforderungen eingeben. Im Research-Zeitraum wird die KI auch kostenlos zu nutzen sein. Hast du die neue Sprach-KI schon gestestet oder sogar in deine Arbeitsprozesse integriert? Teile deine Erfahrungen mit ChatGPT gern mit uns in den Kommentaren.


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Kommentare aus der Community

Joe Dittrich am 16.12.2022 um 11:41 Uhr

Der Link führt bei mir leider nur zu einem Seiteninhalt, der mich (DAU, allerdings stets neugieriger Powersurfer) seit ein paar Wochen bei vielen über Links in Artikeln oder Postings aufgerufenen Domains nervt:
_____

„chat.openai.com
Checking if the site connection is secure

[rotierende Wartesymbol-Animation]

chat.openai.com needs to review the security of your connection before proceeding.
Did you know keeping your browser up to date will help protect you from malware and other digital attacks?“
_____

Von da aus tut sich nichts und lässt sich nichts tun. Da hilft kein Refresh, kein Löschen des Cache und Bereinigen von Cookies, kein Browser-Neustart – es bleibt für mich (meinen Rechner? meine IP-Adresse? oder jede*n, die/der dem Link zu dieser URL folgt?) eine Sackgasse.

Versuche ich (laienhaft) nachzuschauen, was genau die Domain denn da meinem Rechner schickt (der Quelltext-Link des Browsers scheint durch irgendwas an dieser Adresse aus dem betreffenden Menü entfernt zu sein) – indem ich aus der URL
„https://chat.openai.com/chat“
das hier mache:
„source-view:chat.openai.com/chat“
–, wird mir ein Tab ohne erkennbaren Inhalt angezeigt (eine reinweiße Fläche).

Dasselbe passiert mit „https://chat.openai.com/“ bzw. „https://chat.openai.com/“ (also ohne neuerliches „chat“ nach „…com/“)

Steuere ich schließlich „https://www.openai.com/“ an, maunzt mein Browser beleidigt:

„Sichere Verbindung fehlgeschlagen
http://www.openai.com verwendet ein ungültiges Sicherheitszertifikat.“

Surfe ich daraufhin entgegen der Browser-Warnung doch zur Domain weiter, sieht zuerst alles normal aus – aber mit dem offenbar einzigen dortigen Link zum Testen („Try“, in der angezeigten schwarzen Kopfleiste), wiederholt sich die anfangs beschriebene angebliche, aber nie zu einem Ergebnis führende Sicherheitsprüfung.

Knapp zusammenfassende DAU-Frage: „Hä?“

Antworten
Joachim Nettelbeck am 13.12.2022 um 12:02 Uhr

Es ist sehr einfach, den Bot aus dem Konzept zu bringen (schon ein banaler Tippfehler reicht), und er flüchtet dann in Standardphrasen, was die Kunden bei Servicehotlines immer wieder zur Weißglut bringt. Für sowas noch lange nicht geeignet.

Antworten
Peter am 12.12.2022 um 17:36 Uhr

Ergänzend dazu sollte man auch die Kosten und Gefahren dazu sehen. Karl Kratz hat das ganz gut beschrieben, finde ich: https://www.online-marketing.net/

Antworten
Daniel am 12.12.2022 um 11:53 Uhr

Danke für die sehr gute Aufbereitung dieses aktuellen Themas und natürlich auch die Erwähnung meines Blog-Beitrags.
Die vielseitige Betrachtung des Themas in eurem Beitrag ist suuuper lesenswert. Klasse!

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